Konzertreihe „Blues meets Rock“: Koch Marshall Trio präsentiert energiegeladenen Rock´n´Roll im Rio

Konzertreihe „Blues meets Rock“ : Koch Marshall Trio präsentiert energiegeladenen Rock´n´Roll im Rio

Wo er recht hat, hat er recht: „Es gibt was auf die Ohren. Der Sound ist kräftig“, schwor Klaus Schmidt, Macher der Clubkonzertreihe „Blues meets Rock“, die Gäste und Zuhörer am Dienstagabend im Rio in der Schnellengasse auf das ein, was in den kommenden zwei außergewöhnlichen Stunden folgen sollte.

Ausnahmegitarrist Greg Koch, sein Sohn Dylan am Schlagzeug und Hammondorgel-Irrwisch Toby Marshall ließen es als „Koch Marshall Trio“ mächtig knallen.

Die Musiker präsentierten energiegeladenen Rock´n´Roll garniert mit unzähligen Soul-, Blues- und Jazzelementen und zogen mit fortlaufender Konzertdauer das Publikum mehr und mehr in ihren Bann. Dies taten sie unkonventionell, stehen bei den drei Könnern doch eindeutig die Instrumente im Vordergrund, während der Gesang in Person von Greg Koch sparsam, aber pointiert eingesetzt wird.

So durften sich die Zuhörer im recht intimen Ambiente des überschaubaren Konzertsaals immer wieder an wilden bis wahnwitzigen, aber stets virtuosen Soloeinlagen der drei US-Amerikaner erfreuen, die sich auf der kleinen Bühne sichtlich wohlfühlten und ihre Qualitäten bei dem einen oder anderen durchaus zehnminütigen Stück bestens entfalteten.

Die Musiker aus Milwaukee, deren Tour über Italien, Österreich, Süddeutschland über die Indestadt und das deutsch-niederländische Grenzgebiet in Richtung Norden führt, präsentierten mit „Can´t get there from here“ unter anderem ein Werk der CD „4 Days in the South“, die Greg Koch im Jahr 2005 herausbrachte, begeisterten das Publikum aber nicht zuletzt mit Songs des „Koch Marshall Trio“-Debütalbums „Toby Arrives“, das im vergangenen Jahr erschien und von niemand geringerem als Joe Bonamassa als „furchterregend gut“ beschrieben wird.

Spürbare Spielfreude

Glänzend aufeinander abgestimmt, bildeten und bilden Greg und Dylan Koch sowie Toby Marshall eine musikalische Einheit, in der aber die Individualität jedes Einzelnen keinesfalls zu kurz kommt. So breitete sich spürbare Spielfreude im Rio aus, die gepaart mit der grundsätzlichen Qualität der Musiker für faszinierende und kraftvolle bis in gewisser Weise tatsächlich furchterregende Klangteppiche sorgte. Sowohl mit der Eigenkomposition „Sin Repent Repeat“ als auch den Klassikern „A real mother for ya“ sowie „Gangster of love“, mit denen das „Koch Marshall Trio“ auf den Spuren von Johnny Guitar Watson wandelte, wussten die Instrumentalisten zu überzeugen.

Fraglich ist, ob der Stil von Greg Koch, Dylan Koch und Toby Marshall massentauglich ist und das „Koch Marshall Trio“ einmal große Stadien füllen wird (noch fraglicher ist, ob die Ausnahmekönner dies überhaupt anstreben), doch jeder Fan schlichtweg guter Funk-Rock-Blues-Jazz-Musik ist bei der Band bestens aufgehoben. Wer am Dienstagabend noch Zweifel hegte, wurde spätestens in der turbulent bis irrwitzigen Schlussphase des Konzerts, die laut Greg Koch „a couple of crazy ones“ bereithielt, endgültig überzeugt. „Thank you indeed“ lautete das Urteil des Publikums in Form von langanhaltendem Applaus.

Die Konzertreihe „Blues meets Rock“ findet im nächsten Monat ihre Fortsetzung: Am Dienstag, 7. Mai, ist Gitarrist Marc Reece im Rio zu Gast.

(ran)
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