Berrschroth: KG Prinzengilde Bergrath: Von der „Jael Bajaasch“ zur Großen Wache

Berrschroth : KG Prinzengilde Bergrath: Von der „Jael Bajaasch“ zur Großen Wache

Die KG Prinzengilde Bergrath zauberte zu ihrem 70. Geburtstag ein buntes Programm auf die Bühne. Am 15.11.1947 wurde die Prinzengilde „geboren“, damals mit ungefähr 50 Mann, heute darf sich der Verein an über 350 Mitgliedern erfreuen — sehr zur Freude von Präsident Udo Mondry.

Die Jugend machte den Anfang. „Was hier oben steht, ist das, was einen Verein ausmacht“, gab er stolz das Mikrofon an seine Kinderpräsidentin Lorena Breyer weiter, die durch das kleine Programm führte. Die „Jael Bajaasch“ war ein Augenschmaus für den ganzen Saal. Die kleinen Tänzer zeigten ihr Können und bekamen dafür tosenden Applaus. Kinderpräsidentin Lorena kündigte dann ein echtes Highlight des Abends an, denn die Solisten des kompletten Vereins, also alle Tanzpaare und Mariechen von Bambini über Jugend bis zu den Erwachsenen, hatten ein Medley zum 70. Geburtstag einstudiert. Doch nicht nur dafür war die Überraschung gedacht, sondern auch zu Ehren des 1. Vorsitzenden Michael Scholl, der an diesem Abend verabschiedet wurde.

Die Showtanzgruppe „Op Zack“ zeigte ihr tänzerisches, sowie akrobatisches Können zum Thema „Himmel und Hölle“. Foto: Jacqueline Winkler

Anschließend gab es einen „Ohrenschmaus“, wie Präsident Udo Mondry ihn nannte. Und damit hatte er nicht unrecht: Die Regimentskapelle unter der Leitung von Regimentsstabskapellmeister Franz-Peter Frings gab einige Lieder zum Besten.

Dann standen Ehrungen an. Für 33 Jahre Mitgliedschaft wurden Heinz Fiedler, Rudi Gradel und Yvonne Laws ausgezeichnet. Vier sehr aktive Mitglieder, die jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen bekamen den silbernen Stern verliehen: Josef Baumann, Thomas Federau, Rudolf Klaes und Stefani Jelic.

Weiter ging es mit der Eschweiler Scharwache. Präsident Simon Hendriks freute sich sehr, dass sie Teil der Geburtstagsfeier sein durfte. Sie startete ihr Programm mit dem traditionellen „Stippeföttchen“ und „Die Fott zum Stippeföttchen“. Tanzpaar Eva Gruppe und Sebastian Plönnes sind in dieser Session auf einer Abschiedstournee. An diesem Abend hatten sie ihren letzten Auftritt und konnten leider nicht tanzen, weil Tanzoffizier Sebastian verletzt ist. Doch der Regimentsspielmannszug Grün-Weiß Lohn unter der Leitung von Thomas Graff gab eine kleine Hommage an die beiden zum Besten. Darauf folgte der Gardetanz der Scharwache.

Hochkarätiges Programm

Weiter ging es in diesem hochkarätigen Programm mit der Großen Wache der Prinzengilde. Marketenderin Anna Bamberger machte den Anfang, dann ging es weiter mit der Männertanzgarde. Danach zeigte Tanzmarie Anna Tümmler ihr Können und auch die Regimentstöchter stellten ihre bravouröse Leistung unter Beweis. Zum Schluss tanzte das Tanzpaar Melina Münstermann und Sebastian Kemper und auch die beiden begeisterten das Publikum. Nach dieser Leistung der Großen Wache wurden Tessa Cremer und Sabine von Wirth verabschiedet, die in ihrer letzten Session tanzten.

