Viele Kölner Künstler bei der dritten Karnevals-Party in Eschweiler

Karnevals-Party „Jede Jeck is anders“: Kölsche Stars baden im Konfetti-Regen

Konfettiregen überall – die zweite Hölle von Eschweiler scheint geboren. Dreimal und damit nun zur Tradition geworden ist eine Sitzung der anderen Art, passend zu ihrem Namen „Jede Jeck is anders“. In der dritten Auflage fand sich erneut eine proppenvolle und feierwütige Festhalle Dürwiß vor, in der sich über sechs Stunden lang ein Schaulaufen der kölschen Stars ereignete.

Von Daniel Koczyba veranstaltet, kam auch in diesem Jahr die Kostümsitzung gleich mehreren gemeinnützigen Zwecken und vor allem der finanziellen Förderung des heimischen Brauchtums Karneval zugute.

„Ach wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.“ So startete Moderator Marc Engelhardt das knapp sechs Stunden lange Sitzungsprogramm. Die anspruchsvolle Aufgabe, sich den erwartungsvollen und bunt kostümierten Jecken als Eisbrecher zu stellen, übernahm der Sohn des Kölner Rumpelstilzchen, Martin Schopps. Als Lehrer widmete er sich gekonnt den Sprachspielen der Schüler und schaffte es, mit Unmengen an kölschen Songzeilen die drei Phasen des kölschen Klüngels zu umschreiben. Als Zweiter ließ Jörg Jará als Bauchredner die Puppen tanzen: den griesgrämigen Senior Erwin und den Paradiesvogel Olga. Apropos paradiesisch, gesichtet wurde sie bereits im Foyer und nahm dann auch im Saal Platz. Wohin Dramaqueen Chantal dann jedoch entschwand, blieb ein Geheimnis.

Musik stand zweifelsohne im Fokus der Sitzung, denn bei drei Rede- und zwei Tanzbeiträgen, gingen sage und schreibe sechs Ensembles auf die Dürwisser Bühne. Die erste dieser Bands waren die Domstürmer mit Frontmann Micky Nauber, bekannt für seine energiegeladenen Bühnenshows. So übernahm er das taktgebene Zepter an den Drums, als es ihm mit „Tränen lügen nicht“ zu bunt wurde.

Erneut abgesagt hatte Markus Krebs. Entschädigt wurden die Gäste in Dürwiß mit einem echten Original. Hausmeister Krause, bekannt aus gleichnamiger Fernsehserie, war gekommen, wie er leibt und lebt. Mit seinen berüchtigten Zitaten, darunter „Alles für den Dackel“, sinnierte er über das Leben und schaffte es militärisch anmutend, dass die Kostümierten Liebesbekunden an den tierischen Vierbeiner, aber auch an das gegenwärtige Gegenüber aussprachen.

Da konnte auch Moderator Marc Engelhardt nicht widerstehen: Beim Finale mischte er sich unter die Funky Marys. Foto: Manuel Hauck

Ein bisschen Spaß darf sein, so auch beim Auftritt des Eschweiler Karnevalskomitees. Aber nicht die überwiegend älteren Herrschaften betraten die Bühne, sondern ihre Tanzmariechen und -offiziere. Besonders hervorgehoben wurde der Offizier der Prinzengilde, Sebastian Kemper, der gleich zwei neue Tanzpartnerinnen an seiner Seite hatte. Anlass dafür war der mehrmonatige berufliche Aufenthalt seiner eigentlichen Tanzmarie in Australien.

Kuhl un de Gäng waren einer der wenigen Wiederholungstäter auf dieser Sitzung. Nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal regnete es bei ihnen an diesem Abend Konfetti, sorgte die Nebelmaschine für den stimmungsvollen Dunst und die Pyrotechnik für Funkenfontänen. Versprüht wurde Partystimmung ebenfalls durch „Die Weisweiler“.

Der zweite tänzerische Beitrag am fortgeschrittenen Abend gestaltete die KG Narrengarde aus Dürwiß mit ihrem Gardeblock. Der neue und selbsternannte Kommandant Marc Engelhardt führte durch den kurzweiligen Auftritt, der vom Tanzpaar Teresa Getz und Philipp Martinett, Marketenderin Jana Godau mit ihrer Gewehrtanzgruppe und der gemischten Garde gestaltet wurde. Die Gäste erlebten, was es heißt, die Liebe zum Karneval in Uniform zu leben: „Zesammestonn“ für den eigenen Verein, aber auch für die Närrinnen vor der Bühne.

Im Anschluss folgte der offizielle Höhepunkt der Sitzung, denn das Ziel von „Jede Jeck is anders“ wurde nun im dritten Jahr in die Tat umgesetzt. Gemeinnützige Zwecke und das Brauchtum Karneval mit der Veranstaltung finanziell zu fördern, das gelang Daniel Koczyba dank der zahlreichen Sponsoren erneut. Die karitativen Einrichtungen setzten sich dieses Mal aus dem Verein Storchenbiss, dem Kinder- und Jugendzentrum St. Peter und Paul und dem Haus St. Josef zusammen. Die drei Institutionen erhielten jeweils einen Check in Höhe von 2500 Euro. Und auch das Karnevalskomitee konnte mit vollen Händen nach Hause gehen und bekam mit 11.111 Euro die höchste Summe ausgehändigt. Prinz Paulo I. war Zeuge dieser großzügigen Wohltat. Neben dem Sitzungssong, der von Christian Leuchter und Laura Wings dargeboten wurde, präsentierte der Prinz mitsamt seinem Gefolge sein Lied zum Schunkeln und ließ Hunderte Rosen regnen.

Die Kläävbotze und Querbeat verwandelten die Festhalle in einen Hexenkessel. Die Funky Marys sorgten für ein packendes Finale. Was am Ende der sechsstündigen Party blieb, war die Erkenntnis, dass man bei all den abgeschossenen Kanonen ohne Konfetti nicht ins Bett fiel.

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