Eschweiler: Hitzewellen und Waldbrandgefahr: Feuerwehr appelliert an Bürger

Eschweiler : Hitzewellen und Waldbrandgefahr: Feuerwehr appelliert an Bürger

Am Dienstag 31 Grad, in den kommenden Tagen bis zu 38 Grad: Die Sommerhitze nimmt immer noch zu. Jetzt warnen Feuerwehr und Ordnungsamt vor der Gefahr von Wald- und Grasbränden. Und auch vor den Gefahren, die ganz ohne Feuer durch die Hitze drohen, zum Beispiel, wenn Kinder oder Tiere in Autos allein gelassen werden.

„Wir fahren im Moment permanent zu Flächenbränden“, berichtete Paul Velten-Christopher, der stellvertretende Leiter der Eschweiler Feuerwehr. In nur anderthalb Stunden mussten die Wehrleute drei kleine Flächenbrände entlang der Rue de Wattrelos löschen.

In der Nacht zuvor gab es zwei Heckenbrände in Dürwiß, nur etwa hundert Meter voneinander entfernt — offenbar Brandstiftung. Bald darauf brannte illegal entsorgter Müll auf einem Park&Ride-Platz bei Weisweiler. Am Montag gab es drei Feuerstellen entlang eines Weges am Hohenstein, möglicherweise von Kindern angezündet. Und ganz aktuell stand in der Nähe von St. Jöris, auf der Gemeindegrenze zu Würselen, eine Strohmiete in Flammen — siehe Foto. Die Wehren aus Eschweiler und Würselen löschten gemeinsam.

Ein Funke reicht

Extrem gefährlich sind Zigarettenkippen. Ein Feuerwehrmann beobachtete dieser Tage, wie auf der Rue de Wattrelos Pkws vor einer Ampel anhielten: „Und dann fliegen da die Kippen aus vier Autos!“ Dabei reicht bei dem völlig vertrockneten Gras am Straßenrand ein Funke, um einen Brand auszulösen. Fahrlässige Brandstiftung nennt Velten-Christopher so etwas.

Paul Velten-Christopher von der Feuerwehr, Hauptamtsleiter Heinz Rehahn und der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Sascha Engels, gaben am Dienstag Tipps für die kommenden heißen Tage. Hier sind sie.

Vorsicht beim Grillen

Das Grillen in der Natur ist verboten. Einzige Ausnahme sind öffentliche Grillplätze wie zum Beispiel auf dem Spielplatz am Schwarzen Berg und auf dem Hohenstein. Allerdings gibt es bei der aktuellen Hitzewelle auch für diese Plätze keine Genehmigung von der Stadt.

Wer zu Hause grillen möchte: Stadt und Feuerwehr warnen nachdrücklich vor Spiritus als Brandbeschleuniger. Und noch mehr davor, die Glut mit einem Fön anzufachen. Der Funkenflug kann auch viele Meter entfernte Hecken in Brand setzen. Besonders Thuya-Hecken brennen wie Zunder. Grundsätzlich sollte man beim Grillen immer einen Eimer Wasser in der Nähe haben, vorsichtshalber.

Das kann tödlich enden

Kinder und Tiere, die in Autos zurückgelassen werden, sind dort in Lebensgefahr. Die Eschweiler Feuerwehr wurde deswegen in den vergangenen Tagen bereits zweimal zu Supermarkt-Parkplätzen gerufen. Im Sonnenschein heizen Fahrzeuge auf 50 oder sogar 60 Grad auf, da können Kinder in kurzer Zeit dehydrieren. Wenn sie dann einen Hitzschlag erleiden, kann das tödlich enden. Die Autofenster einen Spalt breit geöffnet zu lassen, reicht zur Kühlung nicht aus.

Laue Sommerabende laden dazu ein, im Freien zu feiern. Oder mindestens bei geöffneten Fenstern. Das macht den Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei derzeit erhebliche Arbeit. „Die Abenddienste vom Ordnungsamt werden jetzt oft kontaktiert“, berichtet Sascha Engels. Es gab diverse Einsätze, wenn Nachbarn bei der Polizei angerufen haben. Bei allem Verständnis für spätabendliche Feierrunden: Von 22 Uhr bis 6 Uhr früh gilt Nachtruhe. Wer dann noch die Musik laut dreht, kann den Besuch der Ordnungshüter fest einplanen.

Die öffentlichen Grünanlagen sind derzeit eher Braun-Anlagen. „Die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe kommen mit dem Gießen nicht nach“, versichert Heinz Rehahn. Und: „Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze.“ Die ist offensichtlich nicht sehr hoch, denn in Nachbarstädten wie etwa im Nordkreis sieht das öffentliche Grün nicht so traurig aus wie in Eschweiler. Jetzt appelliert die Stadt an Bürger, beim Wässern der Grünanlagen zu helfen. Man freue sich über jede Wasserspende.

Zu den Spendern gehört bereits die Eschweiler Feuerwehr. Auf eine Bitte des Stadtförsters hin bewässert sie Waldflächen mit jungen Bäumen, die von Waldbrand und Trockenheit bedroht sind.

Nicht nur im Wald, auch an Wegen innerhalb der Stadt herrscht derzeit Brandgefahr. Stadt und Feuerwehr bitten mit Nachdruck darum, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen und nirgends in der Natur ein Feuer zu entzünden. Autofahrer sollten nur auf befestigtem Untergrund parken, nie über Gras, denn das kann sich durch die Hitze des Katalysators entzünden.

Und vorsichtshalber soll man auch Waldwege frei halten — falls es mal brennt, müssen dort die Löschfahrzeuge schnell durch.

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