An diesem Abend gab es noch weitere Ehrungen. Das Eschweiler Karnevalskomitee betrat die Bühne und Norbert Weiland, Präsident des Komitees, zeichnete zunächst Sven Mansfeld, Matthias Klaus, Roger Bredohl, Timo Kowalewski und Ulrike Vogel-Wittemann mit dem 1.-Klasse-Komitee-Orden aus. Gerd Schiffer, ein Urgestein der Prinzengilde, wurde an diesem Abend mit dem silbernen Stern des Karnevalskomitees ausgezeichnet. Franz-Peter Frings wurde für sein Tun im Eschweiler Karneval mit dem goldenen Stern ausgezeichnet. Michael Schröder bekam an diesem Abend die höchste Auszeichnung des Komitees: Die Gesellschaft bedankte sich bei ihm mit dem BDK-Verdienstorden in Gold mit Brillanten.

Im Anschluss ehrte Präsident Udo Mondry auch noch Mitglieder seines Vereins. Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrte er Rudolf Bertram und Michael Schröder für sein aktives Engagement. Außerdem wurde Günter Spitz zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er war nicht nur zehneinhalb Jahre Kommandant, sondern auch 13 Jahre Präsident.

Nachdem die Ehrungen abgeschlossen waren, gab es erstmal etwas für die Lachmuskeln des Publikums. Herr Sch-a-mitz betrat die Bühne und plauderte ein bisschen aus dem Nähkästchen. Nicht nur über Präsident Udo Mondry, sondern auch über seine Frau erzählte er ein paar Geheimnisse.

„Jetzt kommt das, worauf wir den ganzen Abend gewartet haben“, kündigte Mondry den nächsten Programmpunkt an. Prinz Patrick I. und Zeremonienmeister Michael warteten schon auf ihren Einlass. Doch dieses Mal mussten sie nicht selbst zur Bühne gehen, sondern wurden in einem selbstgebauten Wagen nach vorne gebracht. Der Prinz war davon so begeistert, dass er den vier Männern, die diesen Wagen extra für ihn gebaut hatten, erstmal den Prinzenorden verlieh. „Ich will nicht wissen, wie viel Arbeit das war, um mich 20 Meter bis hierhin zu schieben.“ Und dann wurde — wie könnte es anders sein — das Zelt gerockt.

Komitee-Tanzpaare

Anschließend betraten die Komitee-Tanzpaare, unter anderem das Tanzpaar der KG Prinzengilde Bergrath, sowie die Mariechen die Bühne und zeigten ihr einzigartiges Können.

Danach legte das Publikum erstmal wieder eine Verschnaufpause ein, denn der Kölner Landmetzger brachte etwas für die Lachmuskeln mit. Doch so ruhig wurde es nicht, denn kurz nach seinem Programmbeginn flossen schon bei einigen Lachtränen. Er sang Lieder über seine Schwiegermutter, über den Hund vom Nachbarn oder redete von prominenter Kundschaft. Er erzählte von Reiner Calmund und ob bei ihm demnächst im Internet „Ernährungsberater“ stehe, wenn bei Michelle dort „Sängerin“ angegeben sei. Er entführte das Publikum nach Woodstock 1969 und auf die Bühne zu Joe Cocker und er sang als Jogi Löw den WM-Song.

„Hier kommt das Aushängeschild im Showtanz des Vereins“, kündigte Präsident Udo Mondry die Showtanzgruppe „Op Zack“ an, die jedes Jahr mit einem neuen Motto glänzt. In diesem Jahr war die Gruppe in „Himmel und Hölle“ gespalten und zeigte eine phänomenale akrobatische und tänzerische Leistung.

Kurz vor Ende der Sitzung gab es dann noch einen Abschied, denn Michael Scholl, für den die Solisten am Anfang schon getanzt hatten, verlässt den Geschäftsführenden Vorstand und geht „in den Ruhestand“. Er war seit 2010 Vorsitzender und hatte immer Spaß gehabt, sowie lag ihm das „Wir“ am Herzen.

Zum Schluss brachten „Die Indesingers“ nochmal richtig Stimmung in den Saal. Die Gäste tanzten, schunkelten und sangen ausgelassen mit und beendeten somit ein tollen, närrischen Abend.

(jw)