Eschweiler: Kindergartenstreik: „Etliche Eltern zeigen sich solidarisch”

Eschweiler: Kindergartenstreik: „Etliche Eltern zeigen sich solidarisch”

„Wir sind mittlerweile hart im Nehmen”, sagt Vera Joußen, die sich bei der Stadt im Moment fast nur mit einem Thema befasst: dem Streik in den Kindergärten. So eiskalt erwischt wie vor drei Wochen hat es die Stadt Eschweiler am Dienstag nicht mehr.

Auf den Streik des Kindergartenpersonals hat sie sich inzwischen recht gut eingestellt. Empörte Anrufe von Eltern blieben am Dienstag denn auch aus. Nach den ersten Erfahrungen mit Notfallgruppen in nur zwei Einrichtungen waren bereits zur zweiten Streikwelle von Verdi in der vergangenen Woche sechs Notgruppen eingerichtet worden, die sich relativ flexibel handhaben lassen.

In manchen Einrichtungen werden 40 Kinder abgegeben, in anderen 25 oder gar nur zehn. „Etliche Eltern zeigen sich solidarisch mit dem Personal, obwohl ihre Stammeinrichtung über eine Notgruppe verfügt”, berichtet Vera Joußen.

Im Vergleich zu anderen Städten ist Eschweiler mit seinen sechs Notfallgruppen gut aufgestellt. „Glücklicherweise haben wir eine gewisse Anzahl nicht-organisierter Kolleginnen.” Diese hatten in der ersten Streikwoche noch Urlaub genommen, um sich mit den gewerkschaftliche organisierten Erzieherinnen solidarisch zu zeigen. „Das geht jetzt nicht mehr so.”

Auch Erzieherinnen, die Ver.di angehören, springen abwechselnd ein, damit ein Notbetrieb aufrecht erhalten werden kann.

Der Streit mit den kommunalen Arbeitgebern um einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung, mit dem die Gewerkschaft den steigenden Anforderungen in den Kindertagesstätten begegnen will, dürfte allerdings noch lange nicht beigelegt sein.

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