Eschweiler: Generationenwechsel: Familienbande im Seniorenzentrum

Eschweiler : Generationenwechsel: Familienbande im Seniorenzentrum

Im Senioren- und Betreuungszentrum Eschweiler (SBZ) steht die nächste Generation in den Startlöchern. Denn gleich sechsmal haben Kinder von aktuellen Mitarbeitern den Weg in das Pflegeteam des SBZ gefunden. Mal aus Zufall, mal weil sie als Begleitung ihrer Eltern im Altersheim fast schon aufgewachsen sind.

Die Zusammenarbeit läuft bestens, da sind sich alle Beteiligten einig und man kennt sich schließlich untereinander. Da können auch mal schnell Fahrgemeinschaften organisiert und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Bei Mia und Monika Radau war die Zusammenarbeit eigentlich gar nicht so geplant. Mia wollte eigentlich mit Pferden arbeiten, aber ihr Weg hat sie nach der Schule doch zum Jahrespraktikum im SBZ geführt, aus Baesweiler wurde sie dann immer wieder mitgenommen. Am Ende hat es ihr so gut gefallen, dass das Praktikum direkt in eine Ausbildung als Altenpflegerin, wie bei ihrer Mutter, übergegangen ist und jetzt ist Mia frisch angestellt worden.

Auch bei Niklas Flecken und seiner Mutter Sonja war es mehr Zufall. Niklas hatte vorher keine Erfahrungen in dem Bereich gesammelt und wurde dann nach der Schule als Hilfskraft angestellt. „Das hat Spaß gemacht“, erzählt er und die Anregung durch die Mutter wurde angenommen. Die Familientradition wurde somit fortgesetzt - denn auch die Großmutter arbeitete bereits dort und Niklas war von Anfang an oft vor Ort. Jetzt macht er seine Ausbildung zum Altenpfleger und ist mehr als zufrieden.

Bei der Familie Kobalay kam die Freude an der Pflege von der Frau des Bruders von Nzozi Kobalay. Das führte ihn zu einem Praktikum vor Ort und obwohl es ihm am Anfang noch etwas schwerfiel, macht er heute mit Freude seine Arbeit. Und da freute es ihn natürlich, dass seine Tochter Naomi früh dabei war und nach ihrer Ausbildung als Altenpflegerin übernommen wurde. „Sie hat einen tollen Umgang mit den Leuten“, bescheinigt ihr auch Mia Radau, mit der sie die Ausbildung absolvierte. Naomi kam durch das Bus-Projekt zum SBZ. Auf der Berufsfachschule ging sie dabei an vier Tagen und kam an einem Tag immer ins Altersheim. Und auch der Sohn ist jetzt dabei, er arbeitet aktuell in der Küche des Hauses.

Für Sabine Hartmann, die als Stationshilfe im SBZ arbeitet, ist es ein „Beruf, den man mit Liebe oder gar nicht macht“. Für sie ist klar: „Wenn es den Eltern gefällt, dann gefällt es den Kindern auch!“ Ihre Tochter Julia, die nach ihrer Ausbildung als Altenpflegerin ebenfalls übernommen wurde, ist das bestes Beispiel, denn sie war bei den Spätdiensten ihrer Mutter vom Kindesalter an oft dabei. Zuerst arbeitete man sogar zusammen auf einer Station. Eine besondere Situation, aber auch eine, die die beiden noch mehr zusammenschweißte. Für Julia kam schon nach der Schule „kein anderes Haus in Frage“.

Dana Verhaegen ist „hier quasi geboren“, sagt ihre Mutter Elke. Seit 1995 ist sie dabei und ihre 1998 geborene Tochter hatte bereits früh Kontakt zu den Hausbewohnern. Kaum verwunderlich, dass auf ein Praktikum nach der Schule schnell Aushilfsarbeit wurde und später eine Ausbildung zur Altenpflegerin folgte.

In einem sind sich alle Familien - und auch das sechste Familiengespann im Bunde, Michael und Isabell Kraja — einig: Die gemeinsame Arbeit im SBZ macht Spaß. Und es ist sicherlich nicht ausgeschlossen, dass irgendwann die nächste Generation ihren Weg in das Haus findet.

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