Herbst-Laub kein Problem auf Eschweiler Radwegen

Radfahren im Herbst : „Blätterschmiere“ vermeiden

Der Herbst zeigt sich bislang vorwiegend von seiner schönen Seite. Für viele ein Grund mehr, möglichst oft das Fahrrad zu nutzen. Eben weil es so trocken ist, haben die meisten Bäume bereits viele Blätter verloren. Auf Radwegen können die zur Gefahr werden, weil sie Hindernisse verbergen.

Und wenn bald doch das nasse Schmuddelwetter kommt, droht auf laubverschmutzen Radwegen eine richtige Rutschpartie.

Rad- und Gehwege begeh- und befahrbar zu halten ist Aufgabe der Stadt. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) appelliert aktuell an die Kommunen, die Wege in diesem Herbst besonders regelmäßig von Laub und Zweigen zu befreien. Je nachdem, wie groß die Laubberge sind, können darunterliegende Hindernisse wie Kastanien, Eicheln oder Schlaglöcher nicht mehr gesehen werden, erklärt Christina Wolff vom ADFC NRW die Gefahr.

Bislang kein Laub-Problem

„Wo richtig viel Laub liegt, kann man oft nicht mehr den Übergang zwischen Fahrradweg und Straße sehen, und rutscht weg, wenn man über die Kante fährt“, erklärt sie.

Richtig gefährlich werde es, wenn der nächste Regen kommt. Dann könne auf den ungeräumten Radwegen eine richtige „Blätterschmiere“ entstehen, auf denen Radfahrern leicht der Reifen wegrutscht. In Eschweiler seien durch das erhöhte Laubaufkommen bislang keine Probleme entstanden, sagt Stadtsprecher René Costantini. Auf den Radwegen im Stadtwald liege zur Zeit natürlich auch Laub. Die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) reinigen die Wege grundsätzlich einmal im Monat. Alle Radwege würden aber ohnehin im Rahmen des Eschweiler Klimaschutzteilkonzepts Mobilität (Esklimo) daraufhin überprüft, ob sie gut befahrbar sind, sagt Costantini.

Die Stadt zeigt sich allerdings nur für einen kleinen Teil der Radwege verantwortlich. Grundsätzlich gilt, dass jeder selbst für seine Straßen verantwortlich ist. Heißt: die Stadt für Kommunalstraßen, das Land (und damit die Straßenmeisterei) für Landes- und Bundesstraßen außerhalb von Ortschaften und die Städteregion für Kreisstraßen. Anwohner sind im Regelfall für ihren Abschnitt der Straßen zuständig, also haben die meisten Bewohner der Stadt selbst die Pflicht, Geh- und Radwege von Laub zu befreien.

Radfahrer können die Verantwortung für potenzielle Unfälle durch Laub allerdings nicht gänzlich abgeben. Gerichte haben entschieden, dass sie sich bei hohem Laubaufkommen „besonders vorsichtig“ zu bewegen haben und nicht unbedacht in Blätterhaufen hineinfahren sollten.

Das bringt jedoch ein weiteres Problem mit sich: „Um das Laub zu umfahren, neigt man als Radfahrer dazu, nicht ganz so nah am Rand zu fahren“, sagt Wolff. „Dadurch kommt man aber weiter in die Fahrbahnmitte und somit näher an die Autos, was auch Gefahren birgt.“ Wer also größere Laubhaufen bemerkt, sollte diese melden. In Eschweiler geht das bei der Stadtverwaltung oder direkt bei der WBE unter 50960.

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