Ernstfall: Jugendfeuerwehr Eschweiler übt realistische Einsatzszenarien

Ernstfall : Jugendfeuerwehr Eschweiler übt realistische Einsatzszenarien

Rund 60 Einsatzkräfte der indestädtischen Jugendfeuerwehr hatte am vergangenen Freitag während einer Gesamtübung an der Müllverbrennungsanlage Weisweiler (MVA) alle Hände voll zu tun. Gleich mehrere Szenarien galt es für den Feuerwehrnachwuchs gleichzeitig zu bewältigen.

So wurde an einer Stelle ein Gasaustritt aus einem Tank simuliert, bei dem zwei Arbeiter bewusstlos wurden. Schnell legten die Jugendlichen ihre Atemschutzgeräte und Masken an, die in diesem Fall, aufgrund des hohen Gewichtes der Originalausrüstung, durch Attrappen ersetzt wurden, und eilten zu den Verletzten am Unfallort.

Zwei Jugendliche simulieren Arbeiter, die von einem Gasleck ohnmächtig werden. Rettungskräfte transportieren sie aus dem Gefahrenbereich. Foto: Timo Müller

Um das Geschehen so realistisch wie möglich darzustellen hatte die Feuerwehr Nebelmaschinen installiert. Nachdem die „Verletzten“ erst einmal in Sicherheit gebracht wurden, wartete auf die Einsatzkräfte bereits eine fertig aufgebaute Dekontaminationsstation, die im Ernstfall eingesetzt wird, um ihre Kleidung nach Kontakt mit gefährlichem Material zu säubern.

Hydroschild als Schutz vor Flammen

Ein paar Meter weiter wurden fleißig C-Rohre ausgerollt, da der Müll in einem der Verladebunker Feuer gefangen hatte. Schnell hatten die Jugendlichen das Equipment in Stellung gebracht und begannen mit den Löscharbeiten an dem imaginären Feuer. Um ein Ausbreiten der Flammen im Ernstfalls zu verhindern, brachte eine weitere Gruppe ein sogenanntes Hydroschild in Position. Hierbei wird ein spezielles Modul an einem D-Rohr angebracht. Das Wasser wird daraufhin in verschiedene Richtungen geschossen und formt dabei einen regelrechten Schutzschild.

An einem weiteren Einsatzort ist ein Arbeiter, der durch eine Puppe dargestellt wurde, unter einem schweren Container eingeklemmt worden. Auch hier reagierten die Jugendlichen schnell und brachten ein Hebegerät in Stellung, das mittels Druckluft den Container leicht anhob, so dass die Übungspuppe von der tonnenschweren Last befreit werden konnte.

Nach dem Ende der Übung, für die sich die stellvertretende Stadtjugendwartin Stefanie Hinzen verantwortlich zeichnete, zeigte sich die Wehrführung rund um Oberbrandrat Axel Johnen, der der Übung ebenfalls beiwohnte, zufrieden. „Schön das alle Altersklassen zusammen arbeiten“, sagte Stefanie Hintzen, denn die jüngsten Einsatzkräfte waren gerade einmal zehn, die ältesten 17 Jahre alt.

Kameradschaft in jeder Situation

Die älteren Jugendlichen halfen den Neuankömmlingen, wo sie nur konnten. „Das nennt man Kameradschaft“, sagte der Pressesprecher der Feuerwehr, Ralf Lenzing, über die tolle Zusammenarbeit.

Einen großen Dank richteten die Feuerwehrleute an Udo Martinett, den Geschäftsleiter der MVA, für das Bereitstellen des Geländes. Dieses eignet sich durch seine Abgeschiedenheit besonders für eine solche Übung. Auch Martinett zeigte sich dankbar für die Übung: „Wir sind immer froh wenn die Feuerwehr zu einer Übung kommt, da die Feuerwehrleute den Betrieb im Ernstfall dann bereits schon kennen.“

Danach spendierte Martinett den jungen Einsatzkräfte noch ein paar Erfrischungsgetränke, die diese nach getaner Arbeit gerne annahmen.

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