Eschweiler: Herbst-Kunstausstellung: Malerei, Skulpturen und Fotografien

Eschweiler : Herbst-Kunstausstellung: Malerei, Skulpturen und Fotografien

Werden die Tage langsam kürzer und das Blattwerk der Bäume beginnt, in bunt zu leuchten, dann drängt es Kunstliebhaber in den Nordwesten der Indestadt. Die Herbst-Kunstausstellung in der ehemaligen Abteikirche des Zisterzienserinnen-Klosters St. Jöris hat ihren festen Platz im Kulturkalender.

Und sie ist eng mit dem Namen Dieter Eichelmann verbunden. Der Bildhauer und Keramiker initiierte vor inzwischen 15 Jahren die Premiere und zeichnet immer wieder dafür verantwortlich, dass Künstler die außergewöhnliche Atmosphäre nutzen, um ihre Werke zu präsentieren. In diesem Jahr ist einiges anders: Als Eichelmann vor einigen Monaten erkrankte, schien die Herbst-Kunstausstellung 2017 gefährdet.

Doch auf Freunde, Weggefährten und Kollegen war Verlass. Eine Künstlergruppe um Malerin Astrid Bohne nahm die Organisation der 16. Herbstausstellung in die Hand. Das Ergebnis können die Kunstliebhaber der Region am Freitagabend (06. Oktober) ab 19 Uhr bei der Vernissage sowie an den beiden folgenden Tagen begutachten.

15 Künstler, darunter Dieter Eichelmann, der sich auf dem Weg der Besserung befindet, zeigen Bilder, Objekte und Fotografien. Eine Tanzperformance von „Merkwürdige-e Gestalten“ ermöglicht zur Eröffnung einen ganz eigenen Blick auf Kunst.

„Wir haben viel Kraft investiert, um diese Ausstellungsreihe ohne Unterbrechung fortsetzen zu können“, wirft Astrid Bohne einen Blick in die jüngere Vergangenheit, in der viele Gespräche mit Künstlern stattgefunden haben. „Bei uns allen war die Bereitschaft aber selbstverständlich, dies für Dieter Eichelmann zu tun“, spricht die Malerin auch im Namen ihrer Mitstreiter.

Doch eine Ausstellung mit so vielen Künstlern auf überschaubarem Raum hat ihre Notwendigkeiten: „Eine Maßgabe an die Aussteller lautete, sich auf ein bis zwei Werke zu beschränken“, erläutert Bohne. Trotzdem oder gerade deswegen steht die Ausstellung im Zeichen der „Vielfalt der Kunst“.

„Ein Begriff, der durchaus als Überschrift genutzt werden könnte“, stimmt die Organisatorin zu. „Individuelle Persönlichkeiten sorgen dafür, dass unterschiedliche Stile aufeinandertreffen, sich ergänzen und austauschen. Ganz ähnlich, wie dies auch Menschen unterschiedlicher Kulturen tun“, werden auch gesellschaftspolitische Aspekte deutlich.

So haben die Besucher bis Sonntag die Möglichkeit, sich unter anderem mit einem Objekt von Eichelmann, das nicht zuletzt die Barmherzigkeit pflegender Menschen in den Mittelpunkt stellt, einem auf Details fokussierten Bild von Stephanie Radermacher, das den Titel „Baumherz“ trägt sowie den „Bildgedichten“ von Monika Jonas, die das Phänomen Zeit durch das lyrische Erleben von Natur als „Poesie des Augenblicks“ darzustellen versucht, auseinanderzusetzen.

Auch Astrid Bohnes Gesichter von Frauen, die Gefühle ausdrücken, „die vielleicht vorhanden sind“, aber auch mit der Erkenntnis des Scheiterns konfrontieren, da es nicht möglich zu sein scheint, „das Große und Ganze vollkommen zu erfassen“, dürften die Betrachter zum Nachdenken animieren und bei ihnen Emotionen wecken.

Ebenso das großflächige Bild der Malerin Edith Bachmann, das ihrer Ausstellung „Animalis“ entstammt und im Kontrast zu den zahlreichen eher abstrakten Präsentationen etwas Gegenständliches darstellt, mit dem die Aachenerin ihren Respekt vor der Natur und der Kreatur ausdrücken möchte.

Und natürlich das „Erzählbild“ von Franz-Josef Kochs, dessen Ursprung in einem „Schiebetheater“ liegt, das der Vorsitzende des Kunstvereins Alsdorf einst von seinem Vater geschenkt bekam. Wie die vielen weiteren Kunstwerke ebenso.

(ran)
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