Eschweiler/Mulartshütte: In diesem Zirkus ist einfach jeder gut drauf

Eschweiler/Mulartshütte: In diesem Zirkus ist einfach jeder gut drauf

„Es ist einfach wunderschön zu sehen, wieviel Freude die Kinder hier haben!” Ariel Milanesio sagts mit strahlenden Augen und jenem fremdländischen Akzent, der gerade Zirkusmenschen gut zu Gesicht steht. Unterstreicht er doch den Hauch von Exotik, der sie umweht. Dabei kommt Ariel Milanesio aus Köln und ist von Beruf Sportwissenschaftler und -lehrer.

Ariel ist Leiter des Zirkus Wibbelstetz, der seit gut einer Woche sein Sommertrainingscamp in Zoran Medics „Auenland” bei Mulartshütte bezogen hat.

Medic war jahrelang Leiter der Christlichen Arbeiterjugend in Eschweiler; seine Frau Monica ist als SPD-Stadtverordnete Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses im Eschweiler Stadtrat. Am Mittwoch sah sie sich im „Wibbelstetz” auf Auenland um - gemeinsam mit ihren Ratskollegen Helen Weidenhaupt und Dietmar Schultheis, sowie Streetworker Olaf Tümmeler und Praktikantin Melanie Lehnhoff.

Ihr Traum: Einen solchen Kinder- und Jugendzirkus auch in Eschweiler zu etablieren. Ein Projekt also, in dem jungen Indestädtern sportliches Können ebenso spielerisch vermittelt wird wie soziale Kompetenz. „Gemeinsam trainieren, kochen, spielen, tanzen, leben und Spaß haben”, so beschreibt Ariel Milanesio das Campleben, in dem Zirkus- und Sozialpädagogen gut zwei Dutzend Kinder betreuen, die das ganze Jahr über im Zirkus- und Artistikzentrum Köln (ZAK) auf ihre Auftritte hin trainieren.

Das Besondere: Anders als im Schulsport trainieren hier Acht- und 18-Jährige gemeinsam. „Es ist toll zu sehen, wie ein 18-Jähriger ganz selbstverständlich eine Achtjährige an die Hand nimmt und ihr hilft; das gibt es in Schulen nicht”, unterstreicht Milanesio: Hier zählt jeder - schließlich funktioniert auch die tollste Menschenpyramide nicht ohne den, der unten steht.

Was Köln kann, das kann Eschweiler schon lange, meint Monika Medic. Immerhin sind beides Karnevalshochburgen. Und zwischen Karneval und Zirkus sei ein enger Zusammenhang zu sehen. Mit Sponsorenhilfe, so Medic, könnte zum Beispiel im Weisweiler Drieschpark ein festes Zirkuszelt installiert werden. Eine Alternative fürs Zirkustraining biete die leerstehende Eishalle - „die wäre einfach optimal!” Auch nicht schlecht: die Turnhalle der Hauptschule Dürwiß. Und last not least - als kleinstmögliche Lösung für den Anfang - ein Kellerraum im Jugendtreff „Oase”.

Personelle Entwicklungshilfe könne das Projekt durch eine Gruppe des Zirkus- und Artistikzentrums Köln erfahren. Die hatte sich im Frühjahr bereits einmal in der SPD-Fraktion vorgestellt. Jetzt folgte der Anschauungsunterricht im Auenland. Am Freitag reisen die Kölner wieder ab. Vorläufig...

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