Eschweiler: Land entwickelt Hüchelner Benden zum Wohngebiet

Eschweiler : Land entwickelt Hüchelner Benden zum Wohngebiet

Die Lage ist ernst: Bauland ist vielerorts fast ebenso rar wie bezahlbarer Wohnraum. Und das gilt inzwischen auch für Mittelstädte. Zwar gibt es von Land und Bund etliche Förderprogramme, aber in den Planungsämtern fehlt es an Personal, diese „abzuarbeiten“.

„Vieles von dem, was wir uns vorstellen, kann einfach nicht umgesetzt werden“, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. Er versicherte sich jetzt kompetenter Hilfe: Gemeinsam mit der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft NRW.urban will Eschweiler das Gebiet Hüchelner Benden zum Wohngebiet entwickeln lassen.

Ein Gebiet in hervorragender Lage, wie auch NRW.urban-Geschäftsführer Ludger Kloidt findet, der am Freitag gemeinsam mit Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung war er am Freitag aus Düsseldorf zur Vertragsunterzeichnung ins Eschweiler Rathaus gekommen.

3,9 Hektar (von denen 0,9 bereits bebaut sind und bleiben) umfasst das Areal zwischen Kölner, Wenauer, Hüchelner und Stadionstraße, auf dem in absehbarer Zeit Wohnbauten entstehen sollen. Noch ist das bislang landwirtschaftlich genutzte Areal überwiegend im Besitz der Pfarrgemeinde, so Rudi Bertram, doch mit der sei eine Regelung getroffen, die auch ihr in unmittelbarer Nähe der Hüchelner Kirche Wohnbaumöglichkeiten eröffne.

„Der Wohnungsdruck, der in Aachen herrscht, weitet sich längst auch auf uns aus“, so Bertram. Ein Areal wie dieses, mit besten Straßen-, Bus- und Euregiobahnanschlüssen und somit schnellen Verbindungen nach Aachen und in die Region, ist da Gold wert. „Ein kleines, aber feines Gebiet“, so Kloidt, dessen Gesellschaft rund 2,6 Millionen Euro in die Entwicklung des Wohngebiets investieren will, in dem zu 30 Prozent Sozialwohnungen gebaut werden sollen. Das dürften 60 bis 70 Wohneinheiten sein, hofft Rudi Bertram.

Abhängig ist die Zahl der hier insgesamt möglichen Wohneinheiten vom ursprünglich beim Bau der B 264 (Kölner Straße) geplanten, bis heute aber nicht realisierten Lärmschutz, den Straßen.NRW zu zahlen hätte. Der ist auf lockere Bebauung ausgelegt. Inwieweit die verdichtet werden kann, müssen die Planer nun austüfteln.

So schnell wie möglich will NRW.urban in die Eigentümergespräche eintreten, um dann ins Planungsverfahren eintreten zu können. Dabei setzt die Landesgesellschaft eigenes Fachpersonal ein — stets in enger Abstimmung mit der Stadt. Die Aufstellung des Bebauungsplans wird mindestens ein Jahr dauern. Dann ist es an Eschweiler zu entscheiden, ob und an wen das Bauland verkauft wird oder ob die stadteigene Strukturfördergesellschaft — wie Bertram vorschlägt — selbst als Bauherrin auftritt.

„Gerade hier im Drei-Länder-Eck ist der Wohnungsdruck hoch“, weiß Ministerin Scharrenbach. Das neue Wohngebiet soll ein weiterer kleiner Baustein in der Weiterentwicklung Eschweilers sein.

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