Eschweiler-Bergrath: Kirchenwände mit Graffiti beschmiert

Eschweiler-Bergrath: Kirchenwände mit Graffiti beschmiert

Eigentlich war die Stimmung bei den Mitglieder der Kirchengemeinde St. Antonius in Bergrath richtig gut. Gerade hatte man das Antoniusfest gefeiert — mit großem Erfolg. Doch beim Aufräumen am Samstagvormittag kam der große Schock.

Mit großen, grün-schwarzen Buchstaben hatten Sprayer mehrere Wände der Pfarrkirche beschmiert. Und das sieht nicht nur hässlich aus, sondern könnte für die Gemeinde auch noch teuer werden. Bislang ist noch offen, wer für die Graffitis verantwortlich ist.

Die Schmiererei ärgert die Gemeindemitglieder: „Wir waren geschockt. Mit dem Antoniusfest hatten wir gerade so eine schöne Sache hinter uns gebracht, und dann müssen wir dieses merkwürdige Teil sehen. Für uns ist das schon ziemlich enttäuschend“, sagt Kirchenvorstandsmitglied Peter Schubert.

Graffitis findet man — zu Ärger der Eigentümer — an vielen Wänden. Aber dass die Außenwand eines Gotteshauses mit Sprühfarbe beschädigt wird, das hat dann doch eine neue Qualität. Scheinbar sind selbst Kirchen den Sprayern nicht mehr heilig.

„Ich finde es schrecklich, dass diese Leute keinen Respekt vor einem Kirchengebäude haben“, sagt Schubert, der sich das Werk der unbekannten Sprayer noch immer fassungslos anschaut. „Es ist müßig, sich einen Kopf darüber zu machen, was in jemandem vorgeht, der so etwas macht“, sagt Schubert.

Eines haben die Unbekannten offenbar dabei gedacht: nicht kleckern, sondern klotzen. Denn die teilweise kaum lesbaren Schriftzüge nehmen nun mehrere Quadratmeter der gemauerten Fassade in Beschlag. Und das könnte die bevorstehende Reinigung der Mauer besonders kostspielig machen.

Denn anders als bei mancher Häuserwand kann man den Sprühlack nicht einfach mit Pinsel und Farbe überstreichen. Dazu muss ein Experte Hand anlegen. „Es gibt Speziallösungsmittel, die die Farbe ablösen, ohne das Mauerwerk anzugreifen“, sagt Schubert.

Was eine solche professionelle Beseitigung der Farbe kostet, kann der Kirchenvorstand noch nicht sagen. Nur so viel: „Bei dieser Größenordnung wird das bestimmt teuer.“

Nicht wegen der zu erwartenden Kosten ist die Schmiererei für Schubert weit mehr als ein dummer Jungenstreich. „Wir haben am Samstag sofort Anzeige bei der Polizei erstattet“, sagt er. Denn so etwas wolle man sich in keinem Fall bieten lassen. „Wir wollen nicht einfach darüber hinweggehen.“

Bei der Polizei sind nun Experten mit dem Fall befasst. Denn Sprayer setzen bei ihren „Werken“ auf Wiedererkennung. Vielleicht lassen sich schon anhand des Stils Rückschlüsse auf den oder die Täter ziehen.

Und die haben wohl, so vermutet Schubert, in der Nacht von Freitag auf Samstag die Dunkelheit genutzt — in der Hoffnung, unerkannt zu bleiben. Und der Weg entlang der Seitenwand der Kirche ist abends in der Tat sehr dunkel. Die Straßenlaternen haben dort einen recht großen Abstand zueinander. Zudem ist eine der Leuchten auch noch defekt.

Trotzdem hoffen Schubert & Co., dass jemand die Sprayer beobachtet hat. Hinweise nehmen die Polizei und das Pfarrbüro Heilig Geist, Karlstraße 31, Telefon 883290, entgegen.