Eschweiler: Kabarettist Jochen Busse setzt sich mit dem Älterwerden auseinander

Eschweiler: Kabarettist Jochen Busse setzt sich mit dem Älterwerden auseinander

Ein Gedächtnistraining gegen Alzheimer braucht dieser Kabarettist sicherlich noch nicht. Trotzdem lieferte es den Titel für sein Programm: „Wie komme ich jetzt da drauf?“ Am Donnerstagabend gastierte Jochen Busse im ausverkauften Talbahnhof. Während er über das Alter und das Älterwerden sprach, blieb bei seinen Gästen kein Auge trocken.

„Wie komme ich jetzt da drauf?“, fragte er sich während seines Programms immer wieder. Eine Ballade von Friedrich Schiller führte ihn zur großen Koalition und von dort aus zum Gedächtnistraining gegen Alzheimer. „Wir werden alle nicht jünger“, stellte der Kabarettist fest und fügte hinzu: „Wenn man schon so lange lebt wie ich, dann duzt man seinen Arzt.“ Dafür, dass Menschen heutzutage viel länger „haltbar“ seien als früher, führte er als Beispiel Helmut Schmidt an. Dieser sei so alt, der „hat Moses früher schon die zehn Gebote diktiert.“

Doch auch Busse spürt das Älterwerden. Seine Wohnung im fünften Stock, zu der er 148 Stufen hinaufsteigen muss, sei „aktive Sterbehilfe“. Während er vor einigen Jahren noch den „Faust“ auswendig konnte, falle ihm heute nur noch das Lied „Weiße Rosen aus Athen“ ein. Besonders auffällig sei jedoch, dass bei Menschen ab 50 die Geschmacksknospen abnehmen. „Und bei den meisten sieht man das auch“, stellte Busse fest. Anzeichen dafür seien beige Funktionshosen und Trekkingsandalen gepaart mit weißen Socken, die vor allem bei Männern häufig vorkommen.

Immer wieder stellte Busse in seinem Programm existenzielle Fragen wie: „Habe ich in meinem Leben alles richtig gemacht?“ oder „Was ist überhaupt wichtig im Leben?“ Diese ernsten Momente löste er in einer Pointe auf. „Mit 73 steht der Tod nicht vor der Tür, aber er sucht sich einen Parkplatz.“ Auf die Frage nach den wichtigen Dingen im Leben antwortete er: „Für eine Eintagsfliege ist es klar: früh aufstehen.“

Über zwei Stunden dauerte das Programm, bei dem das Publikum aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Das bemerkte auch der Kabarettist: „Sie waren ein tolles Publikum, für einen Donnerstag grandios.“ Natürlich durfte da eine Zugabe nicht fehlen.

(se)