Eschweiler: Hundesteuer im Überblick: Ohne Marke kann es für Indestädter teuer werden

Eschweiler : Hundesteuer im Überblick: Ohne Marke kann es für Indestädter teuer werden

Für viele Indestädter gilt er als der beste Freund des Menschen. Alleine in Eschweiler werden knapp 4400 Hunde gehalten — für die Steuer gezahlt wird. Zumindest in den meisten Fällen.

„Die meisten Hundehalter kommen dieser Pflicht — wenn auch teils ungern — nach, aber leider gibt es immer wieder Hundehalter, die dies vergessen“, teilt Costantini mit. Das kann teuer werden. In der Hundesatzung der Stadt steht dazu: „Eine nicht rechtzeitige Anmeldung oder das Halten eines nicht angemeldeten oder unter falscher Rasse angemeldeten Hundes stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.“ Bis zum 15. Oktober will die Stadt jedoch auf ein Bußgeld verzichten.

Die Hundesteuer ist für die Stadt eine nicht zu verachtende Einnahmequelle: 397.927,26 Euro wurden bisher alleine in diesem Jahr erhoben. Für acht Hunde wurde ein höherer Satz festgelegt, da sie als „gefährlich“ eingestuft werden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Hundesteuer im Überblick:

Warum wird eine Hundesteuer erhoben?

Steuern dienen dazu, die Ausgaben der öffentlichen Hand, also von Bund, Ländern und Gemeinden, zu finanzieren. Die Hundesteuer ist dabei eine Steuer, die ausschließlich und unmittelbar von den Städten und Gemeinden erhoben wird. Die Einnahmen aus der Hundesteuer müssen nicht für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden, sondern stehen als sogenannte „Allgemeine Deckungsmittel“ für vielfältige Aufgaben, so in Eschweiler für die Jugend-, Kultur- und Sportförderung aber auch zur Finanzierung des Aachener Tierheims, zur Verfügung. „Jeder steuerpflichtige Hundehalter trägt deshalb mit der gezahlten Hundesteuer zum Gemeinwohl bei und unterstützt indirekt auch das Tierheim Aachen“, sagt Costantini. Darüber hinaus ist die Hundesteuer auch eine spezielle Ordnungssteuer, mit der die Kommune Einfluss auf die Anzahl der in ihrem Gemeindegebiet gehaltenen Hunde nehmen kann. So erheben große Städte eine hohe Steuer, um die Zahl der Hunde zu beeinflussen.

Wann muss ich meinen Hund zur Hundesteuer anmelden?

Der Hund ist innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme beim Ordnungsamt im Rathaus anzumelden. Dies kann auch online unter www.eschweiler.de geschehen. Auf der Homepage muss man nur als Suchbegriff „Hundesteuer“ eingeben, schon kann man auf das entsprechende Formular klicken.

Wie hoch ist die Hundesteuer?

Wird ein Hund gehalten, so beträgt die Hundesteuer 86 Euro jährlich. Werden zwei Hunde gehalten, so sind 105 Euro jährlich pro Hund zu entrichten. Als Halter von drei oder mehr Hunden wird man mit 123 Euro jährlich pro Hund zur Kasse gebeten. Gilt der Vierbeiner als gefährlicher Hund, wird die Hundesteuer mit einem erhöhten Steuersatz berechnet — dies ist die sogenannten „Kampfhundesteuer“. In diesem Fall sind jährlich 614 Euro zu zahlen. Werden zwei oder mehr gefährliche Hunde gehalten, so erhöht sich die Hundesteuer auf 767 Euro jährlich pro Hund.

Welche Hunde gelten als gefährliche Hunde?

„Gefährliche Hunde sind Hunde, die sich durch ihr Verhalten, Angriffe auf Menschen oder Tiere als besonders gefährlich erwiesen haben oder wenn die Gefährlichkeit durch einen Amtstierarzt festgestellt wurde“, teilt Costantini mit. Als gefährliche Hunde gelten in Eschweiler Hunde der Rasse Pittbull, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander sowie mit anderen Hunden. Auch Hunde der Rassen American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletana, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen untereinander sowie mit anderen Hunden werden in der Hundesteuersatzung als gefährlich angesehen — soweit keine Erlaubnis nach dem Landeshundegesetz nachgewiesen werden kann.

Gibt es Befreiungen oder Ermäßigungen für die Hundesteuer in Eschweiler?

Wird ein Hund ausschließlich zum Schutz und der Hilfe Blinder, Gehörloser oder sonst hilfloser Personen gehalten, so wird eine Befreiung von der Hundesteuer ausgesprochen. Dies gilt jedoch nur für einen Hund. Wird ein Hund aus dem Tierheim Aachen übernommen, so ist der Hund für zwei Jahre von der Hundesteuer befreit. Eine Ermäßigung um die Hälfte des Steuersatzes wird unter gewissen Umständen für Hunde, die zu Melde-, Sanitäts-, Schutz- oder Rettungszwecken gehalten werden, gewährt. Auch für Hundehalter, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Arbeitslosengeld II erhalten, wird auf Antrag die Ermäßigung der Hundesteuer gewährt.

Wann benötigt ein Hundehalter eine Sachkundebescheinigung?

Hunde mit einer Schulterhöhe von mehr als 40 Zentimeter oder einem Gewicht von mehr als 20 Kilogramm müssen neben der steuerlichen Anmeldung auch beim Ordnungsamt angemeldet werden. Dafür wird ein Sachkundenachweis benötigt. Entweder legt der Halter eine Sachkundebescheinigung des amtlichen Tierarztes, eines anerkannten Sachverständigen oder von Tierärzten vor, die von der Tierärztekammer benannt sind.

(pan)