Eschweiler: Karneval und Jazz - das passt

Eschweiler: Karneval und Jazz - das passt

Reichlich Brass im Rathaus: Fats von Gerolstein alias Dr. Klaus Lumma setzte mit seiner „Renew Brass Band” schon mal ein lautstarkes Ausrufezeichen! Musik wehte direkt aus den Straßen von New Orleans in die Sitzungsräume der Verwaltung.

Grund des Gute-Laune-Auftritts der Brass-Kapelle: Das mit der Band verbundene Eschweiler Jugendprojekt „Jazz & Street Academy” wird in der Session 2009/2010 vom „Närrischen Pflegefestival” unterstützt.

„Das ist genau das Richtige!”, war denn auch Manfred Wüller direkt Feuer und Flamme. Der Sprecher der Veranstaltungsgemeinschaft „Närrisches Pflegefestival” lädt am 28. Januar bereits zur 15. Auflage des jecken Treibens für den guten Zweck ein.

Ihm zur Seite saß im Rathaus nicht nur Sitzungspräsident Dagobert Königs, sondern auch Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram. Der übernimmt die Schirmherrschaft des Pflegefestivals und bekam von Wüller gleich mal den Hinweis: „Denken Sie dran: Bei uns herrscht Kostümzwang!”

Kein Problem, beruhigte der Verwaltungschef, der ja schließlich aus einer Narrenhochburg stammt. „Karneval ist das, was die Menschen in unserer Stadt am meisten bewegt.” Vom Säugling bis zum Senior wird hier das Brauchtum gelebt. Und noch etwas gehört indeauf- und abwärts und auch andernorts in der Städteregion dazu: Beim Feiern denken viele stets an andere. Entweder an solche, die Hilfe brauchen oder eben jene, die sich für eine gute Sache einsetzen.

Soziale Brennpunkte

Ein solcher Mensch ist Fats Lumma. „Jazz ist sein Leben”, weiß Bertram. Der Musiker fragte vor anderthalb Jahren einmal: „Was kann ich für die Stadt tun?” Gemeinsam war schnell die Idee einer Eschweiler Jazz & Street Academy geboren. Die Umsetzung dauerte dann eine Weile, Fats konnte es gar nicht schnell genug gehen und seit einiger Zeit nun läuft das Projekt und hat bereits viele Partner und einiges an Aufsehen erregt.

Der Gedanke dahinter: Man möchte Jugendliche, gerade auch aus sozialen Brennpunkten, an die Musik und den Jazz heranführen. „So tragen wir zur sozialen Stabilität bei”, so die einhellige Meinung der Musiker. 15 Mann in weißen Hemden waren es am Dienstagabend, die den einzigartigen Mississippi-Flair ins Rathaus zauberten.

Junge und musikalisch jung gebliebene Blasmusiker und Trommler haben sich bisher zur Renew-Brass Band zusammengefunden, einer Straßen-Jazzband im Stil von New Orleans. Aufsuchende beziehungsweise zugehende Jugendarbeit steckt dahinter, ein Konzept, wie es seit Jahren an der Inde mit der Mobilen Jugendarbeit umgesetzt wird. Das ursprünglich für Eschweiler vorgesehene Projekt wird nun im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit auch auf das Gebiet der „Sozialen Stadt - Stolberg-Velau” ausgeweitet.

Normalerweise, so Manfred Wüller bei der Vorstellung, präsentiere man das „Närrische Pflegefestival” stets kurz vor dem 1. Advent. „Das hat dieses Mal nicht ganz geklappt”, überreichte er dennoch die ersten Orden an Bertram und Lumma.

Und ab sofort herrscht nun die Vorfreude, zunächst aufs Weihnachtsfest, dann auf eine tolle Veranstaltung im Januar und schließlich auf einen warmen Geldregen für die Eschweiler Jazz & Street Academy.