Eschweiler-Weisweiler: Helene und Johann Danner sind seit 60 Jahren verheiratet

Eschweiler-Weisweiler : Helene und Johann Danner sind seit 60 Jahren verheiratet

Viele Ehepaare haben in ihrer gemeinsamen Zeit die Stadt Eschweiler in der ein oder anderen Form geprägt. Dass man vom Rheinland aus sogar Gemeinden in den Alpen beeinflussen kann, haben Helene und Johann Danner bewiesen. Am Mittwoch ist ihre Diamanthochzeit, die sie am 2. September feiern, und was sie in ihren zahlreichen Urlauben im Ötztal erlebt haben, damit könnte man wohl Bücher füllen.

Dabei ist schon ihr Kennenlernen eine Anekdote wert: Sie war Verkäuferin in einer Bäckerei, während er als Monteur in der Grube Weisweiler arbeitete. Im Herbst 1957 kam er nun mit mehreren Kollegen in die Bäckerei, wo einer aus Spaß den Ring der freundlichen Verkäuferin mitnahm, die sogleich ihren zukünftigen Ehemann beschuldigte. Der hatte nichts getan, aber die Begegnung brachte das Paar zusammen, das ein knappes Jahr später heiraten sollte.

Viel unterwegs

Beide hatten viele Geschwister und es fühlte sich an, „als wären wir eine Karnevalsgesellschaft“, erinnert sich die 81-Jährige zurück: „Wir machten immer nur Unsinn!“ Der familiäre Zusammenhalt schweißte auch das Ehepaar zusammen, das immer viel unterwegs war. Das lag allein schon daran, dass sie politisch tätig waren, sich im Karneval kaum etwas entgehen ließen und natürlich besonders an den bereits erwähnten Urlauben. „Wir packten immer gern die Koffer“, bestätigte Helene Danner.

Und dann ging es ab ins Ötztal nach Niederthai, wo man schnell eine feste Gruppe zusammenhatte, mit denen man im Winter Ski fuhr und im Sommer wanderte. In abenteuerlichen Seilzügen überwand man steile Anstiege, Autos wurden zu Skiliften und die Abende bis zur letzten Sekunde ausgekostet. Als „Tea Time“ wurden schnell die Skipausen berüchtigt, bei denen sich die ganze Gruppe auch gerne „von Innen“ wärmte.

„Sex Shop“

Schließlich brachte man sogar örtliche Skishop-Betreiber zur Verzweiflung, wenn auf dem Schild plötzlich „Sex Shop“ stand — aber damit hatte die lustige Truppe aus allen Teilen Deutschlands „selbstverständlich“ nichts am Hut.

„Wir haben in Saus und Braus dort gelebt“, da ist sich das Ehepaar Danner einig. Doch bei allen Späßen durfte der Sport nie zu kurz kommen. Beide waren im Schwimmverein als Betreuer tätig und nutzten ihre reichliche Erfahrung, um den Kindern tolle Ausflüge zu ermöglichen. Noch heute werden sie wiedererkannt und es wird sich brav für die ereignisreichen Urlaube bedankt — davon zeugen auch Gedichte, die das Ehepaar damals von den Kindern erhielt.

Rauschender Abend

Als Hallenmeister kümmerte sich der heute 85-Jährige um die Weisweiler Festhalle, in der schließlich auch der ein oder andere rauschende Abend gefeiert werden sollte, während sie für die Stadt Eschweiler tätig war.

An zahlreiche Wandertage kann man sich noch erinnern, die man in der Region absolvierte. Das hielt Beide immer fit und so konnten viele Urlaube noch gemeinsam mit Tochter Bettina und ihrem Mann genossen werden. Der familiäre Zusammenhalt blieb mit den neuen Generationen immer groß, auch wenn man Widerstände überwinden musste, wie die aufwendige Renovierung ihres 1999 geerbten Hauses in Weisweiler.

Dort wohnen sie noch heute und erinnern sich zurück an die rauschenden Abende in Tirol und die glücklichen Kinderaugen, die sie als Betreuer bei den Ausflügen erlebten. Und auch wenn man es heute ruhiger angehen lässt — keine Sekunde ihres geschichtenvollen Lebens lassen die Danners sich mehr nehmen.

(cheb)