Eschweiler: Heiter, ernst und stets berührend: Eine Zeitreise im Talbahnhof

Eschweiler: Heiter, ernst und stets berührend: Eine Zeitreise im Talbahnhof

Er ist ein großartiger Sänger, Gitarrist und ein humorvoller, sympathischer Mensch: Klaus Lage. Bei seine Soloauftritt im Talbahnhof gewinnt er die Eschweiler sofort für sich und in einer entspannten Atmosphäre in kleinem Rahmen entstand ein toller Abend.

Er ist seit den 80ern ein Star. Mit seiner Band füllte er große Hallen. Kaum einer kennt ihn und seine Musik nicht - und nun ist Klaus Lage mit seinem Soloprogramm auf Tournee und begeistert wieder ungezählte Menschen. Hinter dem Titel „Zeitreisen“ versteckt sich ein Programm, das seine Lebensgeschichte nachzeichnet. Mal humorvoll, mal ernst erzählt Lage von seiner Kindheit, von der Jugend, der ersten großen Liebe und seinem Lebensweg bis hin zu dem Mann, der er jetzt ist. Dabei untermalt er seine Geschichten mit Songs, die zur jeweiligen Zeit oder in Erinnerung daran entstanden.

Schon bevor der Musiker die Bühne betrat, herrscht im Talbahnhof eine Spannung, die die Vorfreude vieler zum Ausdruck brachte. Als er dann auf die Bühne trat, empfing ihn freudiger Applaus. Und auch Klaus Lage schien sich auf seinen Auftritt im Talbahnhof zu freuen. Lachend begrüßte er das Publikum und ergriff seine Gitarre. Bevor er jedoch zu spielen begann, erklärte er den Zuschauern, weshalb er sich mit dem Rheinland verbunden und sich deshalb auch hier in Eschweiler wohl fühlte.

Der gebürtige Soltauer lebte nämlich eine Zeitlang in Düsseldorf und machte dort viele gute Erfahrungen. Und so begann er den Abend mit dem Lied „Ich bin wieder zu Haus“, was beim Publikum sofort für eine angenehme Stimmung sorgte. Immer öfter konnte man Reaktionen vernehmen. Sei es ein Ausdruck der Freude, wenn ein bestimmter Song gespielt wurde, oder schallendes Lachen, weil Lage humorvoll eine Anekdote nach der anderen zum Besten gab. Und so wie das Publikum auf Klaus Lage reagierte, reagierte dieser auch auf sein Publikum: Da herrschte Nähe zwischen dem Musiker und seinen Gästen.

In der ersten Halbzeit wurde viel gelacht. Lage erzählte von seiner Jugend, seiner ersten Band und wie er damals in Berliner Clubs für einen „miserablen Stundenlohn“ gespielt hatte, einfach um mit seiner Band auf die Bühne zu gehen. Doch man spürte, dass die Texte, die auf den ersten Blick witzig erschienen, zum Teil eine ernste Botschaft in sich trugen. .

Die zweite Halbzeit begann Klaus Lage mit einem aus dem Fernsehen wohl bekannten Song. „Faust auf Faust“, der Titelsong zum Schimanski-Tatort „Zahn um Zahn“ war damals ein Hit und ist auch heute noch wohl bekannt. „Der Film war schon ok“, meint Lage dazu „aber der Song war super!“ Auch zu Götz George, der den Schimanski darstellt, hat Klaus Lage eine Meinung: „Der alte Mann ist immer noch gut drauf!“, sagt er grinsend und prompt erhält er eine Antwort aus dem Publikum: „Da habt ihr ja was gemeinsam“, gibt ihm einer der anwesenden Eschweiler ein Kompliment. Und das stellte der immerhin schon 63-jährige im Anschluss unter Beweis.

Mit Leidenschaft und Spaß präsentierte Lage seine Klassiker und brachte den Talbahnhof noch einmal richtig zum Beben. „Klaus? Hast du eigentlich noch Lust, diesen Song zu spielen?“, stellte er selber die Frage, die wohl alle interessiert, wenn es um „Tausend mal berührt“ geht, und beantwortete sie mit „Jaaaa!“ Anschließend überraschte er mit einer etwas anderen Version des Klassikers, die das Publikum nicht weniger dazu animierte, laut mitzusingen. Sichtlich erfreut darüber forderte er auch bei den folgenden Liedern dazu auf, die Zeilen mitzusingen, die bekannt waren. Kein Wunder, dass der Musiker nach diesen intensiven Minuten mit seinem Eschweiler Publikum standing ovations erhielt.

Und nach einem tosenden Applaus schloss Klaus Lage sein Programm sehr gefühlvoll. Mit einem Lied über sein Leben, über seine Erinnerungen und seine guten wie schlechten Erfahrungen, berührte er die Anwesenden einmal mehr. „Ich bin noch nicht an der Endstation angekommen.“, heißt es da, aber die Erinnerungen an Vergangenes behalte er bereits jetzt tief in sich.

Mit den Zugaben wurde es ein langer, wunderbarer Abend im Talbahnhof, der Zuhörern und Lage viel Freude machte.

(kaba)
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