Hennes Bender: „Ulla Schmidt scheint mein größter Fan zu sein“

Hennes Bender im Talbahnhof : „Ulla Schmidt scheint mein größter Fan zu sein“

„Ich bin Hennes Bender und Ihr nicht!“, gab Hennes Bender bei seinem Gastspiel im Eschweiler Talbahnhof den Ton an. Und das Publikum war von Beginn an begeistert vom Jubiläumsprogramm „Alle Jubeljahre: Das Beste aus 50 Jahren – von Shakespeare bis Spongebob“ des Bochumer Comedian.

Er stellte anhand eines mitgebrachten Banners eindrucksvoll unter Beweis, dass Humor und Politik sich nicht ausschließen: „Die Aachener Politikerin Ulla Schmidt scheint mein größter Fan zu sein, denn sie hat die gleiche Frisur und die gleiche Brille wie ich“. Und Bender stellte nach Google-Recherche fest, dass Eschweiler mit Martin Schulz einen berühmten Mann hervorgebracht habe. „Alle denken, er ist Würselener. Dabei wurde er in Hehlrath geboren!“.

Immer wieder zieht Hennes Bender Vergleiche zwischen damals und heute: „Als man mit einer Kamera noch nicht telefonieren konnte, da hat man nicht sein Essen fotografiert. Das wäre ja bei 36 Bildern pro Film und einer Entwicklung nach drei Monaten nicht sinnvoll gewesen, dann noch seinen Sauerbraten mit Rotkohl dem Kollegen zu zeigen nur damit der dann sagt: gefällt mir!“

Mehr Publikumsnähe geht kaum. Nach der Puase geht Bender auf Publikumswünsche ein, steigt zu später Stunde in Reihe Eins sogar auf einen Stuhl und schmachtet eine Frau mit „Dreams are my reality“ an – eine Erinnerung an die Jahre, in denen er nach den Kindergeburtstagen auf den ersten Feten war und den Klammerblues oder Engtanz ausprobierte.

Auf ein großes Bühnebild, wie es manche Kollegen mit viel Aufwand transportieren, kann Bender verzichten. Er kommt mit einem schwarzen Vorhang, einem Hocker und einem Mikrofon aus. Er punktet mit Wortwitz, und einige Anekdoten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm – zum Beispiel sein „Aushäusig aber fussläufig“. „Was ist das eigentlich alles? Der Tank ist voll leer? Ja was denn nun? Oder: Fahr mal langsam schneller! Und: Was ist das, Gefrierbrand? Das ist ja so wie glücklich verheiratet“, mutmaßte Bender. Aber Spaß beiseite, das Geheimnis einer glücklichen Ehe sei, wenn man miteinander lachen kann.

Seinen allerersten Bühnenauftritt hatte Hennes Bender übrigens nicht mit Comedy, sondern 1968 bei einer Shakespeare-Aufführung in seiner Heimat. Und mit einem Monolog vom Waldelf Puck aus dem Shakespeares „Sommernachtstraum“ beendete der Comedian den besonderen Abend auch äußerst eindrucksvoll unter großem Beifall des Eschweiler Publikums.