Eschweiler: Golfanlage Haus Kambach: In 25 Jahren zur Top-Adresse gewachsen

Eschweiler : Golfanlage Haus Kambach: In 25 Jahren zur Top-Adresse gewachsen

Begonnen hat alles in einem Baucontainer am Ortsrand von Kinzweiler. In dem residierte Marlies Thywissen und akquirierte per Wählscheibentelefon Enthusiasten für ihre Golfanlage. Die war damals noch weitestgehend Vision: Dort, wo heute die Driving Range der Kambacher Golfanlage ist, parkte damals noch ein Rübenroder im matschigen Acker.

32 Jahre ist es inzwischen her, dass Marlies Thywissens Ehemann Fidelis angesichts der damaligen Situation der Landwirtschaft zu der Überzeugung gekommen war, dass eine Golfanlage die lukrativste „Fruchtfolge“ auf den Kambachschen Äckern, seit fünf Generationen in Familienbesitz, darstellte. Sieben Jahre dauerte es, bis aus den Äckern Golfrasen geworden war. Sieben Jahre, in denen Marlies Thywissen alle Hebel in Bewegung setzte, ihren Traum zu verwirklichen. Und dabei auch auf die Unterstützung der Stadt — namentlich der damaligen Technischen Beigeordneten Gerlinde Brockmann — bauen konnte.

72 Hektar groß

25 Jahre ist es nun her, dass die 72 Hektar große Golfanlage eröffnet wurde. Eine Anlage, die ihresgleichen sucht. Dazu trägt schon das idyllische Wasserschloss Kambach mit seinem angrenzenden Park bei, das in der Denkmalliste der Stadt Eschweiler auf Platz 1 aufgelistet ist und inzwischen als Restaurant unter Führung von Inken Schemme und Küchenchef Michael van de Mosselaar einen hervorragenden Ruf genießt.

Dass das seinerzeit stark renovierungsbedürftige Schloss zukunftsfit gemacht werden konnte, wäre ohne den Golfbetrieb nicht möglich gewesen. Dessen Kambacher Anfänge lagen in einer Zeit, als der Golfsport hierzulande noch Nachholbedarf hatte. Was sich schnell änderte: Vor 30 Jahren gab es in Deutschland etwa 200 Golfanlagen, bei der Eröffnung der Anlage in Kinzweiler war die Zahl bereits auf 400 hochgeschnellt. Heute sind es über 730. Die erhoffte Goldgrube verflachte.

„Noch immer ist es so, dass Kambach nicht zu den Gewerbesteuerzahlern am Ort gehört“, bestätigt Fidelis Thywissen. Die ursprüngliche Planung vor 25 Jahren sah dies komplett anders.“ Die schwierige Marktsituation habe dazu geführt, dass vom ursprünglichen aktiven Familien- und Freundeskreis, der den Golfclub und das Unternehmen aufgebaut hat, nur noch er selbst und seine Frau übrig geblieben sind. Und beide verhehlen nicht, „dass die Verantwortung für zahlreiche Arbeitsplätze, aber auch für das Vertrauen der Kunden durchaus auch schlaflose Nächte bereitet.“

Thywissens Credo: Qualität zahlt sich aus. Und so wird immer weiter in die Anlage, die Gebäude, den Fuhr- und Maschenpark investiert. Nicht nur die Stadt Eschweiler in Person von Bürgermeister Rudi Bertram, der die Golfanlage als wichtigen Standortfaktor für die einen Strukturwandel durchlebende Indestadt sehen, dankt es ihnen. Das tun vor allem auch die Golfer. Seit 19 Jahren führt Klaus-Dieter Wolf den hier im Januar 89 von Marlies Thywissen gegründeten Golfclub.

Reichte der Einzugsbereich Kambachs in den Anfangsjahren bis hinter Köln, so hat die Vielzahl neuer Anlagen das Gebiet inzwischen auf das Gebiet zwischen Grenze und Düren schrumpfen lassen. Nicht geschrumpft ist dagegen die Zahl der Orte, an denen Kambachs Golfer ihre Schläger schwingen können. Haus Kambach ist Kooperationen mit dem „Würzburger Kreis“ und dem Zusammenschluss „WunderPar“ eingegangen. „Alle Kambacher Mitglieder können so befreundete Golfanlagen zu günstigen Konditionen nutzen“, erläutert Geschäftsführer Hubertus Kühne.

Kontakte schaffen und vertiefen

Den Mitgliedern über den Golfsport hinaus einiges zu bieten, das ist das erklärte Ziel von Club und Anlagenbetreibern. „Wir wollen, dass unsere Mitglieder hier einen Freundeskreis, eine Familie finden“, sagt Thywissen. Auch auf dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Neu-Mitglieder, die nicht innerhalb von drei Jahren voll ins soziale Gefüge eines Clubs integriert sind, die Lust verlieren und gehen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es unter anderem Empfänge und Beginner Cups, die Kontakte schaffen und vertiefen.

Es gibt „legendäre Clubfeste“, wie Wolf versichert, ebenso wie sportliche Erfolge: Im Seniorenbereich spielen derzeit sieben Kambacher Teams in unterschiedlichen Ligen. Kambach punktet mit Gastronomie — für September ist die Eröffnung der „Brasserie K.“ geplant, mit der Michael van de Mosselaar die gastronomische Lücke in Kinzweiler/Hehlrath familienfreundlich schließen will —, mit Trauungen, die Bürgermeister Rudi Bertram höchstselbst hier in idyllischem Rahmen vollzieht, und mit Veranstaltungen wie dem Kambacher VIP-Talk in der Tenne, bei dem neben Rudi Bertram unter anderem schon Christian Lindner, Brings, ARD-Urgestein Werner Sonne, Graf Lambsdorff und der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, sich den Publikumsfragen stellten. Und für dieses Jahr ist auch wieder ein Adventsmarkt geplant. „Die ersten 25 Jahre jedenfalls machen Mut“, sagt Fidelis Thywissen, „die Zukunft mit Zuversicht anzugehen.“