Eschweiler: „Indianer” mit neuem Wagen unterwegs

Eschweiler: „Indianer” mit neuem Wagen unterwegs

Zwar stand das Sommerfest des Kinderhauses „An Hoven” in diesem Jahr unter dem Motto „Indianer”- wenn die acht jungen Bewohner aber mit Leiterin Maria Steinberg oder deren Mann Ulrich unterwegs sind, dann nicht zu Pferd, sondern in einem nagelneuen Achtsitzer.

Zahlreiche Sponsoren haben dies ermöglicht, und so gab es in diesem Jahr noch einen zusätzlichen Grund zu feiern. Vier Jungen und vier Mädchen im Alter zwischen 3 und 17 Jahren leben zurzeit in dem Weisweiler Kinderhaus, das aus der Zusammenarbeit der Erziehungsstelle Steinberg mit dem Aachener Kinderhaus „Kahlgrachtmühle” entstand und seit Beginn dieses Jahres unter eigener Trägerschaft steht.

Etwas verschachtelt und unheimlich gemütlich ist der modernisierte Altbau, in dem die Kinder mit den Steinbergs ähnlich wie in einer Familie zusammenleben. Die Fußböden sind meist aus Holz, und auch die Spielsachen bestehen oft aus Naturmaterialien. Dahinter steckt die Überzeugung der Steinbergs von der Waldorfpädagogik: „Es muss nicht alles aus Plastik und nicht alles möglichst bunt sein”, erläutert Ulrich Steinberg das Prinzip.

Stattdessen sollen die Kleinen in Kastanien oder Wolle selbst etwas sehen und eigene Spielideen entwickeln. Und auch im fast 4000 Quadratmeter großen Garten lässt sich die Natur mit Entengehege, Gemüsegarten und Beerensträuchern hautnah erleben.

Zusammen mit zwei pädagogischen Fachkräften, zwei Hauswirtschaftskräften und zeitweise einem Zivildienstleistenden und Praktikanten versuchen die Steinbergs, den Kindern durch das Gemeinschaftsleben die Geborgenheit zu vermitteln, die viele der Kleinen zuhause nicht erfahren haben. Damit das funktioniert, ist es wichtig, dass die Kinder im Kinderhaus „An Hoven” nicht nur „auf der Durchreise” sind, sagt Ulrich Steinberg und erläutert den Unterschied zum herkömmlichen Heim: „Wir sind gewissermaßen auch Elternersatz, das würde ein Heimbetreuer nie von sich behaupten.”

Dadurch würde zwar oft eine Konkurrenz zu den leiblichen Eltern entstehen - doch gerade kleine Kinder bräuchten dringend eine solch enge Bindung. Ob sie das Ehepaar Steinberg nun wirklich „Mama” und „Papa” nennen, bleibt den Kindern natürlich selbst überlassen. Grundsätzlich achten die beiden darauf, Kontakte zu den wichtigsten Familienangehörigen zu fördern.

Dass die acht Kinder möglichst glücklich aufwachsen können, dazu leistet nicht zuletzt der gesponserte Wagen seinen Beitrag: Denn so steht natürlich mehr Geld für Vereinsmitgliedschaften und Ferienfreizeiten zur Verfügung.