100 Jahre Sportfreunde Hehlrath und SV St. Jöris: Gegenseitiger Respekt wird auf beiden Seiten groß geschrieben

100 Jahre Sportfreunde Hehlrath und SV St. Jöris : Gegenseitiger Respekt wird auf beiden Seiten groß geschrieben

Zum 100-jährigen Bestehen der beiden Vereine SV St. Jöris und Sportfreunde Hehlrath haben sich zahlreiche Gäste in der Festhalle Kinzweiler eingefunden. Es wurde gefeiert und viel gelacht.

Zwei Dörfer, eine Leidenschaft; zwei außergewöhnliche Jubiläen, ein außergewöhnlicher Unterhaltungsabend – zahlreiche Gäste fanden sich am Samstagabend in der liebevoll in den Vereinsfarben des SV St. Jöris und der Sportfreunde Hehlrath geschmückten Festhalle Kinzweiler (also auf neutralem Boden) ein, um beiden Vereinen zum jeweils 100-jährigen Bestehen zu gratulieren.

Darunter waren offizielle Vertreter des Fußballverbands Mittelrhein und des Fußballkreises Aachen, Repräsentanten der Stadt, von Vereinen, Parteien und Institutionen, Lokalmatadore wie die Spielmannszüge beider Ortschaften sowie die Showtanzgruppe „Firebirds“ der KG Ulk Hehlrath und zahlreiche Freunde der beiden „Dorfvereine im besten Sinne“.

Doch auch überregional prominente Persönlichkeiten machten den Jubilaren ihre Aufwartung: Moderatoren-Legende Ulli Potofski führte mit launigen Worten durch den Abend, kein Geringerer als Redner-As Jürgen B. Hausmann teilte den Zuhörern seine Vision von Red Bull St. Hehlrath als Deutscher Fußballmeister des Jahres 2050 mit, und Ex-Nationalspieler und Vize-Europameister Simon Rolfes blickte auf Zeiten zurück, in denen er in Hehlrath wohnte und mit seinem Hund durch St. Jöris spazierte.

„Erstmals in meinem Leben habe ich heute Abend Gäste im Namen der Sportfreunde Hehlrath begrüßt“, berichtete der SV-Vorsitzende Rudi Bittins zu Beginn des Festabends schmunzelnd. Bei aller Rivalität der Vergangenheit und (in geringerem Maße) der Gegenwart sei das Verhältnis beider Vereine inzwischen von gegenseitigem Respekt und Achtung geprägt, so der „St. Jöriser mit Herz und Seele“, der kurz darauf das Wort an seinen Sportfreunde-Amtskollegen Guido Esser weitergab. „Ich stehe hier mit Stolz als Vorsitzender eines Vereins, der lebt. Wir denken heute sowohl an Menschen, die uns von oben zuschauen, als auch an die zahlreichen gegenwärtig tätigen Ehrenamtler, ohne die Vereine wie der SV und die Sportfreunde nicht lebensfähig wären.“

Es folgten kurzweilige Stunden, in denen der gelernte Koch Ulli Potofski seinen Werdegang vom Jungen aus Gelsenkirchen-Schalke zum RTL-Sportchef kurzweilig nachzog. „1989 wurde ich mit dem Bambi ausgezeichnet. Bei der Abstimmung landete Günther Jauch auf Platz zwei und Thomas Gottschalk auf Rang drei. Würde nun heute hier auf dieser Bühne Günther Jauch stehen, wäre ein sechsstelliger Betrag fällig. Ich mache es für die Hälfte“, versicherte er in Richtung der beiden Vereinsvorsitzenden, denen angesichts des zuvor ausgesprochenen Satzes kurzzeitig der Schweiß ausgebrochen war.

Hypnotiseur Vincent aus Köln brachte das Publikum zum Staunen, scheiterte jedoch daran, einen Fan des 1. FC Köln zum Anhänger einer gewissen Borussia vom Niederrhein zu machen. „Irgendwo gibt es Grenzen“, waren sich der Hypnotiseur und sein Kunde anschließend einig. Im Gespräch mit Ulli Potofski äußerte Simon Rolfes in seiner Funktion als Leiter „Direktion Sport“ von Bayer Leverkusen die Hoffnung, dass in Zukunft auch ein ehemaliger Jugendspieler der Sportfreunde den extrem schwierig zu bewältigenden Schritt in Richtung Profi schaffen könnte.

Zu später Stunde sorgten dann die „Firebirds“ und die Mundartgruppe „De Vries“ für ausgelassene Stimmung. Im Vorfeld hatte die Frage „Festkommers mit zahlreichen Reden oder Unterhaltungsabend?“ gelautet. Schon lange vor dem frühen Sonntagmorgen war klar, dass die Entscheidung für die Unterhaltung goldrichtig war.

(ran)
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