Ehrenmedaille für Rudi Bertram: Für ein Europa der Brüderlichkeit

Ehrenmedaille für Rudi Bertram : Für ein Europa der Brüderlichkeit

Wattrelos’ stellvertretende Bürgermeister Catherine Osson überrascht Bürgermeister Rudi Bertram mit der Ehrenmedaille.

Catherine Osson ist stellvertretende Bürgermeisterin in Eschweilers nordfranzösischer Partnerstadt Wattrelos. Als solche vertrat sie am Wochenende Bürgermeister Dominique Baert, der dienstlich verhindert war, am Festakt zur Begründung der Städtepartnerschaft zwischen Eschweiler und Sulzbach-Rosenberg teilzunehmen.

In Eschweiler war die 45-Jährige bereits des öfteren, nicht zuletzt im Karneval, aber noch nie in offizieller Mission. Dass dies nun anders war, nutzte Catherine Osson zu einer ganz besonderen Geste: Die Politikerin, die auch Mitglied der französischen Nationalversammlung ist, verlieh beim Festakt am Samstag im Ratssaal unter tosendem Beifall des Publikums dem sichtlich gerührten Eschweiler Bürgermeister Rudi Bertram eine hohe Auszeichnung – die Medaille d’Assemblée nationale.

Ossons in Deutsch vorgetragene Ansprache war ein Plädoyer für ein starkes Europa. Die Abgeordnete ist Mitglied der neuen deutsch-französischen Parlamentarischen Versammlung unter Leitung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und dem Präsidenten der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand

Die hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre Austausche zu intensivieren und auf die Anwendung des Elysée-Vertrags und des Aachener Vertrags zu achten. „Diese deutsch-französische parlamentarische Initiative ist ein neuer Stein im Prozess des Aufbaus unserer Freundschaft“, betont Osson. „Unsere Rolle auf der Ebene der Städte ist, konkret diese Freundschaft für alle, junge oder weniger junge Leute mit kulturellen, sportlichen, festlichen Austauschen zum Ausdruck zu bringen..“

Die Welt braucht Europa

Europa, so Osson weiter, sei noch einer der letzten Orte auf der Welt, „wo wir alle zusammen eine bestimmte Idee der Humanität, des Rechts, der Freiheit, der Justiz weiter vertiefen. Mehr denn je brauchen wir heute Europa. Die Welt braucht Europa, auch wenn Herr Trump oder Herr Putin nicht damit einverstanden sind.“

Europa stehe vor der einfachen Wahl: Europa sterben zu lassen, „im Schock, auf brutale Art“, oder es wieder aufzubauen, ohne der Kritik derjenigen, die „Europa hassen“, Raum zu geben.“

„Diejenigen, die zu Europa stehen, dürfen kritisieren, um es wieder aufzubauen, es zu korrigieren, zu verbessern, zu stärken. Wir sollten die Energie der Hoffnung wiederfinden, die nach dem Krieg einige in Europa gehabt haben,. Wir in Wattrelos, Sie in Eschweiler und in Sulzbach-Rosenberg wissen, was ein Europa des Friedens ist. Unsere Partnerschaften sind ein Mittel, Türen aufzumachen, die die menschlichen Gefühle wachsen lassen: die Freundschaft, das Vertrauen und vor allem die gegenseitige Achtung, die nicht fürchtet, sich das schöne Wort Brüderlichkeit anzueignen.“

Catherine Osson dankte allen, die zum Aufbau der Städtepartnerschaften beitragen und Freundschaftsbande zwischen den Städten knüpfen. Freundschaftsbande, wie sie zwischen Wattrelos und Eschweiler seit Jahrzehnten auf breiter Basis funktionieren.

„Denn wir in Wattrelos, was wir gern haben, was wir wollen, ist das Europa der Menschen, das Europa der Freundschaft.“

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