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Eschweiler: Längere Landebahn für Merzbrück: Wenig Gegenliebe bei Anwohnern

Eschweiler : Längere Landebahn für Merzbrück: Wenig Gegenliebe bei Anwohnern

Der geplante Ausbau des Flugplatzes Merzbrück regt weiter den Widerstand von Bürgern. „Sollte der Ausbau kommen, wird es auch für die Bürger in St. Jöris, weitere Anrainer-Orte mit eingeschlossen, noch lauter und nerviger als es jetzt schon ist“, schreibt Günter Barten stellvertretend für eine Reihe weiterer Menschen aus St. Jöris.

Es reiche jetzt schon, wenn laute Freizeit- und Hobby-Flugzeuge über die benannten Orte ihre Runden drehen würden, heißt es. Hintergrund des Widerstands sind die Pläne, in Merzbrück einen „multimodalen Standort und ein Gewerbegebiet der Zukunft“ entstehen zu lassen, wie es der Städteregionsrat Helmut Etschenberg formulierte.

Auch die Stadt Eschweiler ist neben der Städteregion Aachen, der Stadtentwicklung Würselen GmbH (SEW) und der Fluggemeinschaft Aachen Gesellschafter der Flugplatz Aachen Merzbrück GmbH (FAM), die den Flugplatz betreibt. RWTH und FH Aachen planen auf dem Gelände, umweltfreundliche und automatisierte Flugzeuge mit Hybridantrieb zu entwickeln — sogenannte Silent-Air-Taxis.

Um den Geschäftsflugverkehr uneingeschränkt zu ermöglichen, soll die Landebahn von 550 auf 1160 Meter ausgebaut werden. Dafür ist auch eine Schwenkung um zehn Grad erforderlich. Der dazugehörige Planfeststellungsbeschluss ist seit Mai 2017 rechtskräftig, aber noch verhindern zwei Klagen und Unklarheiten bezüglich der Finanzierung die Umsetzung der Baupläne. Die Erneuerung der Landebahn soll rund 6,68 Millionen Euro kosten. Bis 2025 sollen dann Technologiezentrum, Forschungsflächen und Gewerbegebiet fertiggestellt sein.

Den Menschen in St. Jöris schmecken diese Pläne keineswegs. „Nach einem Ausbau, inklusive der Verschwenkung der Start- und Landebahn Richtung St. Jöris, kann es nur noch schlimmer werden“, schreibt Barten. Wie die Haarener Bezirksvertretung zweifele er an der Objektivität der Lärmgutachten. Zudem geht Barten davon aus, dass ein weiteres Millionengrab entstehe. „Flugplätze in dieser Größenordnung werden sich wirtschaftlich niemals selbst tragen, dies zeigen die Erfahrungen in unserem Land“, meint er.

In der Städteregion wird das Projekt von Politikern gestützt. Manfred Zitzen, Geschäftsführer der SEW und der Aachener Kreuz Merzbrück GmbH (AKM), rechnet mit 750 bis 1000 neuen Arbeitsplätzen, die am Flugplatz Merzbrück entstehen könnten. Die Planer hoffen, dass die Unternehmen aus dem Bereich Mobilität Fachkräfte in die Region locken, Absolventen der Hochschule eine Perspektive bieten und das Image der Region als innovatives Zentrum schärfen. Die Pläne gehen nun in das Bebauungsplanverfahren in Würselen.

(pan)