Eschweiler: Kommentiert: Aufräumen, bitte..!

Eschweiler: Kommentiert: Aufräumen, bitte..!

Kaum ein Thema ist in jüngster Zeit in Eschweiler so heiß diskutiert worden wie die Sauberkeit, pardon: der Dreck in der Stadt.

Kaum spricht man das Thema an, gehen die Emotionen mit so manchem durch. Dabei ist Eschweiler nicht schmutziger als andere Städte. Sagen manche. Ist es doch, sagen viele.

Und ebenso viele vergessen dabei, dass es nicht allein Sache der Stadt oder gar des Bürgermeisters persönlich ist, für ein sauberes Stadtbild zu sorgen, sondern unser aller Angelegenheit. Eine Frage der Erziehung: Woher sollen Jugendliche ein Gespür dafür haben, dass es asozial ist, leere Pommestüten, Colaflaschen und Zigarettenpäckchen durch die Gegend zu werfen, wenn ihre Eltern sie nicht zu Gemeinsinn erziehen?

Da nützen auch die Bemühungen von Lehrern häufig wenig. Häufig ist nicht immer. Viele zeigen durchaus Einsicht, dass Dreck und Unrat kein Ambiente bilden, in dem die Mehrheit sich wohlfühlt. Eschweilers Beigeordneter Hermann Gödde verwies in diesen Tagen darauf, dass bei der jüngsten Sammlung vor wenigen Tagen deutlich weniger Müll im und am Blausteinsee zusammengetragen wurde als bei vorherigen Aktionen. Und darauf, dass Seebesucher durchaus positiv reagieren, wenn man sie freundlich bittet, ihren Müll nicht am Ufer zurückzulassen und ihren Hund anzuleinen.

Ähnliches berichtet auch Anita Kloth vom Hotel de Ville, vor dessen Bistro sich immer wieder Jugendliche niederlassen, um zu klönen. „Wenn ich die freundlich anspreche und bitte, vor unserem Restaurant keine leeren Flaschen und ähnliches herumliegen zu lassen, dann klappt das auch. Und dann habe ich auch nichts dagegen, dass sich Jugendliche auf unserem Mäuerchen in die Sonne hocken.“

Vielleicht ist das ja ein Gegenentwurf zu dem von der New Yorker Polizei entlehnten Konzept der „Zero Tolerance“, das auch Bagatellsündern schon mit unnachsichtig harten Strafen droht: die freundliche Erziehung Uneinsichtiger zu Sauberkeit in unseren Straßen. Wie meinte ein Teilnehmer unserer Leserkonferenz in dieser Woche: „Es darf nicht als cool gelten, Müll herumzuwerfen, sondern als absolut ,hip‘, ihn aufzuheben.

Etwas schwierig wird das bei Kaugummis: Klebrige Spuren ziehen sich, häufig an Schultoren beginnend, durch die Stadt und machen nagelneue Pflasterplatten zu trist-grauen Mahnmalen mangelnder Erziehung und Rücksichtnahme. Vielleicht sollte man im Interesse der nicht-kaugummi-affinen Bevölkerung ein Nichtkauerschutzgesetz auflegen, das Kaugummikauen nur noch in geschlossenen Räumen erlaubt.