Eschweiler: „Kirchenmusikalischer Luxus“ dank Ács und Surges

Eschweiler: „Kirchenmusikalischer Luxus“ dank Ács und Surges

Pfarrer Dr. Andreas Frick kann in St. Peter und Paul auf zwei hauptamtliche Kirchenmusiker bauen. Er steht der Kirchenmusik nicht erst seit Theologie-Studium oder als Pfarrer im liturgischen Dienst nahe: Die Liebe zu ihr begann schon im Kinderalter. Frick, 1964 geboren, erlebte eine vom allgemeinem Konzilsaufbruch geprägte „Blütezeit“ der Musica Sacra.

Der langjährige Regionalkantor Peter Rath unterrichtete den jungen Andreas im Klavierspiel, führte ihn und seinen Bruder in den Kinder- und später auch Jugendchor.

„Kirchenmusikalischer Luxus“

Die Ergriffenheit etwa für Schuberts „Deutsche Messe“, die Speyrer Dommesse und zeitgenössische Motetten — um nur Beispiele für ältere Kirchenmusik und jene der Konzilszeit zu nennen — ist früh angelegt. Zwar kann man heute nicht mehr von einer „Blütezeit“ in dem Sinne sprechen, dass jeder Ort und jede Kirche einen eigenen Kirchenmusiker hat. Dennoch gibt es in der fusionierten Pfarre St. Peter und Paul (neben der Stadtkirche gehören noch Herz-Jesu Ost, St. Michael in der Steinstraße und St. Antonius Röhe dazu) noch so etwas wie „kirchenmusikalischen Luxus“.

Mit József Ács (schon seit 1974 in Eschweiler-Mitte) und Franz Surges (schon seit 1980 in St. Antonius Röhe) gibt es zwei hauptamtliche Kantoren.

Wenn Jószef Ács — er vollendet im Oktober sein 65. Lebensjahr — zum Jahresende das Rentenalter erreicht, ist man mit einem ausgewiesenen Hauptamtler für eine Pfarre (Franz Surges) immer noch genau im Plansoll. Und es gibt Hoffnung, dass diese tragfähige Lösung noch viele Jahre andauert. Franz Surges (54) dürfte der Pfarre noch ein gutes Dutzend Jahre erhalten bleiben.

Schon bisher haben nebenamtliche Organisten dafür gesorgt, dass bei Terminüberschneidungen von Messen etwa bei den Hochfesten und in den Ferien alle Gottesdienste kirchenmusikalisch versorgt waren. Vorwiegend sind es rüstige Pensionäre, die auch zu für Berufstätige ungünstigen Zeiten am Tage bei Gottesdiensten eingesetzt werden können. Dazu gehört etwa der frühere Eschweiler Kirchenmusiker Heinz Eichen.

Das Kapitel Ács soll weitergehen

Und dann dürfte das Kapitel „Jószef Ács“ auch mit Beginn seines Ruhestandes nicht ganz der Eschweiler Geschichte angehören. „Es gibt erste Überlegungen, unseren Kantor auch über 2013 in einer noch zu vereinbarenden Form in die Kirchenmusik einzubinden“, lässt der Pastor durchblicken. Das wäre zu begrüßen, hat der Ungar mit Wahlheimat Eschweiler doch den Kirchenchor St. Peter und Paul zu einem über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Vokalensemble gemacht. So kommt es in wenigen Tagen, am Karfreitag zur Erstaufführung des Requiems von Ruggero Leoncavallo in Deutschland. „József Ács ist ein Pianist und Entdecker von Rang und Franz Surges ein bekannter Komponist. Welche Pfarre in der ‚Provinz‘ kann schon mit solchen kirchenmusikalischen Talenten wuchern“, zollt Pfarrer Andreas Frick den beiden Kantoren hohen Respekt.

Das Niveau der Eschweiler Kirchenmusiker ist also ausgesprochen hoch — und diese Höhe möchte der Pfarrer halten. „Sparen ja, aber nicht zu Tode sparen“, müsse die Devise in der katholischen Kirche generell sein, denn: „Musik, ob an der Orgel oder im Gesang, ist Teil der Verkündigung der Frohbotschaft.“

Wenngleich der Chorgesang in den letzten Jahren an Herz-Jesu und St. Michael verstummt ist, macht Frick noch immer eine sängerische Vielfalt an den verbliebenen „Gesangszentren“ St. Peter und Paul und St. Antonius Röhe aus.

Neben dem Kirchenchor St. Peter und Paul und dem von Franz Surges geleiteten Frauenchor in Röhe (der als Kirchenchor dort fungiert) gibt es auch noch den Männergesangverein St. Gregorius Röhe. Er wird vom „alten Fuchs“ Helmut Lausberg (er formte in Dürwiss und Merkstein Meisterchöre) geleitet und wirkt bei Kirchenkonzerten und Gottesdiensten in Röhe mit.

(jope)