Eschweiler: Kinder- und Jugendtag: Auf den Pfaden von ACDC & Co.

Eschweiler: Kinder- und Jugendtag: Auf den Pfaden von ACDC & Co.

Musikfans kamen am Samstagabend voll auf ihre Kosten. Organisiert vom Jugendamt und dem Stadtjugendring gab es ab 19 Uhr vier junge Bands aus der näheren Umgebung oder direkt aus Eschweiler auf dem Markt zu hören.

Unter dem Motto „Jugend rockt den Markt“ eröffnete die Nachwuchsband „Lost and Found“ den Konzertabend. Die Combo mit Carlotta Binkowski (Gesang), Max Kück (Gitarre), Jan Kück (Bass) und Leon Klein (Schlagzeug) präsentierte eine Mischung aus eigenen Kompositionen und Covern extrem populärer Songs, die auf jeder Party für Stimmung sorgen. Direkt mit ihrem ersten Stück, dass „Real Friends“ heißt und von den Inde-städtern selbst geschrieben wurde, stellten die vier Musiker klar, was ihr Publikum von ihnen erwarten konnte: Eine kraftvolle, dynamische Stimme von Carlotta Binkowski, die die Musik genauso nach vorne treibt wie der druckvolle Gitarrensound gepaart mit straighten Basslines und Beats.

Der Name „Camarel“ sollte für alle Musikliebhaber jetzt und in Zukunft ein Begriff sein.

Vielleicht brauchten einige der Zuschauer aber auch gar keine Kostprobe mehr, da „Lost and Found“ ihren Fans in letzter Zeit bei einigen Auftritten die Gelegenheit gaben, ihr Talent zu sehen. So verdienten sich die vier jungen Talente beim Bandcontest der Mobilen Jugendarbeit einen Platz im Line-up des wiederbelebten „Rock am Pool“-Festivals. Ihre Zuschauer begeisterten „Lost and Found“ am Samstagabend mit weiteren eigenen Songs und Covern von Indierocksongs wie „Rock‘n‘Roll Queen“ von den Subways, „Seven Nation Army“ von den Whitestripes oder Welthits wie „TNT“ von ACDC.

„Lost and Found“: Das sind vier junge Talente aus der Indestadt. Carlotta Binkowskis Powerstimme ist beeindruckend.

Im Anschluss gab es für Musikliebhaber einen echten Knaller. Da die Band „Visions of Aurora“ noch kurzfristig die Teilnahme absagen musste, sprang die Band „Camarel“ ein. Vor einem Jahr gewann die außergewöhnliche Band um Sängerin und Bassistin Michele Kuban ebenfalls den „Rock am Pool“-Bandcontest und erlebt seit ihrer Gründung einen stetigen Aufstieg.

Die vier Vollblutmusiker (Michael Heidmann, Joel Braun, Stefan Engels und Michelle Kuban) spielten schon zwei Konzertreihen in Polen und gewannen diverse Bandcontests in der Region. Wieder einmal präsentierten sich „Camarel“ auf dem Eschweiler Markt von ihrer besten musikalischen Seite. Ihre Musik, die ausschließlich aus durchdachten und raffinierten Eigenkompositionen besteht, lässt jeden mitwippen. Die Musik von „Camarel“ ist kraftvoll, melodielastig und beschert dem Zuhörer ein musikalisch komplexes Hörerlebnis, der vom breiten Gitarrensound von Michael Heidmann und Joel Braun mitbestimmt wird. Songs wie „Rain“, „Good for nothing“ oder „Get out“ luden zum Mitsingen ein und sorgten für gute Stimmung auf dem Marktplatz. Für die mittlerweile zahlreichen Fans gibt es noch eine gute Nachricht, denn das erste Studioalbum von „Camarel“ ist komplett eingespielt und befindet sich zurzeit bereits im Mix.

Crunchige und cleane Gitarrensounds, Rock‘n‘Roll- und Blues-Rhythmen und eine extrem rauchige und raue Stimme machen die Musik der „Smokin’ Ribs“ aus. Die Formation aus der Städteregion bewegt sich mit ihrer Musik auf den Pfaden von Johnny Cash oder Joe Strummer, die Maximilian Möhring, Sascha Raderschall und Marcel Moitroux als Einflüsse nennen. Mit der Akkustikgitarre und dieser Musikrichtung im Gepäck ging es während des Auftritts der drei Rock‘n‘Roller etwas ruhiger zu. Die Songs der Combo besorgten ihnen in der letzten Zeit ebenfalls einige Auftritte und sorgten für gute Platzierungen bei diversen Bandcontests.

Den Abschluss des Abends besorgte Amin Afify mit seiner Band. Jeder der Amin Afify einmal auf der Bühne beobachtet, entdeckt sofort, dass der junge Indestädter sein ganzes Herzblut in das Songwriting seiner Stücke steckt. Zur Hälfte auf deutsch, zur Hälfte auf englisch, schreibt er seine Lieder. Michael Heidmann an der Gitarre, Marcel Koch am Bass und Sven Klapperich an den Drums sorgen für den musikalischen Soundteppich, den Amins Musik braucht. Die Stücke sind extrem melodielastig und bewegen sich im Bereich von radiotauglichen Indiepop, der auch am Samstagabend die Zuschauer mitriss. Die vier Musiker verstanden sich auf der Bühne prächtig und heizten dem Publikum zu später Stunde auf dem Markt noch kräftig ein. Auch diese Talente aus der Indestadt und Umgebung drücken im Moment wieder einmal die Studiobank. Es laufen bereits die Aufnahmen zum zweiten Album.

So gab es am Samstag Abend vier Stunden gute Musik von jungen Musiktalenten aus der Umgebung der Indestadt. Zwar war der Zuschauerandrang nicht so groß wie in der vergangenen Woche bei Rock am Pool, das Publikum sorgte aber mit für die gute Stimmung, in dem es die lokalen Bands unterstützte.

(na)
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