Gregor Gysi ist Gast im Talbahnhof Eschweiler

Gregor Gysi Gast im Talbahnhof : „Ein Leben ist zu wenig“

Gregor Gysi hat das linke Denken in Deutschland wesentlich geprägt. Der Politiker und Autor berichtet im Eschweiler Talbahnhof über sein Leben und sein aktuelles Buch.

Als Gregor Florian Gysi wurde der Politiker und Autor 1948 in Berlin geboren. Gregor Gysi hat linkes Denken in Deutschland wesentlich geprägt und hat es wieder gesellschaftsfähig gemacht.

So war er nach der Wende bis zum Jahr 2000 Vorsitzender der Bundestagsfraktion der PDS. In der Zeit zwischen 2005 und 2015 führte er die Fraktion der Nachfolge der Nachfolgepartei Die Linke. Anschließend wurde er zum Präsidenten der Europäischen Linken gewählt.

Gregor Gysis Autobiographie ist ein Geschichts-Buch, das die Erschütterungen und Extreme, die Entwürfe und Enttäuschungen des 20. Jahrhunderts auf sehr persönliche Weise erlebbar macht. Es erzählt von Gysis zahlreichen Leben: als Anwalt, Politiker, Autor, Moderator und Familienvater.

Am Montag, 20. Januar, 20 Uhr, trifft er sich im Talbahnhof zum Gespräch mit Hans-Dieter Schütt. Der Titel lautet: „Ein Leben ist zu wenig“.

Kaum ein deutscher Politiker wurde so geschmäht, kaum einer schlug sich so erfolgreich durchs Gestrüpp der Anfeindungen – hin zu einer anerkannten Prominenz: In seiner Autobiographie erzählt Gregor Gysi von seiner Berliner Kindheit und Jugend, schildert seinen Weg zum Rechtsanwalt, gibt Einblicke in sein Verhältnis zu Dissidenten (“Rudolf Bahro war mein spannendster Fall“), beleuchtet die Spannungsfelder an der Spitze von Partei und Bundestagsfraktion.

Vor allem aber berichtet er von der erstaunlichen Wendung, die sein Leben mit dem Herbst 1989 nahm: Der Jurist wird Politiker. „Einfach wegrennen, das wollte ich nie“, sagt Gysi und trifft damit einen Kern seines Wesens: Widersprüche aushalten. Ein Leben und eine Familiengeschichte, die von Russland bis Rhodesien führt, in einen Gerichtsalltag mit Mördern und Dieben, und zu der ein Lob Lenins und die Nobelpreisträgerin Doris Lessing gehören.

Das Gespräch über Buch und Leben moderiert der Berliner Journalist Hans-Dieter Schütt.