Eschweiler-Dürwiß: Karnevalskomitee: Manni Wienands und Dieter Wolf sagen Adieu

Eschweiler-Dürwiß : Karnevalskomitee: Manni Wienands und Dieter Wolf sagen Adieu

Gleich mehrfach erhoben sich am Mittwochabend die Teilnehmer der Jahresschlusssitzung des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler von ihren Sitzen in der Festhalle Dürwiß, um stehend zu applaudieren und damit schlicht und einfach „Danke“ zu sagen: Denn mit Manfred Wienands und Dieter Wolf nahmen gleich zwei Urgesteine und „Veteranen“ Abschied aus dem Geschäftsführenden Komitee.

In ihre großen Fußstapfen treten René Costantini als Vizepräsident sowie Karl-Heinz Kamm als zukünftiger Prinzenführer. Beide wurden von der Versammlung einstimmig gewählt. Darüber hinaus wurden Präsident Norbert Weiland, Vizepräsident Walter Münchow, Geschäftsführer (Zekretär) Harald Ripp sowie Schatzmeister Christian Wolny in ihren Ämtern bestätigt.

Stabübergabe: Manfred Wienands (links) und Dieter Wolf (rechts) nahmen Abschied aus dem Geschäftsführenden Komitee. René Costantini (2. v. r.) tritt die Nachfolge als Vizepräsident an, Karl-Heinz Kamm fungiert in Zukunft als Prinzenführer.

Der Antrag der Gesellschaft „De Jecke Boure vam Patterehoff e. V.“ auf Aufnahme in das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler erhielt dagegen nicht die notwendige Dreiviertel-Mehrheit. 37 der 50 stimmberechtigten Mitglieder stimmten für den Antrag. Somit fehlte den „Jecke Boure“ eine einzige Stimme. Zum Abschluss der Jahresschlusssitzung präsentierte der Vorstand das Motto der kommenden Session, in der nicht zuletzt der 8x11-jährige Geburtstag des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler im Blickpunkt stehen wird: Unter der Überschrift „88 Joare zesamme stonn“ fällt der Startschuss (spätestens) am Elften im Elften.

„Os Fastelovend“

„Einer alleine ist nichts. Nur durch Zusammenarbeit läuft ‚os Fastelovend“ so, wie sie läuft“, erklärte Norbert Weiland und läutete damit emotionale Worte in Richtung zweier Männer ein, die in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten zu den Garanten des hohen Ansehens gehörten, die die Eischwiele Fastelovend weit über die Grenzen der Indestadt hinaus genießt. „Nahezu auf den Tag genau vor 23 Jahren, nämlich am 9. Juni 1995, wurde Manfred Wienands in das Geschäftsführende Komitee gewählt“, blickte der Komitee-Präsident bis in das vergangene Jahrtausend zurück.

Ein ruhender Pol innerhalb des Komitees sei der Vollblut-Narrenzünftler zwar nicht immer gewesen, doch mit seiner Energie habe Manfred Wienands vieles bewegt. „Du warst stets mit Freude und Eifer bei der Sache. Dein Organisationstalent sowie deine Fähigkeiten, etwas zu installieren oder zu besorgen waren unverzichtbar. Zum Wohle des Eschweiler Karnevals war dir kein Weg zu weit. Egal, ob innerhalb der Indestadt, in Richtung Wattrelos oder auf Ebene des Bundes Deutscher Karneval.

Schweren Herzens akzeptieren wir deine Entscheidung, nicht mehr für das Amt des Vizepräsidenten des Geschäftsführenden Komitees zu kandidieren. Ich persönlich danke dir für dein Engagement als Freund und Weggefährte“, schloss Norbert Weiland seine Ausführungen, denen sich Ovationen seitens der Versammlung sowie der von Ehrenrats-Sprecher Hans-Peter Schnitzler vorgetragene und einstimmig angenommene Antrag, Manfred Wienands zum Ehrenmitglied des Eschweiler Karnevalskomitees zu bestimmen, anschlossen.

Anfangs umstritten

Unmittelbar danach widmete sich Norbert Weiland dem nun ehemaligen Prinzenführer Dieter Wolf, der dieses Amt seit dem 8. Juni 2005 innehatte. „Damals wurde ein neuer Posten erschaffen, den manche als dringend notwendig erachteten, der bei anderen aber zunächst höchst umstritten war“, machte der Komiteepräsident deutlich. Dieter Wolf habe seinen „Job“ also quasi „unter Beobachtung“ angetreten.

