Kommentiert: Kaum eine Chance

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Wilfried Berndt also. Mit einem relativ unbekannten Kandidaten an der Spitze geht die Eschweiler CDU in den nächsten Kommunalwahlkampf. Man habe die Qual der Wahl gehabt, meinte Willi Bündgens. Selbst bei seinen Parteifreunden erntete er für diesen Satz skeptische Blicke.

Bis vor zwei Wochen standen die Christdemokraten nach mehreren Absagen noch ohne Spitzenkandidaten da.

Jetzt sind Bündgens und die junge Führung des Stadtverbandes froh und dankbar, von Berndt eine Zusage erhalten zu haben. Diese kam vor neun Tagen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die CDU ohne eine Alternative zu Rudi Bertram dagestanden hätte. Es wäre wieder zu Kämpfen innerhalb der Partei gekommen. Auch jetzt wird die Union ihrem Namen in Eschweiler noch nicht gerecht.

Wilfried Berndt also soll es richten. Er soll das zarte Pflänzchen Hoffnung nach der Bundestagswahl auf einen CDU-Kommunalwahlsieg gießen und sprießen lassen. Eine sehr hohe Hürde. 72 Prozent erreichte der Amtsinhaber Bertram bei der Wahl im Jahr 2009. Wilfried Berndt ist Mathematiker, also ein Mann, der seine Chancen nüchtern berechnen kann. Er weiß, worauf er sich eingelassen hat.

Bei seinem ersten Auftritt vor seiner Partei sammelte er Pluspunkte. Sachlich und charmant stellte er sich vor. Für ihn wird es in der Hauptsache ohnehin darum gehen, die Partei hinter sich zu einen. Das ist schwer genug. Selbst wenn das gelingen sollte, hat er kaum eine Chance gegen Bertram. Doch genau darin steckt eine Chance für die CDU.

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