Geschichte lebendig machen bei der VHS Eschweiler

Vorträge zum Thema Nationalsozialismus : VHS macht Geschichte lebendig

Die Volkshochschule Eschweiler bietet in Zusammenarbeit mit dem Eschweiler Geschichtsverein zwei Veranstaltungen an, um sich mit der Geschichte der Nationalsozialisten auseinander zusetzen.

Am Donnerstag, 10. Oktober, 19.30 Uhr, referiert der Journalist Friedhelm Ebbecke-Bückendorf zum Thema: „Kristallnacht 1938 in Eschweiler und die Schicksale der damals verhafteten Bürger“.

Bei dem Judenpogrom im November 1938 wurden überall im Deutschen Reich Synagogen geplündert und in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte wurden zerstört und ihre Inhaber für Wochen in Konzentrationslager gesperrt. Auch die Eschweiler Synagoge an der Moltkestraße ging in Flammen auf, die Weisweiler Synagoge wurde verwüstet. Trupps der Nazi-Partei zerschlugen Wohnungen und Geschäfte zum Beispiel in der Uferstraße und der Englerthstraße. Zwölf jüdische Geschäftsleute aus Eschweiler und Weisweiler mussten ins KZ.

Friedhelm Ebbecke-Bückendorf zeichnet in seinem Vortrag die Geschehnisse des Pogroms in Eschweiler nach und berichtet, was aus den damals ins KZ gebrachten zwölf Männer und ihren Familien wurde.

In Eschweiler gibt es wie in vielen anderen europäischen Städten, so auch in Stolberg, kleine Gedenktafeln, so genannte Stolpersteine, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet und meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen.

Am Samstag, 12. Oktober, führt Friedhelm Ebbecke-Bückendorf von 15 bis ca. 18 Uhr eine Stadtführung durch und schildert anhand der in der Eschweiler Innenstadt verlegten Stolpersteine die unterschiedlichen Familienschicksale der Eschweiler Juden. Eine Anmeldung unter Tel. 02403/70270 ist erforderlich.