Sein großer Erfahrungsschatz, unter anderem als zweifacher Prinzenführer innerhalb seiner Narrenzunft Pumpe-Stich, habe sich schnell bezahlt gemacht. „Im Jahr 2006 feiertest du als Komitee-Prinzenführer von Dirk I. deine Premiere und standest seitdem jedem indestädtischen Narrenherrscher mit Rat und Tat zur Seite. Dein Wort hatte stets Gewicht. Dank dir ist die Prinzengestellung für alle Gesellschaften wesentlich einfacher geworden“, lobte Norbert Weiland. Im Jahr 2009 wurde der Prinzenführer schließlich vollwertiges Mitglied des Geschäftsführenden Komitees. „Dieter Wolf ist verantwortlich, dass das Amt des Prinzenführers nicht mehr aus dem Eschweiler Karneval wegzudenken ist!“

Zuvor hatte Geschäftsführer Harald Ripp einen Parforce-Ritt durch die vergangene „Grenzenlos Jeck“-Session mit Prinz Patrick I. und Zeremonienmeister Michael an der Spitze unternommen. Dabei wurden auch diejenigen, die in den zurückliegenden Monaten diese Welt verlassen haben, keinesfalls vergessen. Zu Ehren der Verstorbenen, darunter Paul Bonn und Dr. Franz Jansen, erhob sich die Versammlung von ihren Plätzen und gedachte in Stille.

Danach standen Prinzenwahl, -kürung und -proklamation, „Erbsensuppe satt“, unzählige Sitzungen und Empfänge, die wahrlich „tollen Tage“ des Straßenkarnevals samt beachtlichem Treck am Rosenmontag, bei dem sogar Petrus (zum Glück nur kurz) Konfetti habe schneien lassen, ausführlichst im Blickpunkt. Schatzmeister Christian Wolny berichtete von einer zufriedenstellenden Kassenlage und lobte die Spendenfreudigkeit zahlreicher Fastelovend-Unterstützer, machte aber auch deutlich, dass bei geringerer Spendenfreudigkeit das Ergebnis recht schnell ins negative abrutschen könne.

Bürgermeister Rudi Bertram, der zum zwischenzeitlichen Versammlungsleiter gewählt worden war, hob vor der Wiederwahl des Präsidenten das soziale Engagement und die soziale Kompetenz zahlreicher im Karneval aktiver Indestädter hervor.

Anforderungen erfüllt

In der Schlussphase der Sitzung stand dann die beantragte Erweiterung des Komitees auf 23 Gesellschaften auf der Tagesordnung: Nachdem „De Jecke Boure vam Patterehoff e. V.“ ihren Antrag auf Aufnahme vor einem Jahr zurückgezogen hatten, sei am 24. Januar die erneute Bewerbung eingegangen. Alle satzungsgemäßen Anforderungen zur Aufnahme seien seitens der Gesellschaft erfüllt worden, teilte Norbert Weiland den 50 Stimmberechtigten mit.

So bestehe der Verein unter anderem seit mehr als sechs Jahren und befinde sich seit mehr als drei Jahren in der Obhut der Patengesellschaft Röthgener Garde. Bei der anschließenden geheimen Wahl stimmten dann 37 Personen für die Aufnahme der Gesellschaft. 38 Ja-Stimmen wären notwendig gewesen.

Mit der Vorstellung des Mottos der Session 2018/2019 fand die Schlusssitzung des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler ihr Ende. Doch nach der Session ist vor der Session: So forderte Harald Ripp die Vereinsverantwortlichen auf, innerhalb ihrer Gesellschaften das Für und Wider eines früheren Startschusses des Rosenmontagszuges um 11.11 Uhr zu diskutieren.

Und schon am Dienstag, 19. Juni, steht Grundsätzliches zur Debatte. An diesem Tag beginnt um 19 Uhr im Ratssaal des Eschweiler Rathauses eine Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Karneval — ein Stück Heimat mit Zukunft?“, an der unter anderem Norbert Weiland als Diskutant teilnehmen wird.

(ran)
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