KG Röher Onjekauchde: Auch „ein bisschen Prinz“

Elferrat und Publikum bereiten sich vor : Röher Onjekauchde ist auch „ein bisschen Prinz“

Eine restlos ausverkaufte Veranstaltung in einer „rappelvollen Hütte“ bei einer Gesellschaft, die diese Session auch „ein bisschen Prinz ist“: So lässt sich die Kostümsitzung der KG Onjekauchde Röhe am Samstagabend zusammenfassen.

In der Mehrzweckhalle in Röhe kam das Publikum der Onjekauchde in den Genuss eines hochkarätigen Programms, das neben eigenen Kräften auch Stars aus dem Kölner Karneval bot.

Prinz Paulo I. ist inaktives Mitglied in der KG Onjekauchde. Dies verriet Präsident René Schönenborn zum Beginn der Kostümsitzung. Genau genommen ist der amtierende Narrenherrscher der Indestadt außer bei den Blauen Funken Eschweiler auch tatsächlich nur in dem Röher Verein und sonst keiner weiteren Eschweiler KG Mitglied, wie er später selbst gestand. Um den Umstand zu ehren, dass die Onjekauchde so auch „ein bisschen Prinz“ sei, baten René Schönenborn und der Elferrat der Onjekauchde das Publikum um Mithilfe und übten zusammen mit diesen ein paar Bewegungen des Tanzes von Paulo und Pedros Kegelclub „Bit Boys“ zu deren portugiesischen Klängen. Bis sie das Einstudierte anwenden konnten, mussten sich die Mitglieder der Onjekauchde und ihr Publikum aber noch etwas in Geduld üben.

Normalerweise eröffnet Tanzmarie Michelle Schumacher die Kostümsitzung der Onjekauchde. Verletzungsbedingt wurde sie an diesem Abend stattdessen von Jugendmariechen Lena Schmalbrock vertreten. Ihr schloss sich die Männertanzgarde oder die „gelenkigsten Männer von Röhe“, wie Präsident René Schönenborn sie nannte, an.

Das Trommler- und Pfeiferkorps Röhe nahm das Publikum bei seinem Bühnenspiel unter anderem mit zum „Wolkeplatz“, bevor Carolina Jakob und Nico Breuer als Jugendtanzpaar zum ersten Mal gemeinsam über die Bretter flogen. Für ihren synchronen und akrobatischen Tanz ernteten sie großen Applaus. Auch Präsident René Schönenborn gefiel die Darbietung so gut, dass er sie zum großen Tanzpaar der Onjekauchde beförderte.

Auch andere Mitglieder der Onjekauchde wurden im Anschluss geehrt. So zeichnete Schönenborn Astrid Drexler für elf Jahre Mitgliedschaft mit der silbernen Nadel der Gesellschaft aus. Für 22 Jahre Treue zum Verein erhielten Yvonne Söndgen und Tanja Schönenborn-Herrmanns die goldene Nadel der Onjekauchde. Margot Söndgen und Ehrenpräsident Albert Schönenborn wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Aufgrund ihrer besonderen Verdienste um die Onjekauche zeichnete Schönenborn überdies Michelle und Denise Schumacher, Lea Pfeiffer und Linda Drexler mit dem BDK-Tanzsportorden in Gold aus.

Jonas Wintz schlüpfte als „Penner von nebenan“ auch noch in die Rollen seiner „Konkurrenz“: Hier zum Beispiel das Scharwachmüsje René Külzer. Foto: Sandra Ziemons

Als nächsten Programmpunkt empfing Präsident René Schönenborn einen guten Freund: Prinz Paulo I. mit seinem Zerem Pedro und Gefolge. Wie zuvor eingeübt präsentierten Schönenborn, Elferrat und das Publikum der Tollität den portugiesischen Tanz. Präsident und Elferrat trugen dabei sogar selbstgebastelte Paulo-Masken. „Ich sehe mich gerade häufiger hier“, sagte Paulo zur Begrüßung. Natürlich plauderte der Prinz auch aus dem Nähkästchen seiner Freundschaft mit Schönenborn. So habe sein Vorgänger im Prinzenamt noch Geschenke aus der Amtszeit teilweise noch verpackt in einer Garage stehen. Deswegen hatte die amtierende Tollität ein besonderes Geschenk für seinen Amtsvorgänger: Das Original-Kennzeichen des Prinzenfahrzeugs aus der Session 2016/17 – „noch mit dem echten Fliegendreck“. Selbstverständlich hatte das Prinzengespann auch dem Publikum etwas mitgebracht: Das Prinzenlied „Laut un kunterbunt“ sowie das Kinderlied „5 kleine Blaue Funken“.

Die Onjekauchde und ihre Gäste revanchierten sich mit viel Applaus. Zudem überreichte René Schönenborn überreichte spanischen Wein von seinen eigenen Reben. „Die Spanier machen ohnehin besseren Wein als die Portugiesen“, scherzte Schönenborn. Als Anspielung auf Paulo und Pedros Berlin-Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel flog kurze Zeit später ein Blumenstrauß von der Bühne – und direkt in die Arme von Komiteepräsident Norbert Weiland. Schließlich hatte die Bundeskanzlerin Tage zuvor nach einer begleitenden Prinzessin Paulos gesucht, um ihr einen Blumenstrauß zu überreichen. Mangels Prinzessin erhielt in Berlin Norbert Weiland die Blumen und so nun auch in Röhe.

Mit den Tanzmariechen und Tanzpaaren des Eschweiler Karnevalskomitees zog dann eine Augenweide in den Saal. Als „Penner von nebenan“ berichtete Jonas Wintz, wie er den Job als Redner bei der Onjekauchde erhalten habe: Im Rahmen eines Castings zu „DOSNRFNDS“ – De Onjekauchde sucht ne Redner für nach de Sitzung. Wintz ahmte dabei seine Konkurrenz nach: „Den Inbegriff der Zoterei“ Ne Jung uss em Leeve (Peter Deutschle), „das lebendigste Glitzersakko im Eschweiler Karneval“ Der Lange (Alfred Wings), „das charmanteste Waschweib der Eschweiler Fastelovend“ Et Breetmuul vam Bersch (Stefanie Büscher) und viele weitere Comedy-Kollegen. Am Ende sei der Onjekauchde doch nichts anderes übriggeblieben, als das letzte zu nehmen, was der Eschweiler Karneval zu bieten hat: „Was soll ich sagen, hier bin ich!“, sagte Wintz.

Nach dieser besonderen Attacke auf die Lachmuskeln brachte die KG Eefelkank Hastenrath als Gastgesellschaft ein Programm aus Tanz und Musik mit. Die Brass-Els-Kapelle spielte und Eefelmarie Lea Engels, die Killewittchen Kompanie und das Gemeinschaftstanzpaar Sophia Miessen (Eefelkank) und Manuel Willms (KG Garderegiment Weiß-Rot) brachte mit ihren Tänzen die Bühne zum Beben. Die Eschweiler Band „Bohei“ sorgte zu später Stunde nochmal richtig für Stimmung. Nach dem Ohrenschmaus folgte mit dem „Traum in Rot-Weiß-Grün“, der Husarentanzgarde der Onjekauchde. 

In Gelb und Schwarz zog außerdem die KG Stadtwache Oecher Börjerwehr ein. Auch die zweite Gastgesellschaft, die Tanzgarde Jeck Bläck Jeäl-Ohs begeisterte das Publikum. Mit dem Auftritt der „Kölsche Adler“ fand die Kostümsitzung einen weiteren Höhepunkt.

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