Eschweiler: Kammerchor Cantabile begeistert bei Fastenkonzert

Eschweiler : Kammerchor Cantabile begeistert bei Fastenkonzert

An ungewohnter Stelle gab der Eschweiler Kammerchor Cantabile sein jüngstes, sein Fastenkonzert: Im Foyer der Realschule Patternhof ließen der künstlerische Leiter Gregor Josephs und die Seinen von sich hören. Dabei stand das „Stabat Mater“ des 1736 im Alter von bloß 26 Jahren bei Neapel gestorbenen Komponisten Giovanni Battista Pergolesi im Mittelpunkt.

Drei Interpreten brauchte es lediglich, um die 50 Zuhörer in den Bann dieser Musik zu schlagen: Gregor Josephs am Ibach-Flügel der Schule begleitete die beiden Solistinnen Kristin Dietz-Laursonn (Sopran) und Angela Wilhelm (Mezzosopran). Mehr brauchte es nicht, um aus dem der Schmerzhaften Muttergottes gewidmeten Werk große Kunst zu machen.

Fünfstrophiges Duett

Höhepunkte gab es dabei gleich mehrere. Dem fünfstrophigen Duett „Sancta mater, istud agas“ gaben Dietz-Laursson und Wilhelm eine bezwingende Zugkraft mit auf den Weg. Das zweistrophige „Inflammatus et accensus“ geriet vom Gesamteindruck her sehr vital, das abschließende „Quando corpus morientur“ sogar auf herzerweichende Art schmelzend. Ein steter Fluss des Wohlklangs, Gesang von leuchtender Dramatik und auf sehr hohem Niveau machten es zur Nebensache, dass Auftritte wie der in der Schule für die Sängerinnen nicht zum Broterwerb gehören. Auch die Interpretinnen waren von ihrem Part und dem Anklang beim Publikum sehr bewegt. Gregor Josephs galt ihr Dank dafür, dass er sie bis zu diesem Moment geführt und „trainiert“ habe.

Die Chor-Kollegen der Solistinnen kamen bei dem rund eineinviertel Stunden langen, von Peter Adrian moderierten Konzert erst in dessen zweiten Teil zum Zuge. Auch hier zeichnete sich der Stil von Gregor Josephs wieder einmal durch einen sensiblen Sinn für die Rhetorik hinter den Noten aus. Das kam Bachs Kantaten-Schlusssatz „Komm, Jesu, komm“ schon sehr zu Gute, ebenso dem spätromantischen eucharistischen Hymnus „Ave verum corpus“ von Camille Saint-Seans und Gabriel Faurés Literatur-Vertonung „Cantique de Jean Racine“. Sehr berührend gelang die Vater-Unser-Version „Notre Père“ von Maurice Duruflé, während Mozarts „Laudate Pueri“ einen Abschluss voller Eleganz und Anmut brachte.

Mit drei Strophen eines Abendchorals, jeweils einer Nachdichtung des englischen „The Day Thou gavest“, klang das Fastenkonzert aus.

Mit herzlichem Beifall feierten Zuhörer Chor, Dirigent und Solisten für ihre Leistung. Die fiel so durchgängig gut aus, dass sich die meisten Musikfreunde dafür auch noch bei der Türkollekte erkenntlich zeigten.