Eschweiler: Funkensprühendes Finale ohne Fußball

Eschweiler: Funkensprühendes Finale ohne Fußball

Es sollte ein sommerlicher brasilianischer Abend werden im Sportpark am See: Leckere Caipirinhas, Rhythmen und Tanz vom Zuckerhut und als Höhepunkt ein Freundschaftsspiel zwischen Germania Dürwiß und dem KFC Diadema Sao Paulo.

Doch leider hatte sich pünktlich zum Start der Veranstaltung ein Unwetter mit monsunartigen Regenfällen, Blitz und Donner auf den Weg an den Blausteinsee gemacht. „Land unter” hieß es da nach kürzester Zeit auf Platz und Tartanbahn in Dürwiß. Das Spiel musste kurzerhand abgesagt werden.

„Schade”, fand nicht nur Germanen-Coach Michael Burlet, der eine Woche vor dem Saisonbeginn seine Mannschaft gerne noch einmal gegen die spielstarke Truppe vom Zuckerhut gesehen hätte. Auch Organisator Frank Krüttgen blickte mit ein wenig Wut im Bauch gen Himmel. Doch es goss in Bindfäden. Keine Chance!

So wurde spontan das Rahmenprogramm zum Haupt-Act. Die Sänger, Tänzer und Akrobaten der Aachener Capoeira-Gruppe hatten da längst das Germanen-Stübchen für ihre Aufführung entdeckt. Bis zum funkensprühenden Finale mit durch die Luft wirbelnden Schwertern begeisterten die Energiebündel mit ihrer brasilianischen Kampf-Tanz-Show.

Danach wurde es bei schätzungsweise 90 Prozent Luftfeuchtigkeit noch ein wenig heißer: Die Samba-Tänzerinnen Christina und Sherley raubten auch dem letzten kühl gebliebenen Zuschauer den Atem. Und Caipirinhas, so die erste Frage einiger Fußballer nach nicht verrichteter Arbeit, gab es natürlich auch.

Der gute Zweck des brasilianischen Abends in Dürwiß wurde aber selbstverständlich auch nicht vergessen. Bereits zum fünften Mal kommt der evangelische Pastor Markus Lienhard mit einem Team aus Sao Paulo nach Deutschland. In Dürwiß waren sie am vergangenen Wochenende das erste Mal. Noch bis zum 16. August tourt der 14-Mann-Trupp umher, bevor es zurück nach Brasilien geht.

Mit seiner italienischen Frau Theresa gründete Lienhard vor rund acht Jahren das Projekt „Alem Brasil” in Sao Paulo. Alem steht für „Amigos Levando o Evangelho ao Mundo” und heißt auf Deutsch soviel wie „Freunde tragen das Evangelium in die Welt”. Die Organisation verfolgt das Ziel, Straßenkindern in Brasilien Hoffnung zu geben. Gegen die großen Probleme Gewalt, Kriminalität, Drogen, Prostitution und sehr hoher Fernsehkonsum treten Lienhard und seine Mitstreiter an.

Sport, insbesondere Fußball, ist ein Aspekt neben der Bildungs- und Sozialarbeit. Gut 700 Kinder und Jugendliche werden derzeit in Sao Paulo im Stadtteil Diadema betreut. „Wir arbeiten präventiv und möchten den jungen Menschen Werte vermitteln”, erklärt der Pastor.

In Dürwiß haben die Kicker trotz der ausgefallenen Partie neue Freunde gefunden. Und als kleines Dankeschön und zur Unterstützung der tollen Arbeit von „Alem Brasil” gab es von Frank Krüttgen im Namen der Sponsoren und Organisatoren des Abends - Amazonasreisen.de, Kulturmanager Max Krieger und dem Eschweiler Therapie-Zentrum - noch Trikots der der Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln und Alemannia Aachen.

Aus den Händen des Vorsitzenden von Germania Dürwiß, Franz Heinen, gab es dann noch einen kompletten Trikotsatz in den Vereinsfarben Rot-Weiß für die Kicker aus Sao Paulo.

Und nächstes Mal, das hoffen alle Beteiligte, wird dann sicherlich auch draußen auf dem Rasen gegen das runde Leder getreten.