Kostümsitzung der KG Ulk: „Hehlrather Jungs” geben nochmal Vollgas

Kostümsitzung der KG Ulk: „Hehlrather Jungs” geben nochmal Vollgas

Zu Beginn musste Mischa Bünten sich erstmal verabschieden: Die Festhalle Kinzweiler, in der der Präsident der KG Ulk Hehlrath mit seinen Vereinskameraden so oft rauschende Abende feierte, soll ihren „Charme der 70er Jahre ablegen” und modernisiert werden.

Das nahmen die Jungs und Mädels aus „Hähle” zum Anlass bei ihrer Kostümsitzung nochmal so richtig die Halle zum Beben zu bringen.

„Wir haben den Sparstrumpf geschröpft für ein wunderbares Programm”, versprach Bünten dem Publikum eingangs, das mit dem Bühnenspiel des Hehlrather Spielmannszugs auf einen bunten und langen Abend eingestimmt wurde. Überhaupt ist die Verbundenheit im Dorf der „Billa-Kuh” gut spürbar, wenn in Kinzweiler gefeiert wird. Spielmänner, Schützen, Karnevalisten, Feuerwehrmänner und Fußballer aus Hehlrath tummelten sich an den Tischen, worüber sich auch Vorsitzender Lars Hintzen freute: „Seit Langem können wir endlich wieder eine ausverkaufte Halle melden und sind stolz auf das tolle Programm!”

Da die tänzerische Fraktion der KG Ulk derzeit krankheitsbedingt stark dezimiert ist, gebührte es Kindertanzmarie Emily Gauer die Sitzung zu eröffnen und zeigte ihr Talent bei einem flotten Tanz unter den Augen des Elferrats, ebenso wie später die vierköpfige Tanzgarde, die sich tapfer der Herausforderung stellte und dafür umso mehr Applaus bekam.

Jeck wurde es im Anschluss mit einem echten Eschweiler Original, denn die Breedmuhl vom Bersch hatte den langen Weg aus Nothberg in ihren Geburtsort auf sich genommen, um dem Publikum von ihrer verrückten Busfahrt mit jeder Menge Gags zu erzählen.

Ohrenbetäubende Lautstärke: Brass on Spass bringt den ganzen Saal zum Mitsingen und Feiern. Foto: ZVA/Christian Ebener

Der nächste Auftritt war wohl jedem in der Halle schon bestens bekannt und kündigte sich selbst mit lauter Musik an: Brass on Spass zeigte einmal mehr, warum sie so eine beliebte Big Band sind – spätestens bei dem Partyhit „Cordula Grün” musste Sänger Chris fragen: „Müssen wir überhaupt noch singen?” Denn längst sorgte der Saal für ohrenbetäubende Lautstärke und zeigte sich selbstverständlich textsicher.

So musste Mischa Bünten erstmal für Ruhe nach dem konfettireichen Abschluss der Band sorgen, damit Dä Knubbelich vom Klingelpötz die Bühne entern konnte. Der Kölner Gefängniswärter präsentierte sich trotz seines Jobs alles andere als bierernst. Kein Wunder, schließlich will er ja endlich die „KG Lustige Scharfrichter” in seiner Heimat gründen. Nicht sein erstes Projekt, nachdem seine Karriere als Stabhochsprungtrainer im Gefängnis nicht lange währte – die trainierenden Insassen gingen ihm aus unerfindlichen Gründen stets schnell verloren...

Highlight des Abends

Ein absolutes Highlight des Abends bildete der kunterbunte Auftritt der Husarentanzgarde. Zwar nicht groß in der Anzahl, aber dafür umso mehr in Kreativität zeigten sich die Herren mit Marketenderin Steffi Hintzen. Nach ihrer klassischen Vorstellung, in der sie die Fahne des Tanzregiments präsentierten, kamen sie nach kurzer Wartezeit als „lebende Tote” zu Michael Jacksons Thriller zurück auf die Bühne. Mit Aufblasgitarren wurde zu Heinos Rockversion der schwarz-braunen Haselnuss abgerockt und dann war nichtmal Queens „I want to break free“ sicher vor den Husaren.

„Tänzerischen Höchstleistungssport” versprach Bünten direkt im Anschluss und lag damit goldrichtig, denn die Eschweiler Mariechengarde tanzte die Bühne heiß und zeigte, warum sie zum Besten gehören, was die Indestadt zu bieten hat.

Kabarettist Wolfgang Trepper schlug dann wieder ruhigere Töne an, zeigte aber warum er seit Jahren bei Veranstaltung wie dem Orden wider den tierischen Ernst ein gern gesehener Gast ist und das Publikum sofort im Griff hat.

Die Kölschen Adler heizten dann den Saal so richtig vor, damit Prinz Paulo I. mit Gefolge seine Audienz geben konnte.

Zur fortschreitenden Stunde gehörte dann der Gastgesellschaft der Röher Onjekauchden die Bühne, die zusammen mit dem Garderegiment Weiß-Rot und der KG Ulk den Saal zur großen Karnevalsparty der Vereine an Weiberfastnacht einluden.

Der musikalische Ausklang an diesem Samstagabend wurde schließlich von den Mundartmusikern Puddelrüh übernommen, denen das letzte „Hähle Alaaf” der Kostümsitzung gebührte.

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