Eschweiler: Jugend- und Gemeindefest: Begegnung zwischen Kirche und Tempel

Eschweiler: Jugend- und Gemeindefest: Begegnung zwischen Kirche und Tempel

Der Stadtteil Ost ist längst aus dem Dornröschenschlaf erwacht und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Viertel mit steigender Wohn- und Lebensqualität gemausert. Das liegt zum einen an umfangreichen Investitionen durch die öffentliche Hand, die sich nicht nur städtebaulich ausgewirkt haben, und zum andern am wachsenden Engagement der Bürger im Ostteil der Stadt.

Das Jugend- und Gemeindefest am Wochenende war hierfür ein gutes Beispiel.

Entsprungen war die Idee zu diesem Fest aus der Sorge um die Zukunft der Gemeinde Herz Jesu und ihres Kirchengebäudes. Bedingt durch den Priestermangel, so beklagt es der Gemeindeausschuss, seien die Gottesdienste in Ost auf ein Minimum beschränkt worden. Um den Menschen dort aber weiterhin eine kirchliche Heimat zu bieten, will man das Gemeindeleben intensivieren. Unter dem Motto „Jetzt erst recht!” soll die Kirche Herz Jesu zu einem Treffpunkt, einer Art kulturellem Mittelpunkt werden, um das Gebäude auch auf lange Sicht halten zu können.

Ein erstes Ausrufezeichen war das Fest, das am Wochenende auf der abgesperrten Sternheimstraße gefeiert wurde. Die Mühen des etwa 40-köpfigen Teams um die Organisatoren Johannes Brosius, Wolfgang Lorsee, Wolfgang Krieger, Günter Klinkenberg, Dr. Cyril Trappe und Jürgen Weiland wurden durch herrliches Wetter und große Resonanz an beiden Tagen belohnt.

Alleine das ungewöhnlich große Musikangebot auf der Bühne vor dem Kindergarten war einen Besuch wert. So wurden am Samstag Reggae und African Pop geboten, dazu ein Auftritt der Bergrather Regimentstrompeter und als Höhepunkt ein tolles Konzert des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung von Wolfgang Krieger.

Am Sonntag ging es non-stop weiter. Ein Höhepunkt war hier die „Renew Brass Band” um Fats Lumma, die nach den Nothberger Fanfarentrompetern, den „Freunden der Musik”, dem Spielmannszug Röhe, der Wachkapelle der Roten Funken und den Jugend-Kaafsäck den musikalischen Schlusspunkt setzte. Für die weitere Unterhaltung sorgten ein Zauberer und zwei junge Damen aus Thailand, die Tänze in traditionellen Kostümen zeigten.

Für die jungen Besucher hatten sich die Organisatoren ein großes Spielangebot einfallen lassen mit Go-Kart-Parcours, Sackhüpfen, Kicker, Trampolin, Hüpfburg und vielem mehr. Und natürlich war an beiden Tagen für beste Verpflegung gesorgt, angefangen bei deftiger Erbsensuppe und Reibekuchen bis hin zu leckeren selbstgemachten Kuchen. Als Währung diente der „Wagges” in Anlehnung an die „Waggeserei”, jener Siedlung in Ost, in der sich einstmals Bergleute aus dem Saarland und dem Elsaß niederließen.

Beteiligt an dem Jugend- und Gemeindefest war auch das buddhistische Kloster gegenüber der Kirche. Der Verein „Wat Dhammaniwasa” hatte den Tempel für die Besucher geöffnet, bot thailändische Küche und stellte die Hälfte der Einnahmen für die Benefizveranstaltung zur Verfügung. Charus Wong Tao, Vorstand des Vereins, lobte das Miteinander und die gute Nachbarschaft in Ost. Der Erlös des Jugend- und Gemeindefestes ist für das weitere Engagement im Stadtteil bestimmt.

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