1. Lokales
  2. Eschweiler

Galerie Art Engert präsentiert Werke von John Franzen

Kunst und Wissenschaft : Galerie Art Engert präsentiert Werke von John Franzen

In einer Zeit, in der wir in der Kunst wieder verstärkt in eine Periode des Realismus einschwenken, verstärkt sich auch die Frage nach der Beziehung von Kunst und Wissenschaft und Mensch.

John Franzen, ein junger deutsch-holländischer Künstler mit Wohnsitz in Maastricht, setzt sich seit einigen Jahren mit dieser Frage und den Fragen auseinander, ob die Kunst das perfekte Medium für ihn ist, um alle seine Fragen über sich und die Welt aus allen Blickwinkeln und in jeder abstrakten Art des Denkens, Handelns und Erlebens anzugehen.

Die Galerie Art Engert stellt in einer Einzelausstellung seine Arbeiten ab Sonntag, 22. September, unter dem Titel „Each Line – one Breath“ – „jede Linie – ein Atemzug“ vor. Vernissage ist um 17 Uhr in der Galerie an der Wilhelmstraße 73 g.

John Franzen ist ein begnadeter Zeichner und zur gleichen Zeit ein Künstler, der sich intensiv und kreativ mit den Kategorien von Raum und Zeit, mit der Relativitätstheorie von Albert Einstein und mit der Stellung des Künstlers und der Kunst im Kosmos beschäftigt und auseinandersetzt. In seiner Werkgruppe „Each Line - One Breath“ zeichnet Franzen in kontinuierlicher Bewegung eine Linie nach der anderen, was zu einem logarithmischen Muster führt.

Um eine einzelne Linie zu zeichnen, benötigt er je nach der Größe des Blattes zwischen fünfzehn bis zwanzig Sekunden. Daher repräsentiert jede Zeile einen Zeitrahmen zwischen fünfzehn und zwanzig Sekunden. Das komplette Kunstwerk, das aus vielen sich wiederholenden Linien besteht, wird zu einem Raum, der eine Sammlung von vielen Zeitrahmen darstellt.

Durch die Nutzung der Zeit zur Raummessung zeigt der Künstler, wie die reale Welt durch Kunst abgebildet werden kann. John Franzen erläutert seine Einstellung: „Ich als Künstler nähere mich der realen Welt mit meinen Mitteln des Ausdrucks: den Zeichnungen. Es beginnt mit dem leeren Raum, dem makellosen Weißbuch: einem Nichts, einer Leere, einem leeren Raum, in dem sich alles manifestieren kann.“

Alles, was jemals in der Vergangenheit geschrieben oder gezeichnet wurde, und alles, was in Zukunft entstehen wird. Das Nichts hält alle Möglichkeiten bereit. Das Universum atmet. Es pulsiert. Es ist, so der Künstler, „impandierend“ und expandierend. Rhythmisch. Wie ein Lichtteilchen, das von der Oberfläche der Sonne ausgestrahlt wird. Wie die kinetische Kraft eines Sturms an der Oberfläche eines Ozeans, der sich auflädt, der Wellen erzeugt, und diese gegen ein Ufer stößt.

Wie der Herzschlag und die Atmung pulsiert auch das Leben. Linie für Linie, Atemzug für Atemzug verschmilzt der Mensch bewusst mit diesem Prinzip der Natur, in einen spirituellen Zustand, in dem er sich dessen bewusst ist. Dann geht er geistig in einen Zustand über, in dem man nicht denkt, nur wahrnimmt, fühlt, spürt, das Leben kennt. Es fühlt sich so an, als würde man mit allem eins. Es geht nicht mehr um die Zeilen. Es geht um die Leere dazwischen. Die Leere der Gedanken, der Gefühle.

Der Mensch wird, was er nicht ist und er ist alles andere. Es ist das Leben in allem und in allen Menschen. Bei der Suche nach Antworten auf seine Fragen ist Franzen der festen Überzeugung, dass es in der menschlichen Natur nicht darum geht, Rollen zu trennen. Diese Rollen sind einfach unterschiedliche Perspektiven, um sich der gleichen Realität zu nähern. Diese Rollen sind von Natur aus menschlich und beziehen sich auf das gesamte Potenzial.

Anstatt sie zu trennen, müssen sie interdisziplinär und symbiotisch kombiniert werden. Er reflektiert, dass das Streben nach Wissen ein unverzichtbarer Zustand der Kultur ist. John Franzen denkt, in Zukunft geht es definitiv darum, sich als wissenschaftlicher Künstler zu profilieren. Das ist seine Verantwortung und sein Beitrag gegenüber der künstlerischen oder wissenschaftlichen Welt. Auch hier geht es nicht darum, diese voneinander zu trennen, sondern es geht darum, beide Welten zusammenzuführen.

Er ist der festen Überzeugung, dass die Wissenschaft auch von Künstlern betrieben werden kann und dass sie mit wissenschaftlichen Ideen und Ansätzen einen Beitrag leisten können. John Franzen ist inzwischen in den Niederlanden und Belgien in Ausstellungen unterwegs, Daneben werden sein Arbeiten von international renommierten Galerien in England, Frankreich, USA, Japan, China, und anderen Asiatischen Ländern präsentiert. Die Ausstellung ist bis 10. November, dienstags bis freitags, jeweils von 14 bis 19 Uhr, geöffnet, und samstags nach Vereinbarung. Der Skulpturengarten ist zusammen mit der Galerie geöffnet.