Eschweiler: Jugendfeuerwehr: Ein reiner Männerjob? Auf keinen Fall.

Eschweiler : Jugendfeuerwehr: Ein reiner Männerjob? Auf keinen Fall.

Wenn sich die Eschweiler Jugendfeuerwehr trifft, dann bedeutet das meistens: jede Menge Aktivität und viel zu tun. Ruhiger ging es freilich bei der Jahreshauptversammlung zu. Da durfte sich der Nachwuchs zur Abwechslung mal zurücklehnen und einiges an Lob von den Vorgesetzten anhören.

Ein Großteil der 79 Mitglieder war gekommen und wurde von Stefan Preuß, als Vertreter der Wehrleitung, begrüßt. „Da sieht man mal wie viele Nachwuchskräfte in der Eschweiler Feuerwehr aktiv sind“, so der stellvertretende Leiter der erwachsenen Kollegen, der zudem Hans-Theo Krieger als Ehrenmitglied und ehemaligen Stadtjugendwart im Schulungsraum der Wache am Florianweg begrüßte.

Sechs Löschzüge stellen Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Neben Stadtmitte ist auch in Weisweiler, Bohl, Lohn, Kinzweiler/Röhe und Dürwiß der Nachwuchs aktiv. 13 Neuzugänge in diesen Gruppen standen insgesamt 18 Austritten und elf Übernahmen in die Einsatzabteilung gegenüber, bilanzierte Stadtjugendwartin Marie-Luise Göldner.

Damit bleibt die Anzahl zwar konstant, aber besonders Mädchen möchte sie zu dem Ehrenamt ermutigen — ein reiner Männerjob sei die Feuerwehr schließlich schon lange nicht mehr. Während die Jugendfeuerwehr besonders in Stadtmitte sehr gut funktioniert, hoffte Göldner auch in den Außenbezirken mehr Mitglieder zu finden. Am besten gehe das durch Werbung der Mitglieder, die gerne dem ein oder anderen Schulfreund vom Mitmachen überzeugen dürften.

Dank an die Betreuer

Schließlich hat die Jugendfeuerwehr einiges zu bieten, während der Nachwuchs für die Einsatzabteilung ausgebildet wird. 11.462 Stunden absolvierten die jungen Einsatzkräfte im vergangenen Jahr. Über die Hälfte entfiel auf die Ausbildung, fast 2000 Stunden wurden in Zeltlager, Fahrten und Freizeitaktivitäten gesteckt. Ein Dankeschön galt daher auch den elf Jugendwarten und 17 Betreuern, die über 1000 Stunden investierten, um die vielen Aktionen der Jugendfeuerwehr zu ermöglichen.

„Tolle Zusammenarbeit“

Besondere Highlights sind für die Kinder und Jugendlichen selbstverständlich die Übungen und aufgrund der tollen Leistungen gab es dafür noch ein Lob von Preuß und Göldner, die ausdrückliche Glückwünsche von der Kreisleitung der Städteregion ausrichten durften. „Das ist eine tolle Zusammenarbeit und da sieht man mal wie viel ihr feuerwehrtechnisch gelernt habt“, betonte Preuß mit Blick auf die Einsätze, die nicht nur der Ausbildung, sondern ebenso der Förderung des Zusammenhalts dienen. Auf der Burg Kinzweiler sah Göldner sogar „eine der besten Übungen, die wir jemals hier erlebt haben“.

Zusammen mit der Hunderettungsstaffel Stolberg und der Höhenrettung konnten aufregende Szenarien geprobt werden. Auch auf einem Fabrikgelände im Gewerbegebiet Königsbenden und bei der Gesamtübung mit anderen Jugendfeuerwehren, habe der Eschweiler Nachwuchs ein gutes Bild abgegeben. Wichtig sei Göldner, dass der Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenbereich weiterhin gut funktioniere, um die praktischen Erfahrungen auch in reale Einsätze transportieren zu können.

Im Jahr 2018 sollen die Übungen, die einen integralen Bestandteil der Ausbildung darstellen, wieder mit neuen Herausforderungen aufwarten. Besonders die Großübung der Jugendfeuerwehren in Simmerath wird sicherlich ein Höhepunkt für alle Teilnehmer. Zudem kann sich die Jugendfeuerwehr beim Familientag am Blausteinsee präsentieren. Mit dabei sind auch die neuen Stadtjugendsprecher Mike Pieters und sein Stellvertreter Dominik Vent. Die beiden 16-Jährigen wurden bei der Versammlung gewählt.

„Wir sind 100 Prozent stolz“, so Göldner und Preuß ergänzte zum passenden Abschluss: „Ihr seid die Zukunft der Feuerwehr!“

(cheb)
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