Eschweiler-Dürwiß: Kind wird von Unbekannten angesprochen: Eltern in Sorgen

Eschweiler-Dürwiß : Kind wird von Unbekannten angesprochen: Eltern in Sorgen

Ein Vorfall am Dienstagnachmittag in der Nähe der Dürwisser Grundschule beunruhigt derzeit die Menschen im Ort: Kurz nach 15 Uhr war eine Achtjährige auf ihrem Weg von der Schule nach Hause von einem Unbekannten angesprochen worden. Der Mann soll die Kleine mit den Worten „Ich kenne deine Mutter und kann dich nach Hause bringen“ angelockt haben.

Das Mädchen soll jedoch zunächst nach dem Namen ihrer Mutter und anschließend nach einem Passwort gefragt haben, das sie mit ihren Eltern vereinbart hatte. Da der Mann beides nicht wusste, rannte das Mädchen weg. Zuhause schilderte die Grundschülerin das Geschehen. Die Mutter informierte sofort die Polizei.

Die Beamten nahmen den Fall und die Beschreibung des Mannes auf. Blond soll er gewesen sein. Der Wagen sei schwarz gewesen, mit einem weißen Dach, berichtete das Mädchen der Polizei. Der Vorfall soll sich auf der Konrad-Adenauer-Straße etwa 100 Meter von der Grundschule entfernt an der Einmündung der Zehnthofstraße ereignet haben. In der Zwischenzeit wurde der Fall auch in Sozialen Netzwerken im Internet bekannt. Dort wurde unter anderem behauptet, dass es in jüngster Vergangenheit zu ähnlich gelagerten Fällen gekommen sei. Dies kann Polizeisprecherin Petra Wienen nicht bestätigen: „Uns sind keine weiteren Vorfälle dieser Art bekannt.“ Die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Die Schilderung der Achtjährigen werde man sehr ernst nehmen, betonte sie.

Präventionsabteilung wird tätig

Aus juristischer Sicht liegt in Dürwiß kein Straftatbestand vor. Bei einem solchen Ereignis wird vor allem die Präventionsabteilung der Polizei tätig. Sie will Eltern und Kinder aufklären, wie man sich in solchen Fällen zu verhalten hat. Auch zur Grundschulleitung in Dürwiß will man Kontakt aufnehmen. Die Sache mit dem Passwort sieht Petra Wienen zum Beispiel sehr skeptisch: „Am besten ist es, dass Kinder gar nicht mit fremden Personen sprechen.“ Man solle die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein so stärken, dass sie mit einem klaren Nein antworten und weitergehen. „Ein Kind darf und soll das Gespräch mit einem Unbekannten verweigern dürfen“, sagt die Polizeisprecherin. All diese Aspekte werden von der Polizei in der üblichen Präventionsarbeit an Schulen angesprochen. Der Bezirksbeamte der Polizei wird dennoch nun häufiger an der Dürwisser Schule zu sehen sein.

Auch die Lehrer der Schule haben reagiert und die über 270 Grundschüler in allen Klassen am Dienstagmorgen im Unterricht sensibilisiert. „Wir haben den Kindern unter anderem nochmals gesagt, dass sie am besten in Gruppen auf dem Schulweg unterwegs sind“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Ruth Rickes. Ob es darüber hinaus noch weitere Veranstaltungen geben wird, stand am Dienstag noch nicht fest. Das Thema sei ohnehin immer wieder Bestandteil des Unterrichts, teilt sie mit. Einen konkreten Anlass dafür habe es nach dem Wissen der Schulleitung in der nahen Vergangenheit jedoch nicht gegeben. Nun werde man jedoch besonders die Augen offen halten.

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