Eschweiler: In Röthgen viel versprochen, nichts gehalten

Eschweiler: In Röthgen viel versprochen, nichts gehalten

In Röthgen hat man ihr einen Namen gegeben: Glückauf-Schranke. Gemeint ist die Bahnschranke am Jägerspfad. Dort müssen Autofahrer nämlich lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Im moment ist die Schranke wegen Bauarbeiten vollständig gesperrt.

Die tagtägliche Blechkolonne dort bringt die Anwohner und Pendler gleichermaßen auf die Palme. Es ist aber nicht die einzige Stelle, an denen den Röthgenern der Schuh drückt. Eine Anlaufstelle für frustrierte Anwohner dort ist der Dorfklatsch, dessen Leitung Walter Rauchenberger übernommen hat. Inzwischen schimpft der Wahl-Eschweiler: „Wir fühlen uns von der Stadt zum Narren gehalten.”

Seit Jahren sammelt Rauchenberger die Kritikpunkte der Röthgener und gibt sie an die Stadt weiter. Dort habe man vielfach Besserung versprochen - aber kaum etwas sei eingehalten worden, sagt er. Als Beispiel nennt er die Bahnunterführung: „Die Fußgängerunterführung zum Heinrichsweg ist in einem schlimmen Zustand.” Angeblich sollte sie 2011 saniert werden, eine entsprechende schriftliche Bestätigung liege ihm vor. Nur passiert ist eben nichts.

Für Rauchenberger und viele andere Röthgener schaut ihr Stadtteil oft in die Röhre, wenn Geld investiert wird. Die Unterführung Röthgener Straße sei ein großes Wahlkampfthema gewesen, erinnert sich Rauchenberger. Seit dem Urnengang meint er: „Still ruht der See.” Wie so oft sind es vor allem ältere und gehbehinderte Menschen, die mit Problemen im Verkehr zu kämpfen haben: Die Gehwege sind vielerorts zu schmal, die Straßen nicht barrierefrei. „Wer vom Oberdorf in die Stadt gelangen will, muss oft brenzlige Situationen überstehen”, weiß Rauchenberger. Der Bahnübergang Jägerspfad und die Unterführung Röthgener Straße sind für ältere Menschen kaum passierbar.

Es sind oft Kleinigkeiten, auf die Rauchenberger hinweist, die aber in seinen Augen eine große Wirkung haben. Hinweise auf wuchernde Hecken, die die Sicht verstellen. Andere Misstände hingegen sind offensichtlich: Die Straßenbeläge sind zum Teil in einem bedenklichen Zustand. „Der Burgfeld ist eine Querfeldein-Strecke”, betont Rauchenberger. Auch die Löcher in den Fahrbahndecken der Wilhelm- und Burgstraße nehmen zu. „In beiden Fällen ist uns eine Fahrbahnerneuerung von der Stadt zugesagt worden”, betont Rauchenberger. Auch dort gilt jedoch: Bisher rollten die Bagger noch nicht an.

Der Röthgener will weiter kämpfen und den Kontakt zur Stadtverwaltung suchen: „Es kann nicht sein, dass in die Innenstadt investiert wird, und man die Randbezirke stiefmütterlich behandelt.” Man habe auch in Röthgen ein Recht auf Lebensqualität.

Immerhin, in einem Punkt scheint Besserung in Sicht: Das Buswartehäuschen an der Haltestelle Jägerspfad scheint nach jüngsten Ratsbeschlüssen wieder möglich. Auch dafür hat der Dorfklatsch jahrelang gekämpft.