Handel, Praxen, Anwohner: Jeder braucht Stellplätze im Rathaus-Quartier

Handel, Praxen, Anwohner : Jeder braucht Stellplätze im Rathaus-Quartier

Wird das künftige Rathaus-Quartier bestmöglich erschlossen? Das soll ein Verkehrsgutachten klären, das der Investor in Auftrag gibt: Das Ingenieurbüro BSV aus Aachen soll das Gutachten erstellen – dasselbe Büro, das im Auftrag der Stadt auch das Eschweiler Klimaschutzteilkonzept Mobilität erarbeitet.

Was dabei herauskommt, das nimmt die Stadt wie auch der für die Indestaße zuständige Landesbetrieb Straßenbau anschließend genau unter die Lupe, um die dort getroffenen Aussagen auf ihre Plausibibilität zu überprüfen.

Die verkehrliche Erschließung ist nicht das einzige Thema, das Bürger und Kommunalpolitikern mit Blick auf das künftige Rathaus-Quartier beschäftigt. Auch die Zahl der innerhalb des Baukomplexes geplanten Parkplätze stößt bei manchen auf Unverständnis. Dabei steht deren genaue Zahl noch gar nicht fest. Nach den derzeit vorliegenden  Planungen sind in der Tiefgarage wie ebenerdig insgesamt etwa 460 Stellplätze vorgesehen  100 mehr als im alten Hertie/City-Center-Parkhaus. „Berücksichtigt man, dass im Rathaus-Quartier circa 60 Wohnungen, Büros, Räume für die VHS und die Fernuni, Praxen etc. entstehen“, so die Stadtverwaltung, „halten sich die Stellplätze für den Handel im Vergleich alt/neu nahezu die Waage.“

90 Minuten, so heißt es, soll  dort kostenfrei geparkt werden dürfen. Was manchem zu wenig erscheint, um Besucher zu animieren, vom Rathaus-Quartier aus auch die Einkaufsstraßen auf der anderen Seite der Inde zu besuchen. Die Stadt allerdings hat auf die Parkzeitregelung kaum Einflussmöglichkeiten, da das Grundstück in Privatbesitz und keine öffentliche Verkehrsfläche ist.

Allerdings: Auch auf Eschweilers öffentlichen Flächen sind die Parkzeiten limitiert  derzeit auf 150 Minuten. Sinn der Sache: Der nur begrenzt zur Verfügung stehende Parkraum soll nicht durch Langzeit- oder Dauerparker blockiert werden, sondern möglichst vielen Innenstadtbesuchern zur Verfügung stehen. Die Stadt ist derzeit im Gespräch mit dem Investor, um die Parkzeit auf 150 Minuten auszudehnen – dann allerdings von Minute 91 bis 150 kostenpflichtig.

Für Diskussionen sorgt auch der im Rathaus-Quartier an der Ecke Peilsgasse/Dürener Straße geplante Kindergarten. „Eine nicht gerade attraktive Ecke hinter der Rückfront von Discounterläden“, kritisieren die Grünen und schlagen vor, den Kindergartenneubau ins künftige Wohnbaugebiet Patternhof zu verlegen. Antwort der Stadt: Der Standort Peilsgasse/Dürener Straße sei nicht nur für die Eltern vorteilhaft, weil verkehrstechnisch gut erreichbar, er biete neben der Bedarfsdeckung für die Innenstadt auch die erforderliche Kindertagesbetreuung für Beschäftigte der Stadt Eschweiler im nahen Rathaus: „Die Stadt Eschweiler wird damit einen aktiven Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten.“

Platz für 80 Kinder

Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte die Verwaltung im Jugedhilfeausschuss erläutert, dass ein Kindergartenbau am Patternhof vor allem aus bautechnischen Gründen, die zu erheblichen Mehrkosten führen würden, nicht in Frage käme

Der Kindergarten im Rathaus-Quartier soll vom Investor Ten Brinke erstellt und dann von der Betreiberin BKJ (Betreuungseinrichtungen für Kinder & Jugendliche der Stadt Eschweiler, Anstalt des öffentlichen Rechts) angemietet werden.  Hier sollen künftig 80 Kinder in vier Gruppen betreut werden. Eine Gruppe umfasst 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren, in einer weiteren ist Platz für zehn Kinder zwischen 0 und drei Jahren, in den beiden übrigen Gruppen werden je 25 Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut.

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