Eschweiler: In den Adern der Tollität in spe fließt kein blaues Blut

Eschweiler: In den Adern der Tollität in spe fließt kein blaues Blut

Mit weichen Knien kam er daher: Marco Zimmermann, designierter Prinz, ist mit (fast) allen Karnevalswassern gewaschen. Doch als Premieren-Blutspender wurde ihm dann doch ein wenig mulmig. Ein Glück, dass ihm mit Komitee-Präsident Norbert Weiland ein wahrer Blutspende-Veteran zur Seite stand, und auch seinen Zeremonienmeister Hans-Willi Huth hatte der Prinz in spe selbstverständlich dabei.

Einen reibungslosen Medizincheck später gabs grünes Licht für Marco & Co. Ein letzter skeptischer Blick auf die Nadel, doch dann entspannte sich auch die zukünftige Tollität. Eine Erkenntnis des Tages: Sein Blut ist nicht blau, sondern - wie könnte es anders sein - Funken-rot.

Schon traditionell gastiert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im St.-Antonius-Hospital (SAH). Bei schönstem Winterwetter fanden auch in diesem Jahr wieder viele Eschweiler den Weg ins Elisabethheim. Genau 94 Spender, davon 14 Neuspender verzeichnete das DRK-Team um Ulrich Dreiner. 500 Milliliter werden hier jedem „abgezapft”. Schon wenige Tage später kann die Blutkonserve verwendet werden und hilft, Menschenleben zu retten.

„Gerade vor den Feiertagen ist es wichtig, dass genügend Menschen zum Blutspenden kommen”, weiß DRK-Ortsvereinsvorsitzender Dreiner. Denn über die Weihnachtstage gibt es keine Spendetermine, doch die Konserven werden natürlich weiterhin benötigt, um den Bedarf zu decken. Ein Grund mehr, dass auch der Hausherr „auf 500 Milliliter Blut” vorbeikam. Elmar Wagenbach, geschäftsführender Vorstand des Hospitals, ging forschen Schrittes Richtung Spendeliege.

Marco Zimmermann ist (designierter) Prinz Nummer vier, der beim vorweihnachtlichen Spendetermin mit gutem Beispiel voranging. Auch wenn sein Zeremonienmeister Hans-Willi Huth an diesem Tag wegen ärztlicher Bedenken nicht zugelassen wurde, ist es für die Beiden eines selbstverständlich: Karnevalisten denken nicht nur ans Feiern, sondern auch an all die Mitbürger, denen es krankheitsbedingt nicht so gut geht.

Die Blässe um Marco Zimmermanns Nase war schon wenige Minuten nach der Spende verschwunden, nun darf er noch einmal einige Tage durchatmen, bevor es am 9. Januar um die Wurst geht: Mit der Proklamation erreicht der Kindheitstraum „Einmal Prinz zu sein” für Marco und Hans-Willi einen neuen Höhepunkt.

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