Eschweiler: Kein blaues Blut aus prinzlichen Adern

Eschweiler : Kein blaues Blut aus prinzlichen Adern

Stefan Franzen war selbst gespannt, was denn nun genau aus seinen Adern kommt. Als kommender Prinz Stefan I. stattete er zusammen mit seinem Zeremonienmeister Dieter Braun und dem Prinzenstab kurz vor Weihnachten dem St.-Antonius-Hospital einen Besuch ab.

Als dritter Prinz Karneval spendete er Blut bei der Spendenaktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Nachdem der designierte Prinz der Rote-Funken-Artillerie den Fragebogen ausgefüllt und die medizinische Voruntersuchung problemlos hinter sich gebracht hatte, kam die Stunde der Wahrheit.

„Ich mache das zum ersten Mal”, gab der zukünftige Narrenherrscher unumwunden zu. Doch mit Norbert Weiland an seiner Seite, dem alten Spendenhasen und Präsidenten des Eschweiler Karnevalskomitees, schritt Stefan Franzen zum Stuhl. Ein kurzer Pieks, dann steckte die Nadel in seiner Vene. Und „überraschenderweise” kam auch beim kommenden Prinz Karneval 2009 rotes Blut aus den Adern, wenngleich der eine oder andere Beobachter zartblaue Nuancen im adeligen Lebenssaft gesehen haben wollte.

Im Beisein des geschäftsführenden Vorstandes des Hospitals, Elmar Wagenbach, und des Vorsitzenden des Ortsvereins des Roten Kreuzes, Ulrich Dreiner, spendete der designierte Prinz innerhalb weniger Minuten 500 ml Blut. „Das steht spätestens am 1. Weihnachtstag schon zur Verfügung”, klärte Heinz Kapschak auf.

Der stellvertretende Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des DRK-Blutspendedienstes West weiß, dass Blutspenden sehr wichtig sind und Leben retten können. „An normalen Tagen werden in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf zwischen 1200 und 1500 Konserven gebraucht”, nannte Kapschak Zahlen. Gerade vor Feiertagen, wie sie jetzt über Weihnachten anstanden, ist es besonders wichtig, dass genügend Konserven vorhanden sind, um den Bedarf zu decken. Daher waren die Verantwortlichen froh, auch an diesem Tag wieder rund 90 Spender im Krankenhaus begrüßen zu dürfen.

Für den zukünftigen Prinz Stefan I. und seinen Zeremonienmeister Dieter war der Besuch für den guten Zweck eine interessante Erfahrung. Nun können die beiden über den Jahreswechsel ein letztes Mal durchatmen, bevor spätestens mit der Prinzenproklamation am 17. Januar endgültig die Zeit der Narren beginnt.

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