Eschweiler: Für Eiscafés und Freibäder ist die Saison so gut wie gelaufen

Eschweiler: Für Eiscafés und Freibäder ist die Saison so gut wie gelaufen

Das kurze Gastspiel des Sommers soll heute schon wieder zu Ende gehen. Dabei hatte alles so gut angefangen. Im April und Mai waren die Eisdielenbesitzer und die Betreiber der Freibäder noch voller Hoffnung auf eine tolle Saison.

Doch ausgerechnet in den für das Geschäft wichtigsten Monaten, Juni und Juli, hat sich der Sommer in den Urlaub verabschiedet.

„Das geht schon an die Schmerzgrenze” , sagt Carlos Bernardo, der das Eiscafé Venezia an der Marienstraße betreibt. Nicht viele Kunden haben sich in den vergangenen Monaten in sein Café verirrt. Sein Umsatz ist im Vergleich zum vergangenen Jahr um 15 bis 20 Prozent gesunken, und dabei hat sich bereits der letzte Sommer wegen der damaligen Bauarbeiten an der Marienstraße nicht wirklich gelohnt.

„Das liegt nur am Wetter”, schimpft Bernardo. Die Saison ist für ihn so gut wie gelaufen, viel Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss hat er nicht mehr. Normalerweise sei jetzt die Spitze erreicht und im August gehe es erfahrungsgemäß bergab, zumal jetzt viele Leute im Urlaub seien. Selbst wenn es sich die Sonne in den nächsten Wochen noch mal anders überlegen sollte, die Verluste sind für Bernardo nicht mehr aufzufangen.

Bei Antonio Forchione im Eiscafé Capri an der Grabenstraße sieht es nicht viel besser aus. Im den Monaten Juni und Juli war sein Umsatz 50 Prozent niedriger als erwartet. „Wenn es regnet, ist der Umsatz kaputt”, sagt Forchione. Mit einem Frühstücksangebot, Toasts, Baguettes und einem Lieferservice versucht er die Verluste zumindest etwas aufzufangen. „Das kompensiert etwas, aber längst nicht alles.” Forchione hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Wenn es im August und im September gut läuft, könnte er die Saison noch positiv abschließen und vielleicht sogar besser als im vergangenen Jahr, als ihm die gleiche Baustelle zu schaffen machte wie Bernardo.

Besonders deutlich werden die Auswirkungen des schlechten Sommers bei einem Blick auf die Besucherzahlen des Freibades Dürwiß. Während im Juli 2010 noch 23.937 Besucher kamen und dem Bad Einnahmen in Höhe von 51 645,75 Euro bescherten, waren es im Juli 2011 nur 2995 Besucher, die Einnahmen lagen bei 5883,15 Euro. Das ist lediglich rund ein Zehntel des Vorjahres. „Die Besucherzahlen steigen und fallen mit dem Wetter”, sagt die stellvertretende Badebetriebsleiterin, Ute Bodden. Bei schlechtem Wetter gehen die Leute lieber ins Hallenbad. Das war im Vergleich zum Vorjahr in diesem Sommer etwa doppelt so gut besucht.

Der Dienstag war aber endlich noch mal ein guter Tag für das Freibad. Einige Gäste nutzen die Gelegenheit, bei strahlender Sonne ein paar Runden zu schwimmen oder mit den Kindern im Wasser zu toben.

Im August könnten die Besucherzahlen bei guten Wetter noch etwas steigen. Aber auch hier ist das Problem, dass viele Leute jetzt im Urlaub sind. „Außerdem müssen die Temperaturen über 26 Grad liegen, die Leute sind auch etwas verwöhnt”, sagt Bodden.

Um mehr Menschen und vor allem Kinder ins Bad zu locken, gibt es das Ferienticket. Für 25 Euro können damit in den Ferien alle Bäder der Stadt Eschweiler besucht werden. Doch der Verkauf gestaltet sich schleppend. Besser angenommen wird der sogenannte Abendtarif. Ab 18 Uhr kann jetzt für zwei Euro die letzten beiden Stunden geschwommen werden. „Der wird gerne von Berufstätigen genutzt, die einfach nur schwimmen wollen”, erklärt Schwimmmeisterin Patricia Bauer. Im September ist die Saison auch für das Freibad gelaufen. „Dann gibt es nur noch das sogenannte Abschwimmen, dann kommt nur noch die Stammkundschaft, die immer kommt”, sagt Bauer.

Auch wenn viele Badegäste ausbleiben, heißt das nicht, dass Braun und Bodden die Füße hochlegen können. Dann jäten sie Wildkräuter, putzen alles von oben bis unten und warten die technischen Anlagen. Außerdem bleibt dann auch mal Zeit für einen längeren Plausch mit den Stammkunden. „Das muss auch schon mal sein”, sagt Bodden.

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