Eschweiler: Im ESW-Röhrenwerk läuft die Produktion wieder normal

Eschweiler: Im ESW-Röhrenwerk läuft die Produktion wieder normal

Im ESW-Röhrenwerk ist wieder Normalität eingekehrt. Nachdem Zulieferprobleme die Produktion behindert hatten, einigte sich die Unternehmensleitung mit der IG Metall im September des vergangenen Jahres auf eine Sonderregelung, die bis zum Jahreswechsel befristet war.

Darin wurde festgelegt, dass die Arbeitnehmer Mehrarbeit übernehmen, ohne dafür vergütet zu werden. Die Betriebsvereinbarung trug die Nummer 313.

Nach dem Ablauf der Vereinbarung wurde die Situation des Unternehmens erneut geprüft: „Wir haben uns darauf verständigt, dass eine Verlängerung der Betriebsvereinbarung nicht notwendig ist”, fasst Georg Moik, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, das Ergebnis zusammen.

Vor einer Woche wurden die Arbeiter im Röhrenwerk in Aue darüber informiert. Allerdings wurde die Betriebsvereinbarung überarbeitet. Überstunden werden jetzt dem persönlichen Zeitkonto gutgeschrieben.

Zudem wurde eine Höchstgrenze von Mehrarbeit festlegt. In bestimmten Bereichen wurde ein Prämiensystem ausgehandelt, das besonders produktive Arbeitnehmer belohnt.

„Wir sind als Gewerkschaft der Meinung, dass die Arbeitnehmer genug Einbußen in den vergangenen Jahren hinnehmen mussten und hinreichend bewiesen haben, dass sie bei Schwierigkeiten des Unternehmens zu Belastungen bereit sind”, betont Georg Moik.

Als Beispiel nennt er den Wegfall von Weihnachtsgeld und Überstundenzuschlägen. Im Rahmen der Vereinbarungen im Herbst 2011 hat das ESW-Röhrenwerk auch einen Anerkennungstarifvertrag unterzeichnet. „Wir sind da jetzt auf der sicheren Seite”, so Moik.

Der Geschäftsführer der ESW-Röhrenwerke, Herbert Lenzen, bestätigte, dass die größten Probleme beseitigt sind: „Das Material ist jetzt vorhanden, wir sind wieder im Fluss.”

Im Herbst des vergangenen Jahres konnten Aufträge nicht ausgeführt werden, weil ein Zulieferer aus Italien mit der Metalllieferung nicht nachkam.

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