Abschlussitzung : Karneval-Komitees lassen die vergangene Session Revue passieren

Abschlussitzung : Karneval-Komitees lassen die vergangene Session Revue passieren

Optimismus, eine Enthüllung, aber auch ernste Worte – die Abschlusssitzung des Karnevals-Komitees ließ die vergangene Session und das Geschäftsjahr Revue passieren, während die Weichen für die kommende schon gestellt sind. Im hohen Norden fanden sie sich diesmal zusammen, die hohen Räte des Karnevals-Komitee der Stadt Eschweiler.

Dazu gehören nicht nur die sechs Herrschaften der Geschäftsführung, sondern auch und vor allem die Karnevalsgesellschaften, die durch die Präsidenten und Vorsitzenden vertreten wurden, und das Prinzengespann.

Letzteres hatte zwar sein Ornat schon längst abgelegt, dennoch ließen es sich die Gebrüder Paulo und Pedro Mendes nicht nehmen, noch einmal Danke zu sagen für die konstante Rückendeckung in allen Sälen, eine Saalrunde im Loft des Gasthof Rinkens zu schmeißen und zur Suppe zu laden.

Was aber im Mittelpunkt stand, waren die Berichte von Zekretär Harald Ripp und Schatzmeister Christian Wolny. Während Ersterer über die Karnevalssession 2018/2019 resümierte, zog Wolny kalkulatorisch über das Kalenderjahr 2018 Fazit. Nachdem Präsident Norbert Weiland zunächst neben den ordentlichen Stimmberechtigten, auch Ehrenmitglieder, und Politk begrüßt hatte, folgten die bilanzierenden Ausführungen

Es schien alles im Lot, wie zuerst Harald Ripp den Eindruck vermittelte: „Das karnevalistische Jahr kannte auch nach Aschermittwoch keine Pause.“ Die Zeit des närrischen Notstandes wurde mit Events wie Sommer- und Oktoberfesten überbrückt, eine gemeinsame Veranstaltung mit benachbarten Verbänden klärte über den Datenschutz in Vereinen auf. Hohe Konzentration lag in den vergangenen Monaten auf das Jubiläum des Komitees selbst, Acht mal elf Jahre lautete auch das Sessionsmotto, das im Januar mit dem Jubeltag in drei Akten mit Gänsehaut-Momenten zelebriert wurde. Dem gingen unzählige Zusammenkünfte in Arbeitstreffen und mit verschiedensten Akteuren voraus. Höhepunkte waren abermals Prinzenwahl, -Kürung und –Proklamation und der Elfte im Elften, der wegen der terminlichen Überschneidung gemeinsam mit der Jupp-Karduck-Gesellschaft gefeiert wurde.

Das Eschweiler Karneval-Komitee stellte bei der Abschlussitzung auch Weichen für die kommende Session. Foto: Manuel Hauck

Nach über 80 Veranstaltungen in knapp sechs Wochen im neuen Jahr war der Karneval in den Sälen erneut ein kunterbuntes Treiben, von Pumpe bis Lohn, von Röthgen bis Weisweiler. Und nicht zuletzt nahm der Straßenkarneval an Fahrt auf – Ungewissheit herrschte bis zum Schluss, ob und in welcher Form der Rosenmontagszug aufgrund der Wetterlage stattfinden würde. „Er war eine Mammut-Aufgabe mit den Verwaltungs- und Sicherheitskräften, die gestemmt wurde.“ Ripp lieferte einen Bericht, der in diesem Rahmen bei weitem nur ein Schlaglicht auf das werfen konnte, was schließlich mit der jecken Pilgerfahrt nach Wattrelos endete.

Änderungen für die kommende Session wurde nur eine verkündet. Der Rosenmontagszug wird weiterhin um 12 Uhr beginnen, sein Schlusslicht bildet aber die jeweils aktuelle prinzenstellende Gesellschaft und nicht wie bisher die KG, die das Prinzenpaar eine Session zuvor gestellt hatte.

Voll Feuer und Leidenschaft kündigte Weiland dann ironisch den Bericht seines Schatzmeisters Wolny an: „Im Kalenderjahr 2018 standen Einnahmen in Höhe von 53.708 Euro Ausgaben in Höhe von 53.597 Euro gegenüber. Der Spendenzufluss betrug gleich 6.000 Euro weniger als im Vorjahr, während durch das Komitee-Jubiläum einige einmalige Kosten dazukamen.“ Wolny hielt es kurz, nannte stichprobenartig besondere Posten von Einnahmen und Ausgaben. Die Kassenprüfung beanstandete nichts, die Geschäftsführung wurde in offener Abstimmung anschließend einstimmig entlastet.

Es war ein Abend des gegenseitigen Danks, nicht nur Dr. Heinz Jansen, der die Abstimmung zur Entlastung leitete, zeigte sich erkenntlich für den außerordentlichen Einsatz der Geschäftsführung – vor allem für die Neulinge denen man ihr junges Amt kaum angemerkt hätte. Darüber hinaus dankte auch Weiland seinem Team, führte fast wie bei einem Arbeitszeugnis aus, mit welch überaus gewissenhaften Engagement Aufgaben erledigt wurden.

Zwei Wahlen standen schließlich noch an. Günter Pesch rückte kurzerhand in die Kassenprüfung nach, während die Aufnahme eines jungen Vereins zur Abstimmung statt. „De jecke Boure vam Patterehoff 2011 e.V.“ wurden abermals nicht in das Komitee aufgenommen. 54 gültige Stimmen wurden gezählt, bei der vorgeschriebenen Drei-Viertel-Mehrheit waren 41 Fürstimmen nötig. Mit 39 Stimmen, die für, und 15 Stimmen, die gegen die Aufnahme votierten, scheiterte somit der Antrag demokratisch um lediglich zwei Stimmen.

Eine andere Debatte, ausgelöst von auffälligen Beiträgen in einem sozialen Netzwerk, wurde nicht öffentlich kommentiert. Man wollte die Sache erst einmal intern klären, um nicht Öl ins Feuer zu gießen, so Präsident Weiland in der Pause, während im Loft Suppe verspeist wurde und die Vorfreude auf das neue Motto stieg.

Den Laden zusammenhalten wollte auch Bürgermeister Rudi Bertram im Anschluss und schlug bei all dem Frohsinn, den Karneval zu bieten hat, ernste Töne an: „Ich bin stolz auf das, was wir mit dem Fastelovend in Eschweiler haben. Lasst uns solidarisch zusammenhalten, vor allem für die zukünftigen Generationen.“

Die kam ebenso bei dem Ausblick nicht zu kurz. Heinz-Peter Wiesen vom Citymanagement kündigte für die junge Generation eine jugendgerechte Veranstaltung am Wochenende des Elften im Elften an. Dort können sich die Kinder- und Jugendabteilungen der Karnevalsgesellschaften wie im Vorjahr auf dem Markt präsentieren. Die Organisation dafür übernimmt Wiesen.

Neben der Vorausschau auf Jubiläen wurde schließlich das besondere Bonbon präsentiert, das in der Session 2019/2020 wohl immer und immer wieder gekaut wird, das Motto. Bei 46 frei eingegangenen Ideen wählte die Jury den Vorschlag von Cindy Röben von der Röthgener Garde aus: „Jeal Steare op blaue Gronk - Eischwiele und Europa – mie han et jea bonk.“ Dieser Ruf, mit Toleranz und Offenheit zu leben und gegen Grenzziehungen, kam Präsident Weiland für sein Schlusswort ganz recht: „Probleme sind da, um gelöst zu werden.“

(mah)
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