Galerie Art Engert Eschweiler feiert Eröffnung von Skulpturen-Garten

Ausstellung „Paradise“ : Galerie Engert eröffnet einen Skulpturengarten

Die Ausstellung „Paradise“ in der Galerie Art Engert nimmt ihren Fortgang. Erstmalig eröffnet die Galerie am Freitag, 3. Mai, unter diesem in der Kunst aller Zeiten viel gesuchten Titel „Paradise“ einen Skulpturengarten.

Sechs renommierte Bildhauerinnen und Bildhauer präsentieren eine Vielzahl an Skulpturen im Garten der Galerie und bilden mit ihren Arbeiten ein Ensemble von großen und kleinen Plastiken rund um das Thema „Paradies“ und dies unter den unterschiedlichsten Aspekten. Im Einzelnen sind folgende Künstler vertreten: Bernhard Kucken, Nina Koch, Ubbo Enninga, Lothar Krüll, Herbert Willems und Joscha Bender.

Das Paradies ist der Ort unserer Sehnsucht, der Raum des Glücks, des Wohlbefindens, die Welt des Friedens. Es ist aber auch die Welt der unberührten, frei und üppig wachsenden Natur, des Friedens zwischen Tier und Mensch und Natur, es ist der Ort der Harmonie und der Erfüllung aller menschlichen Wünsche, der Ort, wo Gott und Mensch sich treffen und miteinander kommunizieren.

In dieser Welt bewegen sich die ausstellenden Künstler. Und sie bewegen sich sicher, nähern sich aus unterschiedlichen Richtungen ihrem Ziel und erreichen es gemeinsam, miteinander kommunizierend und in einer überraschenden und zugleich überwältigenden Harmonie.

Die Bildhauerin Nina Koch wurde 1961 in Dahl geboren. Sie studierte bis 1992 an der Fachhochschule Bielefeld bei dem Berliner Bildhauer Richard Heß. Seitdem hat sie ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen in deutschen Städten sowie in Italien präsentiert. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter 1991 dem ersten Preis des Denkmals Katharina von Boras in der Lutherstadt Wittenberg und 2005 dem ersten Preis in Medebach.

Nina Koch konzentriert sich in den gezeigten Arbeiten ganz auf die Einheit von Mann und Frau, von Adam und Eva, von schwebenden Liebespaaren. Schwebend auf einer Säule und liegend und dahin schwebend auf einem Relief, das Paar ganz eng in seinem Paradies der Liebe vereint. Herrliche Statuen, prachtvoll geformte Körper in Einheit mit sich und dem Partner und der Natur.

Mit drei sehr unterschiedlichen Arbeiten ist Bernhard Kucken vertreten: Einer Stele (1/44) H= 22 cm, den Drei Grazien und einem Trommler. Bernhard Kucken wurde 1960 in Düsseldorf geboren, studierte Kunst an der Pädagogischen Hochschule Neuss und arbeitet seit 1985 freischaffend in den Bereichen Bildhauerei, Malerei und Grafik. Als künstlerischer Mitarbeiter arbeitete er von 1998 bis 2003 an der Bauhaus-Universität Weimar und seit 2003 an der Kunstakademie Düsseldorf.

Die Drei Grazien, opulente Figuren, dem Bild Raffaels gleichen Namens und gleichen Motivs verwandt, geben sich die Hände und bewegen sich tanzend im Kreise. Mit ihrem harmonietrunkenen Frühlingstanz wollen die Grazien ihren Göttern wohl danken für den friedlichen Kosmos. Die Stele, schlank hochaufragend wird von vielen Menschenkörpern gebildet, die übereinander emporkletternd an die Spitze streben. Sie scheinen sich nicht gegenseitig zu behindern, eher halten und stützen sie sich gegenseitig. Man hat den Eindruck, als wollten sie sich gegenseitig helfen bei ihrem Aufstieg zur Sonne zum reinen Licht.

Und dann erscheint Bernhard Kuckens Trommler, eine Figur von beispielloser Eleganz. Sein Körper bildet einen gespannten Bogen, die beiden Trommelschlegel reckt er dem Himmel entgegen. Im nächsten Augenblick schlägt er die Trommel mit Macht, wir erwarten gespannt, wie er den nächsten Schlag setzt. Wir wollen nicht, dass er aufhört, wir wollen ihm immer zuhören. Eine Skulptur, die in ihrer Eleganz und Reinheit uns atemlos macht.

Ubbo Enninga gesellt diesen wundervollen Skulpturen seine bei, einen nach vorne gebeugten, vollkommenen, weiblichen Körper, beide Hände nach vorne Richtung Boden hängend. Entspannt und gespannt zugleich, bewegt sich die namenlose Frau in der Natur, völlig in Harmonie mit ihr, ungeschützt und doch furchtlos. Man steht sprachlos vor ihr, ohne Bewegung und tief berührt und kann sich nur schwer wieder anderem zuwenden.

Ubbo Enninga wurde 1955 in Biedenkopf geboren, absolvierte sein Kunststudium von 1975 bis 1983 an den Hochschulen in Marburg, Kassel und Stuttgart. Seit 1983 ist er freischaffender Bildhauer. Weitere bildhauerische Arbeiten von Lothar Krüll, Joscha Bender und Herbert Willems machen diesen Skulpturengarten der Galerie Art Engert zu einem wirklichen, beeindruckenden Rendezvous mit der zeitgenössischen Bildhauerei.

Lothar Krüll, 1959 geboren in Kerpen, absolvierte sein Kunststudium von 1980 bis 1990 an der Kunstakademie Düsseldorf, war 1990 Meisterschüler bei Prof. Tony Cragg, seit 1994 hat er einen Lehrauftrag für besondere Aufgaben an der Kunstakademie Düsseldorf. Sechs Oliven zieren sein Paradies, Oliven die Früchte Kleinasiens und des Mittelmeerraums, die nach dem alten Schrifttum noch vor den Äpfeln die Früchte des Paradieses sind.

Herbert Willems benennt seine Arbeiten nach Straßen aus seiner Erinnerung. „Meist umrunde ich die Pflanze oder den Baum und zeichne 3-20 Blätter. Diese Blätter hänge ich ins Atelier und baue aus den Zeichnungen räumliche Bilder. Das Material bestimmt den Eindruck, zum Beispiel Bronze schmelzt die gezeichneten Linien zusammen.“ Willems wurde 1966 geboren in Kevelaer, absolvierte von 1991 bis 1989 ein Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Tony Cragg, war 1998 Meisterschüler bei Prof. T. Cragg.

Seit 2009 hat er einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf als Assistent von Prof. Tony Cragg. Joscha Bender, der soeben sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf erfolgreich beendet hat, zeigt seine Examensarbeit, einen Waldarbeiter, der mit seiner Axt zum Schlag ausholt. Eröffnet wird der Skulpturengarten um 19 Uhr mit einer Performance von der bekannten Künstlerin Susanne Hille. Die Galerie ist geöffnet dienstags bis freitags, jeweils von 14 bis 19 Uhr, und samstags nach Vereinbarung.

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