Herzwoche: Herz außer Takt: Vorhofflimmern

Herzwoche : Herz außer Takt: Vorhofflimmern

Über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Vorhofflimmern. Jedes Jahr kommen Tausende dazu. Mit dem Alter steigt das Risiko steil an, Vorhofflimmern zu bekommen: Bei den über 60-Jährigen liegt die Häufigkeit bei rund fünf Prozent, bei den über 80-Jährigen sind es sogar rund 15 Prozent.

Vorhofflimmern ist eine ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich für Herz und Gehirn werden kann – bis hin zu Herzschwäche und Schlaganfall. Über 35.000 Schlaganfälle pro Jahr verursacht das Vorhofflimmern allein in Deutschland.

Tückisch ist, dass Vorhofflimmern bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auftritt und dadurch lange Zeit unbemerkt bleibt. Nicht selten werden Patienten mit einer Herzschwäche oder einem Schlaganfall stationär aufgenommen und erfahren dann erst, dass das Vorhofflimmern dafür verantwortlich ist. Steht die Diagnose fest, besprechen Kardiologe und Patient die Therapiemöglichkeiten.

Bluthochdruck ist zu 70 Prozent aller Fälle die Ursache

Aufgabe des Kardiologen ist es mit Hilfe von Blutdruckmessung, Laboruntersuchungen, EKG und Belastungs-EKG sowie Herzechokardiografie die Grunderkrankung der Rhythmusstörung aufzudecken. Dann kann diese konsequent behandelt werden. Am häufigsten ist der Bluthochdruck die Ursache für das Vorhofflimmern. Bei rund 70 Prozent aller Patienten mit Vorhofflimmern vor.

Weitere Ursachen können aber auch die koronare Herzkrankheit (KHK) sein, die Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Klappenerkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Schlafstörungen (Schlafapnoe-Syndrom).

Wenn bei Patienten trotz der Behandlung mit Rhythmusmedikamenten (Antiarrhythmika) erhebliche Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen oder eine Leistungsschwäche fortbestehen, ist eine Katheterablation sinnvoll. Diese ist heutzutage ein Standardverfahren. Erfahrene Rhythmologen können bei ungefähr 70 Prozent der Patienten mit einem Eingriff anfallsweises Vorhofflimmern beseitigen. Bei anhaltendem Vorhofflimmern liegt die Erfolgsrate bei rund 50 Prozent. Bei manchen Patienten kann nach dem ersten Eingriff eine erneute Behandlung notwendig sein.

Laienverständliche Fachvorträge von Experten

Deshalb informiert die Deutsche Herzstiftung in einer bundesweiten Kampagne vom 1. bis 30. November über diese bedrohliche Volkskrankheit mit über 1000 Veranstaltungen unter dem Motto „Herz außer Takt – Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“.

Auch die Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin im St.-Antonius-Hospital beteiligt sich - wie jedes Jahr - mit Aktivitäten zur Herzwoche. Am Dienstag, 20. November 2018 werden im Talbahnhof ab 19.30 Uhr drei Referenten zum Thema „Vorhofflimmern“ die Ursachen und verschiedene aktuelle Therapiemöglichkeiten vorstellen.

Ausrichter der Veranstaltung ist Prof. Dr. Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin im St. Antonius-Hospital in Eschweiler.

Neben Prof. Janssens werden als Referenten Oberarzt Ingo Maywald, Dr. med. Julia Münch und Oberarzt Dr. med. Serdan Katurman teilnehmen. Im Anschluss an die laienverständlichen Vorträge stellen sich die Experten in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Besucher.

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