Grundschule Weisweiler spendet 2500 Euro für Kinderdorf in Peru

Hilfe für Gleichaltrige in Peru : Weisweiler Grundschüler erlaufen Geld für ein Kinderdorf

Bevor die Weisweiler Grundschüler im Stadion ihre Runden beim Sponsorenlauf gedreht haben, haben sie sich in den Klassen vorbereitet. Sie wollten schließlich wissen, wofür sie laufen und spenden: ein Kinderdorf in Peru in 3200 Metern Höhe. Bald arbeiten sie daran, wie sie den Kontakt nach Südamerika ausbauen können.

Elias weiß von seinem Opa, wie es ist, in einer bergigen Region zu leben, wo das meiste zu Fuß erledigt wird. Der Opa des Neunjährigen wohnt in Marokko. Deswegen war er nicht überrascht, als er in einem Video über ein abgelegenes Kinderdorf in 3200 Metern Höhe in Peru gesehen hat, wie beschwerlich die Wege der Kinder dort sind. Kinder, die in Elias’ Alter sind oder jünger. Ein großer Unterschied zwischen dem Grundschüler der 4a und den 60 jungen Peruanern: Sie wohnen eben nicht mehr zu Hause, sondern in jenem Kinderdorf, weil sie (Halb-)Waisen sind oder aus anderen Gründen nicht mehr bei ihren Familien leben können. Das Dorf wird über Spenden finanziert und über einen deutschen Verein mit einer Partnerschaft vor Ort betrieben.

Elias’ Schule, die Grundschule in Weisweiler, will helfen, dass die Kinder dort die bestmögliche Chance für ihre Zukunft erhalten. Daher hat Elias mit zwei anderen Mitschülern stellvertretend für alle am Dienstagmorgen in der Pausenhalle einen Scheck von 2500 Euro an den Verein „Herzen für eine neue Welt“ (siehe Infobox) überreicht, der das Kinderdorf betreibt. Gesammelt haben die Schüler dieses Geld im Oktober beim Sponsorenlauf; es ist die Hälfte der Gesamtsumme.

Zustande gekommen ist der Kontakt über eine Lehrerin, die im Sommer vor einem Jahr privat in Peru war und von dem Projekt erfahren hat. „Das war die Initialzündung“, sagt die kommissarische Schulleiterin Nina Thoma. „Wir wollten für einen Verein spenden, der kleiner ist, und bei dem wir wissen, dass das Geld auch zum größten Teil für ein bestimmtes Projekt verwendet wird.“ Abgesehen von der jetzigen Spende hat die Schule schon ältere Ausgaben von Englisch-Lernheften in das südamerikanische Land geschickt. Und: Vor dem Spendenlauf haben sich die Schüler mit dem Kinderdorf und einem Tagesablauf dort im Unterricht auseinandergesetzt, damit sie wissen, wofür sie ihre Runden beim Sponsorenlauf drehen. „Ich finde es toll, dass wir das machen. Ich kenne das von den Sternsingern, bei denen ich schon zwei mal mitgemacht habe“, sagt die neunjährige Valentina, die wie Elias in die 4a geht. „Wie wir das Projekt weiterverfolgen und wie wir den Kontakt halten, werden wir im kommenden Jahr mit den Klassen erarbeiten“, sagt Schulleiterin Thoma.

Ein Schritt könnten Brieffreundschaften sein, findet Henrik aus der 3a. Es sei ja interessant, was die Kinder zu erzählen hätten. „Und jeder ist begeistert von Fußball, wie wir auch!“ Eine andere Möglichkeit, an die Nina Thoma schon gedacht hat: Video-Telefonat mit Übersetzer, damit sich die Schüler auch sehen können.

Als Walter Leidinger vom Verein „Herzen für eine neue Welt“ über das Kinderdorf in Peru berichtet, stellen die interessierten Kinder ihm Fragen. Zum Beispiel: Wie feiern die Kinder Weihnachten? Haben sie Fahrräder? Wie lange leben sie in dem Kinderdorf? Foto: ZVA/Carsten Rose