Eschweiler: Junge Sänger verzaubern das Publikum

Eschweiler: Junge Sänger verzaubern das Publikum

Noch zum Jahreswechsel faszinierten sie während einer Konzertreise durch China das Publikum in einigen Metropolen des Reichs der Mitte. Auch Stationen in unter anderem Russland, Frankreich, Großbritannien, den Benelux-Ländern, Spanien und natürlich in zahlreichen Städten der Bundesrepublik standen bereits auf ihrem Reiseplan.

Am Samstagabend gastierten die fast 70 Sängerinnen und Sänger des Landesjugendchors Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Christiane Zywietz-Godland und Hermann Godland nun erstmals in Eschweiler.

Unter dem Titel „Zeitenklänge - Weltenklänge” entführten die Musiker, in deren Reihen sich mit Thorsten Müller auch ein Indestädter befindet, ihre Zuhörer in der evangelischen Friedenskirche zunächst in die Sphären der geistlichen Chormusik, bevor neben weltlicher Chormusik aus Deutschland auch Stücke aus Russland, China sowie ein Ausflug in die Filmmusik auf dem Programm standen.

Schon beim ersten Stück des Konzerts, der doppelchörigen Motette „Jubilate Deo”, die Hans Leo Hassler kurz vor seinem Tod im Jahr 1612 komponierte, sprang der Funke vom Chor auf das begeisterte Publikum über. Nicht zuletzt, da die Sänger nicht die gewohnt „kompakte” Choraufstellung einnahmen, sondern sich stattdessen im gesamten Raum verteilten und somit die Zuhörer quasi umzingelten.

Beeindruckend, mit welcher Ernsthaftigkeit und dennoch Leichtigkeit die jungen Musiker anschließend, nun in gewohnter Formation, Johann Sebastian Bachs elfteilige Motette „Jesu, meine Freude” anstimmten. Stücke von Johannes Brahms („Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen”) und Felix Mendelssohn-Bartholdy („Richte mich, Gott”) schlossen den ersten Teil des Konzerts ab.

Präsentierte der Chor vor der Pause Werke aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, startete der zweite Teil des Abends mit Chormusik der Moderne. „Oh sieh, wie schön Du bist” wurde vom 1918 geborenen Komponisten Jürg Baur im Jahr 1979 geschaffen und von den Sängern des Landesjugendchors brillant interpretiert. Gleiches gilt für Johannes Brahms„ Stück „Wenn ein starker, Gewappneter”, das den Reigen der geistlichen Chormusik und damit der „Zeitenklänge” abschloss.

Die „Weltenklänge” führten zunächst zum von Hugo Distler vertonten dramatischen „Feuerreiter” aus dem Mörike-Chorliederbuch, bevor das chinesische Volkslied „An jenem fernen Ort” voller Leidenschaft angestimmt wurde. Mit „Strekotunja Beloboka”, der weiß geflügelten Elster von Georgij Swiridow, machte der Chor Zwischenstation in Russland. Begeisternd auch der Abschluss des knapp zweistündigen Konzerts, zu dem der Chor das weltberühmte „Over the Rainbow” aus dem Film „The Wizard of Oz” präsentierte und das Publikum dem Titel gemäß verzauberte.

Lautstarker Applaus forderte die Sänger, die noch in diesem Herbst zu einer Konzertreise nach England und Wales aufbrechen werden, geradezu zu Zugaben heraus. Eine Forderung, der der Chor mit dem „Abendlied” gerne und überzeugend nachkam.

Nur schade, dass bei weitem nicht alle Plätze der Friedenskirche während des Konzerts des Landesjugendchors NRW besetzt waren. Bleibt zu hoffen, dass der erste Auftritt des Ensembles in Eschweiler nicht gleichzeitig auch der Letzte war. Denn die Chormusikliebhaber, die am Samstag den Weg in die Friedenskirche fanden, wurden Zeugen eines bemerkenswerten und begeisternden Auftritts junger Musiker voller Enthusiasmus.