Johannes Flöck tritt im Talbahnhof auf

Comedy : Kinder, Betrunkene – und Leggings

Johannes Flöck ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden und kokettiert mit seinem Alter. Schon das Intro, das den Auftritt des Kölners im intimen Rahmen des Eschweiler Talbahnhofs ankündigt, ist amüsant: „Begrüßen Sie live und in Farbe, der Mann, der barfuß Funken versprüht und als das Phantom der Liebe gilt“.

Und einmal auf der Bühne, bestätigt „Jojo“ auch direkt, dass er an diesem Abend sehr gut drauf sei.

Das kann das Publikum von Beginn an nur bestätigen. Bestens aufgelegt und unter vollem Körpereinsatz erzählt Flöck, dass er angesichts seines Alters zum gnadenlosen Optimisten geworden ist. „Da wird viel Theater drum gemacht, aber die 50 ist ja auch nur eine Zahl“, meint der Komiker. Und in Köln, wo er mit seiner Freundin lebt, sehe man ja ohnehin alles durch die „rosarote Brille“. „In meiner zwölfjährigen Beziehung habe ich gelernt, dass man langfristig glücklich ist, wenn die Frau zufrieden ist. Für das kurzfristige Glück gibt es so kleine Seelentröster wie ein Glas Wein“, erzählt Flöck. Er ist Metzgerssohn und machte eine Ausbildung zum Fleischer. Sogar eine Wurstsorte habe sein Vater mal nach ihm benannt, die dünnen Wiener Würstchen wurden zu „Johannes-Ärmchen“, da der Sohn in der Jugend so dünn war und der Vater darauf äußerst humorvoll reagiert hat.

Beim Yoga für Anfänger erlebte Flöck das, was in Köln eine absolute Seltenheit ist: Einen völligen Überschuss an Frauen. „Mit der pinken Matte meine Freundin und in ihrer Leggings machte ich mich auf den Weg. Den Punkt zwischen Anspannung und Entspannung habe ich aber nicht gefunden, eher eine Verspannung“, berichtet er von seinen Erlebnissen. Eine „Insel der Langsamkeit“ in stressigen Zeiten finde sich in seiner Postfiliale, wie Flöck ausgelassen betont.

In seinem neuen Soloprogramm erfährt man, wie man auf authentisch-humorvolle Weise mehr Spaß am Reifen hat. Flöck weiß aus eigener Erfahrung: „Gut fühlen ist wichtiger als gut auszusehen und länger Leben ist besser als die Alternative. Es gibt nur drei, die Dir die Wahrheit über dein Aussehen sagen – Kinder, Betrunkene und Leggings.“

Die „Flöckosophie“ von „Flöckchen Fleischer“ mit den elastischen Beinen besagt, dass Schönheit mit schummriger Beleuchtung anfängt. Und so wendet er sich gegen den Jugendwahn und falsche Schönheitsideale. „Und Wein wird ja schließlich auch mit den Jahren besser“, meint Flöck und präsentiert den Rap „Ich bin 'ne Reblaus“. Auch als perfekter Gentleman erweist er sich und stellt fest: „Das schönste Kleidungsstück einer Frau sind die Arme des Mannes, der sie liebt.“ Am Ende betont Flöck: „Älterwerden hat Zukunft“. Und seinem Publikum bietet er so eine biologisch nachhaltige Frischzellenkur fürs Gemüt.

(krüs)
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